Alles gut?

18. September 2016

Alles gut?, fragte die Ziege misstrauisch. Allein dafür gehörte sie in die Luft gejagt, für dieses beschissene »Alles gut«, diesen Schlachtruf der Gewinner, diese Sunny-side-up-Beschwörungsformel.
Scheißdreck, sagte Wieneke.

(„Die Gesichter der Toten. Serena Vitales zweiter Fall.“)

 

Bei meinem letzten Deutschland-Trip fiel dieses „Alles gut“ allen aus dem Mund, denen ich begegnet bin, dem Taxifahrer, dem Mann, der mir im Zug gegenüber saß, dem Reinigungsmann, der Supermarktkassiererin, der guten Freundin, der Radiomoderatorin, der Kellnerin, der Frau, die im Biergarten neben mir saß, der Schuhverkäuferin, dem Buchhändler, der Rezeptionistin, dem Schaffner und unzähligen anderen, an die ich mich jetzt nicht mehr erinnere.

Sabine Brandi, der das „Alles gut“ schon lange auf den Wecker geht, hat dazu schon alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.

Alles gut ist ein Scheißdreck, findet Wieneke. Und ich auch.

 


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Cineasten-Einheit (Filmfest 3 und Schluss)

10. September 2016

Wehmut weht über den Lido. Die Badekabinen werden geräumt, aus den aufblasbaren Krokodilen wird die Luft rausgelassen, die letzten, halbleeren Flaschen Sonnenöl weggeworfen. Die Kinder bekommen am Strand ein letztes Wassereis und quengeln so lange herum, bis sie sich aus dem Automaten ein letztes Abziehbild  ziehen dürfen, das so begehrt ist, weil es wie eine echte Tätowierung aussieht.

Wenn der Gewinner der Mostra verkündet wird, ist der Sommer vorbei. Und das bei Temperaturen von dreißig Grad, einem spiegelglatten und perfiderweise vermutlich  komplett quallenfreien Meer. Natürlich könnte man sich auch noch später an den Strand legen, wenn es das Wetter erlaubt, aber man macht es nicht. Weil der Anblick der geschlossenen Badekabinen so wehmütig stimmt. Weil man weiß, dass dieser Sommer endgültig vorbei ist. Sprach der Rabe: Nimmermehr.

Endgültigkeit ist schrecklich.

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Ich werde  morgens früh nicht mehr zum Vaporetto rennen – und durch Anblicke wie diesem morgens

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oder diesem abendsimg_5799

für die Gemeinheiten der Welt entschädigt. (Kreuzfahrtschiffe alle weggephotoshopt)

Es war so schön, in dieser cineastischen Seifenblase zu schweben. Apropos Seifenblase:

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Eine Cineasten-Staffel! So was gibt es nur in Italien, schwärmten wir, meine romantisch infizierten deutschen Kritiker-Freundinnen und ich: Cineasten unter den Polizisten!

Jedes Mal, wenn wir an dem Wagen der Unità cinofila vorbeiliefen, lächelten wir die Polizisten verständnisinnig an. In Deutschland, dachten wir, wäre es undenkbar, Polizisten zum Schutz der Mostra del Cinema nach cineastischen Kriterien auszusuchen, also nur diejenigen, die wissen, wer der Regisseur vom „Fahrstuhl zum Schafott“ ist und was er für die Kinogeschichte bedeutet, oder dass der russische Regisseur Michalkow der Bruder des Regisseurs Konschalowsky ist, dessen (schauerlicher) Film hier lief. Und vielleicht hatten die Beamten von der Cineasten-Einheit sogar auch ein gewisses Stimmrecht? Vielleicht verbargen sie sich hinter dem ominösen „Pubblico“, das bei der täglichen Bewertung der Wettbewerbsfilme dem schönen „La La Land“ eigenartigerweise nicht vier, sondern nur drei Sterne verlieh? Wir wissen es nicht.

Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, mehr gute Filme als in anderen Jahren gesehen zu haben. Nur aus einem Film bin ich rausgegangen: Als in dem Kannibalen- Film „The Bad Batch“ das zweite Bein abgeschnitten wurde, war mir die Handlung etwas zu voraussehbar. (Wetten, dass er einen Preis kriegt?)

Meine Favorites sind:

  • La La Land
  • der Argentinier: „El ciudadano ilustre„: Ein Schriftsteller und Nobelpreisträger kehrt nach vierzig Jahren zum ersten Mal wieder in sein Heimatdorf zurück, das ihm Inspirationsquelle und Sehnsuchtsort zugleich war und ihn nun spüren lässt, dass ihm seine Bewohner nicht unbedingt wohlgesonnen sind.
  • Jackie
  • Der Alien-Film „The Arrival
  • Tom Fords Film „Nocturnal Animals
  • Der Papstfilm „The Young Pope“ von Sorrentino (kein Wettbewerbsfilm)
  • Rocco (auch kein Wettbewerbsfilm)

„Rocco“ ist ein Dokumentarfilm über den Pornodarsteller Rocco Siffredi – der in Italien wie ein Nationalheiliger verehrt wird (remember: Cicciolina hat es hier bis ins Parlament geschafft), ja Rocco Siffredi ist ein italienisches Kulturgut, wie Pompeji oder die Markuskirche oder das Kolosseum, auf jeden Fall etwas, auf das man in Italien sehr stolz ist. Und das nicht nur, weil Rocco mit Sex reich und berühmt geworden ist, sondern auch, weil Italien nicht zuletzt auch das Land des Vatikans, der Bigotterie und der Doppelmoral ist.
Der Film über Rocco Siffredi ist klug, witzig und erstaunlich tiefsinnig.

Und zum Schluss noch etwas Prosaisches: Unità cinofila heißt auf deutsch „Hundestaffel“. Okay,okay, okay. Aber die Vorstellung war zu schön.


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Mein Lieblingspapst (Filmfest 3)

03. September 2016

Der beste Film läuft frühmorgens hier in Venedig, wenn die Außerirdischen noch nicht gelandet sind, und man in den Gassen nichts anderes hört als seine eigenen Schritte und das Kratzen der Reisigbesen. Es ist der kurze Moment, wenn Venedig sich noch selbst gehört,

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und die Stadt ein begehbares Wunder ist.

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Eine Stunde später ist alles vorbei.

Aber den Anblick erspare ich Ihnen jetzt.

Verharren wir lieber noch etwas in der schillernden Seifenblase des Filmfests. In der es mir in diesem Jahr bislang gelungen ist (reiner Zufall?, wunderbare Filme zu sehen, also nichts, wo Frauen sich die Barthaare ihrer Geliebten in den Mund stecken oder Menschen in verschlammten, russischen Landschaften feststecken, sondern Filme wie „Nocturnal Animals“ von Tom Ford.

Eine echte Kritik auch nachzulesen hier. „Nocturnal Animals ist bemerkenswert spannend, kunstvoll, ohne künstlich zu sein und ästhetisch (remember: der Mann ist Modemacher), ohne in der Form zu erstarren.

Drei Geschichten werden ineinander verwoben: Die einer unglücklichen Kunsthändlerin in L.A., ein blutiger Thriller in Texas und die einer verpassten Liebe. Wie in La La Land auch ist viel die Rede von den faulen Kompromissen, die man im Leben macht: nicht an sich glaubt, seine Träume über Bord wirft und damit bestraft wird, sich in eine wohlhabende Kunsthändlerin mit glattgezogenen Haaren zu verwandeln, die von ihrem Ehemann betrogen wird. Das Ganze natürlich in einem grandiosen Setting: Lauter schöne Menschen mit Tom-Ford-Brillen, die in Los Angeles in Frank-Lloyd-Wright-Häusern leben. Es ist ein unfassbar stilsicherer Film – egal ob es sich um texanische Steppe oder Mulholland Drive handelt.

Grandios die Szene mit der Mutter: Hauptdarstellerin Amy Adams sitzt mit ihrer Mutter im Restaurant: eine dominante, rassistische Republikanerin mit Perlenkette und Betonfrisur. Die Tochter kündigt der Mutter an, dass sie nie, nie, nie so werden wird, wie sie. Was die Mutter mit einem trockenen „Abwarten“ kontert.

Und seit heute morgen habe ich einen Lieblingspapst: Jude Law als erster amerikanischer Papst, Pius XIII. In Deutschland zu sehen ab Oktober in der HBO-Serie von Paolo Sorrentino: „The Young Pope„, Trailer hier und Kritik vom Tagesspiegel hier.

Es ist ein kettenrauchender, unberechenbarer Tom-Ripley-Papst – der, nachdem er die Tür zur Sixtinischen Kapelle aus Versehen aufgerissen hat, schaudernd auf einen Strom von mit Mineralwasserflaschen bewaffneten Menschen in Flipflops und Dreiviertelhosen blickt und sagt: „Ich schaffe es einfach nicht, meine Abscheu für Touristen zu überwinden. Sie sind einfach nur auf der Durchreise.“


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Liebe (Filmfest 2)

01. September 2016

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Ich liebe es, Filme zu sehen, über die ich nichts oder wenig weiß. Macht der Film etwas mit mir oder nicht?  Wenn ein Film ins Kino kommt, und das Gleiche gilt für Bücher, ist man oft schon voreingenommen. Es gab Kritiken („Waaas? Dings hat den Roman gelobt? Dann kann es ja nichts sein“), die beste Freundin liebte den Film/das Buch, die Clique, zu der man zugehören will, fand den Roman/den Film grottenschlecht – auch wenn man das (so wie ich) natürlich abstreiten würde: Man lässt sich beeinflussen.

Hier aber weiß ich nicht mehr als die paar Stichwörter, die mir meine Kritikerfreundinnen zugeworfen haben, bei „The Light between Ocean“ waren es: Liebesgeschichte, 19. Jahrhundert, Krieg und: „Kannst schon mal die Taschentücher einpacken.“

Ok, an einer Stelle habe ich eine Anstandsträne abgedrückt.  Aber ansonsten: niente. The light between Oceans wirkte auf mich Weiterlesen »


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La-La-Land (Filmfest 1)

31. August 2016

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Natürlich brannten Sie schon für meine alljährliche einseitige, unsachliche und doktrinäre Berichterstattung vom venezianischen Filmfest, das, traratrara, heute angefangen hat (im Foto hier: die grandiose Aussicht von der Variety-Party gestern Abend im Danieli, ok ok, das Leben könnte schlechter sein, aber Sie können sich nicht vorstellen, wie anstrengend so ein social life sein kann)

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Die Filme, zumindest einige, werde ich mir nicht entgehen lassen, obwohl ich es mir, rein zeitmäßig, überhaupt nicht leisten könnte, sondern an dem BUCH weiterschreiben muss. Ein sehr sündiges Vergnügen also.

Heute morgen sah ich den Eröffnungsfilm La-la-Land (bescheuerter Titel) mit Emma Stone und Ryan Gosling, ein MUSICAL. Weshalb ich ja extrem skeptisch war. Filme, in denen gesungen und getanzt wird, sind mir grundsätzlich suspekt. Worin ich mich übrigens von dem Italiener an meiner Seite unterscheide, der Filme, in denen gesungen und getanzt wird, liebt – also alle Filme mit Gene Kelly und Fred Astaire, ganz zu schweigen von Saturday Night Fever und seinem absoluten Liebling Grease.

Ich hatte mich extra an den Rand gesetzt, für den Fall der Fälle. Aber dann fing es an mit einer Tanzszene im Stau in Los Angeles, und ich habe nur deshalb nicht wie die meisten im Saal gleich da schon wie blöde applaudiert, weil neben mir ein echter Kritiker saß, und ich mitgekriegt habe, dass echte Kritiker eher sparsam mit solchen Äußerungen umgehen. Sie machen am Ende eines Films höchstens klapp-klapp-klapp und murmeln beim Rausgehen: „War doch ganz hübsch“, während ich mich vor Begeisterung kaum einkriegen kann und in diesem wunderbaren Film auch noch zwei Taschentücher vollgeheult habe. Wobei ich natürlich die ganze Zeit so getan habe, als stimmte etwas nicht mit meiner Kontaktlinse, damit der neben mir sitzende Kritiker es nicht mitkriegt.

La-La-Land ist eine wunderbare, romantische Komödie, die mein schlichtes Herz gewärmt hat, es geht um Liebe und Leidenschaften und faule Kompromisse, weshalb ich, als man mir beim Rausgehen ein Mikro unter die Nase gehalten und mich nach meinem Eindruck fragte, nur ein undifferenziertes bellissimo, bellissimo in das Mikro hauchen konnte, weshalb das Fernsehteam gleich weiterzog.

Beim Espresso danach hörte ich, wie zwei italienische Kritikerinnen sich über den Film unterhielten, besser gesagt, sie sagten praktisch nichts, die eine meinte, sie müsse noch darüber nachdenken, die andere meinte, dass sie auch noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen sei, meine strenge Kritikerfreundin bemängelte die Qualität der Tanzszenen, man hätte immer den Eindruck gehabt, dass sie gleich fallen würden, was ich nicht fand, aber egal. Vergleiche zur Filmgeschichte kann ich auch nicht ziehen, aber auf jeden Fall hat mich der Film zwei Stunden lang glücklich gemacht – und mittendrin hatte ich auch noch eine Idee, es war also sehr inspirierend, was ich nicht von vielen Dingen behaupten kann.


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Weiße Strände

31. August 2016

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Gerade ist das Mare-Heft erschienen, in dem sich meine Reportage mit den Fotos von Niccolò Cozzi über die „spiagge bianche“ befindet, eine irre Angelegenheit, die mich schon im fernen Jahr 1989 irritierte, als ich unweit von dort entfernt Italienisch lernte: Die „Weißen Strände“ heißen so, weil der Sand von den Chemieeinleitungen des Chemiemultis Solvay gebleicht wurde – und wird. Was aber bis auf die kleine Gruppe von 5-Sterne-Ratsmitgliedern (Grüße an Francesco Serretti) in Rossignano Solvay niemanden ersthaft zu stören scheint. Im Gegenteil. Manche legen sich auch direkt in die Abwässer, weil es da so schön warm ist. #ÖkologieaufItalienisch


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Ein toller Stoß.

26. August 2016

Nach dem Erdbeben ist vor dem Erdbeben, in Italien. Millionen für den Wiederaufbau, lese ich auf SPON – wenn man seit langem in Italien lebt, hat man diesen Satz schon öfter gehört, genauer gesagt, nach jedem Erdbeben. Das Geschäft läuft glänzend, für die Mafia, für die Bauindustrie – nur nicht für die Opfer der Erdbeben.

Nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert“ versucht man gar nicht mehr, den Zynismus dahinter zu verbergen: Auf Rai Uno konnten sich der Talkmaster Bruno Vespa und Graziano Delrio, Minister für Infrastruktur, gar nicht mehr einkriegen vor lauter Begeisterung über die Steigerung des Bruttosozialprodukts qua Erdbeben:

Vespa: „Ein toller Stoß für den Wirtschaftsaufschwung, wenn man bedenkt, was die Bauwirtschaft jetzt alles machen kann.“

Minister: „L’Aquila ist jetzt die größte Baustelle Europas und auch die Emilia ist eine riesig wachsende Baustelle, die das Bruttosozialprodukt steigern wird“

Vespa: „Wird einem Haufen Leuten Arbeit geben.“

In der ZEIT habe ich vor langer Zeit darüber geschrieben, was Erdbeben für Italien bedeuten. Der Text ist nach wie vor aktuell. Im Grunde muss man nur an die Stelle von L’Aquila „Amatrice“ setzen. Leider.

Wiederaufbau mit der Mafia

Aus der Geschichte wissen die Italiener: Der Gewinner eines Erdbebens ist immer die Mafia. Auch die Hilfsfonds zum Wiederaufbau von L’Aquila drohen zur Einkommensquelle verbrecherischer Kreise zu werden
Von Petra Reski
8. April 2009
Die Erde bebt noch und schon jetzt teilt sich die Mafia die Aufträge auf. So sagt man in Italien – und das nicht erst seit dem Erdbeben in den Abruzzen. Silvio Berlusconi hat ein erstes Hilfspaket von 30 Millionen Euro angekündigt, man erwartet auch EU-Gelder aus dem Solidaritätsfond für Naturkatastrophen – am Ende werden Milliarden von Euro nach Abruzzen strömen. Private Spenden und staatliche Gelder, regionale Zuschüsse und europäische Notstandsfonds: Ein langer, ruhiger Fluss, den die Clans in ihre eigenen Taschen umzuleiten gedenken.

Seit Jahrzehnten sind öffentliche Bauaufträge eine Einkommensquelle der Mafia – die in der Bau- und Immobilienbranche immer schon zu Hause war. Was kann da Besseres passieren, als wenn eine ganze Region wieder aufgebaut werden muss? In der vom Erdbeben betroffenen Region sind laut Francesco Forgione, dem Präsidenten der parlamentarischen Anti-Mafia-Kommission, vor allem die aus Kampanien stammende Camorra aktiv sowie die apulische Sacra Corona Unita, die jüngste und kleinste Mafia-Organisation.

Die historische Erfahrung hat die Italiener gelehrt, dass der Gewinner eines Erdbebens immer die Mafia ist. Auch dank dieser Naturkatastrophen gelang es ihr, zu „Italiens größtem Unternehmen“ aufzusteigen. Der Umsatz betrage mehr als sieben Prozent des italienischen Bruttosozialprodukts, teilte der italienische Unternehmerverband mit.

Am 20. Januar 1968 zerstörte ein Erdbeben ein Drittel der Häuser im Belice-Tal in der sizilianischen Provinz Agrigent – ganz so, als hätte die Natur der ärmsten Provinz Italiens noch den letzten Stoß versetzen wollen. Als die Erde in jener Januarnacht bebte, starben 370 Menschen unter den Trümmern ihrer Häuser, rund 1000 wurden verletzt, 70.000 Menschen verloren ihre Bleibe. Ganze Dörfer waren von der Erde verschluckt worden, und in Partanna, Montevago und Santa Margherita di Belice zogen die Überlebenden in Notunterkünfte – in der Hoffnung, hier nur den Winter überstehen zu müssen. Aus einem Winter wurden für die meisten mehr als 25 Jahre. Das Belice-Tal verkörpert seither für ganz Italien die Macht der Allianz von Mafia und korrupten Politikern: Von jenen 2600 Milliarden Lire, die von der römischen Regierung damals für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt wurden, erreichte nur ein verschwindend kleiner Teil die Bedürftigen.

Das große Geld machte die Mafia. Sie übernahm das Baugeschäft, sicherte sich die privaten und öffentlichen Bauaufträge und wurde so zum größten Arbeitgeber im Belice-Tal. Wer Arbeit gibt, der kontrolliert auch Wählerstimmen. Das ist heute noch ein Naturgesetz in Süditalien. Dank der römischen Subventionsmilliarden konnte sich die bäuerliche Mafia des Belice-Tals zum politischen Faktor entwickeln. Wer wie die Erdbebenopfer in Partanna, Montevago oder Santa Margherita di Belice ein Vierteljahrhundert in Wellblechhütten und Pappcontainern überlebt hat, der glaubt nicht mehr an Gerechtigkeit – außer, er verschafft sie sich selbst.

Beim Erdbeben in Irpinia 1980, einem Landstrich in Kampanien, stellte die italienische Regierung 50.000 Milliarden Lire für den Wiederaufbau zur Verfügung, aber nur die Hälfte wurde tatsächlich für den Wiederaufbau genutzt. Stattdessen entstanden Firmen, Stadtviertel, ganze Dörfer nur auf dem Papier. Das Epizentrum befand sich in Neapel – und zwar nicht nur das des Erdbebens, sondern auch das der Camorra-Clans, die dank der Subventionsmilliarden erst richtig reich wurden. Sie verschafften sich damals den politischen und sozialen Einfluss, von dem sie noch heute profitieren.

Ponticelli, ein Vorort von Neapel, der noch heute aus den Bauruinen des Erdbebens besteht, wurde zur Camorra-Festung. Der Camorrista Ciro Sarno wurde „o’ sindaco“ genannt, der Bürgermeister, weil er sich zum Gebieter über das Volk der Terremotati erklärte: jener vom Erdbeben 1980 Vertriebenen, die Ponticellis Bauruinen besetzten – Bauskelette, die von neapolitanischen Bauunternehmern hinterlassen worden waren, nachdem diese ihre Subventionen kassiert hatten. Ciro o’ sindaco hatte die Wohnungen aufgeteilt. Und für Strom, Wasser und Gasanschlüsse gesorgt. Und sich damit die bedingungslose Ergebenheit derer verschafft, die nichts mehr zu verlieren haben.

*

Als Staatsanwälte einen Korruptionsskandal rund um die Arbeiten der Zivilschutzbehörde für den auf Berlusconis Betreiben ausgerechnet in L’Aquila abgehaltenen G8-Gipfel aufdeckten, hörten sie die Telefone zweier Bauunternehmer ab, die bereits in der Nacht, als in L’Aquila die Erde bebte, von der Aussicht entzückt waren, dass ihnen nun viel Geld in die Taschen fließen würde. Der eine sagte: „Kümmer dich um die Sache, wir müssen sofort los, im vierten Gang! Ein Erdbeben passiert nicht jeden Tag.“ Und der andere jubelte: „Ich weiß, ich weiß, ich habe mich kaputtgelacht, heute morgen im Bett um halb vier.“

L’Aquila ist bis heute nicht wieder aufgebaut worden. Sieben Jahre danach.

 


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Anne Bude

21. August 2016

 

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Jetzt mal echt. So was gibt es, den Tag der Trinkhallen im Ruhrgebiet (Sagen wir natürlich nicht, im Ruhrgebiet, Trinkhalle. Wir sagen Bude. Und weil ich gerade im Ruhrgebiet war und beim Herumklicken auf Facebook sah, dass die wunderbare Sabine Brandi  (Dortmunderin und erotischste Stimme des WDR) bei dem Trinkhallen-Festival anner Bude in Essen las, habe ich mich kurzentschlossen in den Zug nach Essen geworfen.

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Auch wegen der Aussicht auf Mäusespeck und Weingummi.

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Sabine Brandi las vor dem, wie ich erfuhr, „Kultkiosk“ von Sven Lauer in Essen-Rüttenscheid

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zusammen mit dem Schauspieler Neven Nötig –

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sie lasen Buden-Kurzgeschichten, ausgewählt von den Ruhr-Poeten. (Sehr lustig:“Zwei Gauleuse und Bilder mit Mäuse“ von Matthias Reuter).

Natürlich, und das ist jetzt die Werbeeinblendung, sind außer mir auch Serena Vitale und Wolfgang W. Wieneke im Ruhrgebiet aufgewachsen, was Sie als geübter Reskisrepublikleser selbstverständlich wissen, weshalb beide sich mit Buden bestens auskennen, das aber einander nie zugeben würden. Auch weil sie im Moment total beschäftigt sind, mit einem neuen Fall, nach Palermo Connection und Die Gesichter der Toten.

Aber weil in meinem Schriftsteller-Leben eine Würdigung der Bude natürlich nicht fehlen darf, hier ein winziger Auszug aus Ein Land so weit (erschienen im Jahr 2000 – obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass ich da schon geboren war), in dem es um die Verwirrung geht, die der Diercke-Weltatlas in meinem Kopf angerichtet hatte. Ostpreußen, stand in Großbuchstaben über dem Land, befand sich zur Zeit unter polnischer bzw. sowjetischer Verwaltung.

Wenn wir mittags nach der Schule Pfefferminzbruch kaufen wollten, hing manchmal an Fillers Bude ein Schild: Zur Zeit geschlossen. Dann war auch die Klingel abgestellt, weil Frau Filler in der Küche hinter dem Verkaufsraum Mittagessen kochte. Manchmal hing das Schild schon um zwölf da, manchmal erst um eins. Es gab Tage, da öffnete die Bude bereits um zwei Uhr wieder, dann war sie um halb vier noch zu, und an manchen Tagen blieb sie ganz geschlossen. Die Filler macht auf und zu, wann sie will! hieß es immer. Nicht auszudenken, wenn das auch für die polnische und sowjetische Verwaltung gelten sollte. Vielleicht von halb neun bis eins unter polnischer und sowjetischer Verwaltung und von drei bis sechs unter finnischer und ungarischer? Und am Ende wurde an manchen Tagen vielleicht gar nicht verwaltet? Dann fiel mein Blick auf das Kleingedruckte unten auf dem rechten Rand der Seite: Neben dem breiten, roten Grenzstrich stand: Grenze des deutschen Reiches vom 31.12.1937. Die richtige Grenze war also gar nicht der dicke, rote Strich, sondern eine dünne, gepunktete Linie, die allerdings kein Mensch bemerkte, weil der dicke, rote Strich Deutschland unübersehbar einrahmte. Ich fand den Diercke-Atlas, in dem es so willkürlich zuging wie an Fillers Bude und wo man die Grenzen nur im Kleingedruckten fand, wenig glaubwürdig.“

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Pfefferminzbruch, Brauseherzen und Mäusespeck sind übrigens aus.

 


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Das Gespenst auf der Vespa

17. August 2016

Hey, hey, hey. Ein Gespenst geht um, in Europa … Heulen und Zähneklappern. Jedenfalls bei der SZ. Denn die bangt mal wieder um Renzis politisches Überleben.

Italien flattert und flirrt. Gerade als man dachte, das Land sei politisch stabil, angetrieben von einem jungen und tatendurstigen Premier, da schwindet diese Gewissheit schon wieder. Plötzlich setzt sich der böse Verdacht in den Köpfen der Italiener fest, dass Matteo Renzis schwungvolles Regieren und Reformieren womöglich gar nichts gebracht hat. Dass alle Sparopfer und erduldeten Veränderungen der vergangenen Jahre nicht ausreichen. Die Wirtschaft? Sie steht wieder still. Die Jobmaschine? Funktioniert nicht wirklich. Die Banken? Ach, die Banken.

Ja, verflixt und zugenäht, die Gewissheiten, schon sind sie wieder fort! Und die Banken, Gottchen ja, die Kleinanleger blieben auf der Strecke, denen man ohne ihr Wissen hochriskante Produkte angedreht hatte. Etwa im toskanischen Chiusi della Verna, wo die Hälfte des Dorfes ihre Ersparnisse verloren hat, die sie in der Banca Etruria angelegt hatten. Vizepräsident der Banca Etruria war der Vater der von der (SZ hochgelobten) „Reformministerin“ Elena Boschi. Sie selbst ist Aktionärin und ihr Bruder ist der Bank angestellt. Dank Renzis schnell durchgedrücktem Gesetzesdekret wurden nicht nur die Banken gerettet, sondern vor allem einige Spekulanten sehr, sehr reich gemacht, die Anteile an der Bank kauften, kurz bevor das Gesetzesdekret durchgedrückt wurde. Aber egal.

Anleihen von Banken und vom Staat galten in Italien stets als sichere, patriotische Anlagen. Nun bangen viele kleine Gläubiger um ihre Ersparnisse. Die Regierung beschwichtigt, vermag sie aber nicht zu beruhigen. Auch das drückt auf die Stimmung. Richtig ist schließlich, dass der italienische Staat bis heute grotesk hoch verschuldet ist und dafür hohe Zinsen bezahlt.

Renzi also regiert so schwungvoll herum wie die SZ  schwungvoll kommentiert: Nach dem Motto: Okay, scheiße gelaufen, das mit den faulen Krediten. Aber einer muss ja zahlen für die Schulden des italienischen Staates, und warum nicht ein paar  – patriotische – Kleinanleger? Die Wirtschaft funktioniert nicht, nach wie vor gehen junge Italiener ins Ausland, um Arbeit zu finden, vom Akademiker bis zum Eisverkäufer, 2,2 Millionen italienische Familien sind arbeitslos, die Steuerlast liegt bei 70 Prozent, und Renzi fliegt mit seiner Familie plus Begleitung im Staatsflug nach Rio. Wer die Bilder von Renzi in Rio sieht, zumal im wohlhabenden Deutschland, kann sich gar nicht vorstellen, dass die Italiener unzufrieden sein könnten. Und auch irgendwie undankbar, wie die SZ findet, denn ungeachtet des schwungvollen Herumregierens

… werden wohl auch viele Italiener die Abstimmung als Gelegenheit nutzen, um ihren Frust über die Krise und ihre diffusen Ängste zu manifestieren. Mit einem „Nein“ aus dem Bauch, gegen das Establishment. Der Anlass? Egal.

Der „Anlass“ wird zwar in dem Artikel selbst zart angedeutet (Die Wirtschaft? Sie steht wieder still. Die Jobmaschine? Funktioniert nicht wirklich. Die Banken? Ach, die Banken) – aber gut. Doch weil ja auch das Ausland mäkelt,

Unlängst hob das britische Magazin The Economist Italien auf sein Cover. Auf der Zeichnung sieht man einen Bus in Grün-Weiß-Rot, der mit offener Hecktüre prekär über einer Klippe hängt, etwas Geröll fällt schon in die Tiefe. Das Bild entspricht dem Lebensgefühl, aber war auch ein wenig platt, wie die italienischen Zeitungen fanden.

schnell noch eine kleine Rolle rückwärts, zumal der Economist ja nicht die Bäckerblume ist:

Allerdings ist Renzi nicht schuldlos an der latenten Unsicherheit im Land. Dem Premier unterlief eine bemerkenswerte Fehleinschätzung: Im Glauben, er sei unschlagbar, verband Renzi sein persönliches Schicksal mit dem Ausgang der nun bevorstehenden Abstimmung über die Verfassungsreform. Verliere ich, sagte er, trete ich ab.

Ja, die Verfassungsreform. Klingt schon so kompliziert. Ist im Grunde aber ganz einfach – und ein gigantisches Hütchenspiel: Der Senat wird keineswegs abgeschafft, sondern lediglich mundtot gemacht. In Zukunft sitzen im Senat nicht mehr von den Bürgern gewählte, sondern nur noch von den Parteien bestimmte Bürgermeister und Regionalpräsidenten – die auf diese Weise auch noch in den Genuss der parlamentarischen Immunität kommen. Eine „Jahrhundertreform“, von der Berlusconi vergeblich geträumt hat: Dank ihr hätte er alle Kritiker und ermittelnden Staatsanwälte ausschalten können – Gesetze könnten im Eiltempo ohne jeden Widerstand durchgepeitscht werden. Aber die undankbaren Italiener könnten tatsächlich so irre sein, nicht dafür zu stimmen. Befürchtet die SZ. Die ein einziges Armageddon prophezeit, sieben Jahre Dürre und Hungersnöte und die Grillini an der Macht:

Niemand wagt vorherzusagen, was mit dem Land nach einem Sturz Renzis geschähe. Gäbe es bald Neuwahlen, würde wohl die Protestbewegung Cinque Stelle von Beppe Grillo gewinnen. Und die möchte Italien am liebsten sofort aus dem Euro lösen. Es wäre keine Fünf-Sterne-Lösung – weder für Italien noch für Europa. Renzi bleiben nur noch drei Monate Zeit, um die Italiener von den Vorzügen seiner Reform zu überzeugen und die Abstimmung von seiner Person zu entkoppeln. Das wird schwierig, denn die Materie ist trocken und kompliziert. Die Sommerunruhe zeugt davon, dass Italien vor entscheidenden Monaten steht.

Dem ganzen Hin- und Her merkt man natürlich deutlich den Wunsch an, sich möglichst geschmeidig zu positionieren, für den Fall der Fälle, besagtem Armaggedon. Schließlich gibt es da schon im Ausland einige, die auf den fahrenden Zug aufspringen, unter anderem die Times, die nicht auf den Zug, sondern auf die Vespa gesprungen ist, mit der Alessandro Di Battista einen Monat lang Italien auf der coast-to-coast-Tour durchquert, um auf Plätzen zu erläutern, was es mit der Verfassungsreform auf sich hat. Eine Verfassungsreform, gegen die nicht nur die 5Sterne-Bewegung kämpft, sondern auch der ehemalige Präsident des italienischen Verfassungsgerichts zusammen mit weiteren 56 Verfassungsrechtlern, namhaften Juristen, Intellektuellen, Journalisten, Schriftstellern und Künstlern.

Gestern Abend hat Alessandro Di Battista in Chioggia gesprochen – nachdem der Bürgermeister von Jesolo, wohl um die Seelen der Badegäste bangend, ihm verboten hat, in Jesolo seine Kundgebung gegen die Verfassungsreform abzuhalten. Di Battista forderte eine Lehrerin aus dem Publikum auf, eine Passage aus der vorgeschlagenen Reform vorzulesen – die komplett unverständlich war. Nicht weil die Lehrerin schlecht gelesen hatte. Sondern weil sie unverständlich geschrieben ist.

„Wer schlecht schreibt, denkt auch schlecht“, sagte Alessandro Di Battista.

Schöner Satz.


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Der Markt

09. August 2016

Wenn ich Italienern gegenüber das Wort „Zweckentfremdungsverbotsgesetz“ ausspreche, werden sie erst mal ohnmächtig. Aber wenn ich ihnen erkläre, was sich dahinter verbirgt, nämlich dass Wohnungen nicht einfach so an Touristen vermietet werden können, so wie in Venedig schätzungsweise 80 Prozent aller Wohnungen, und das auch noch schwarz, dann beleben sie sich ganz schnell wieder. Gestern berichtete die STAMPA über das Aufbegehren der Berliner gegen AirBnB. Wir in Venedig wünschten uns einen winzigen Bruchteil dieses Aufbegehrens. Dann müssten auch nicht mehr so viele venezianische Familien aufs Festland ziehen.

 

Das schrieb ich vor einem Jahr auf FB. Seitdem wütet die Ferienwohnungspest in Venedig ungebrochen weiter. Wir leben nicht mehr in Häusern, sondern in schlecht geführten Hotels – als unbezahlte Portiers und Hausmeister: Wir stellen den Müll raus, den die Touristen vor der Tür liegen lassen, heben ihre Pizzakartons und Fischreste auf, die aus den Plastiktüten fallen, die sie in den Hof gestellt haben und von den Ratten zerrissen worden sind, wir ertragen, dass in den letzten Monaten zehn (10) Mal Wasser durch die Decke kam, weil die Badezimmer undicht waren oder die Wasserrohre der Klimaanlagen, wir fegen Zigarettenstummel im Hof weg und lassen die Touristen bei uns auf dem Sofa sitzen, weil sie sich aus der Ferienwohnung ausgesperrt haben, was sie erst festgestellt haben, als die Frau, die für die Vermietung der Ferienwohnung zuständig ist, aufs Festland gefahren ist und nicht vor Mitternacht zurückkehrte.

Der römische Ex-Bürgermeister Rutelli, der ja ein so guter Linker ist, hat er natürlich von der Sharing-Economy geschwärmt – und sich gerühmt, Airbnb für Rom erfunden zu haben – weshalb ihn Airbnb als – vermutlich gut bezahlten –  Berater angeheuert hat. Hier wird aber nichts geteilt, hier wird kassiert, wobei – ganz legal – sämtliche Gesetze unterlaufen werden, die man sich vorstellen kann: Es gibt es keine Hygiene-Standards, keine Meldezettel, keine Sicherheitsstandards – hier gibt es nur das schnelle Geld, bar auf die Kralle.

Und dann steht die Tür zu unserem Hof auf, eine Frau steht davor, und ich frage sie: „Kann ich die Tür schließen?“
Sie: „Nein.“
Ich: „Entschuldigung, aber wohnen Sie hier?“
Sie: „Nein.“
Ich: „Haben Sie vielleicht eine Ferienwohnung hier gemietet?“
Sie: „Ja.“
Ich. „Entschuldigen Sie, wenn ich Sie gefragt habe, aber inzwischen gehen hier so viele Leute ein und aus, dass man nicht mehr weiß, wer hier wohnt und wer nicht.“
Sie: „So ist eben der Markt.“

Wir leben in zynischen Zeiten.


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