18. August 2010

Palermo im August. Die Stadt war so gut wie ausgestorben, kein übliches Sirenengeheul, keine gepanzerten Limousinen, kein Stau. Die Kreuzfahrer waren die einzigen, die durch Palermo liefen, es fiel nicht schwer, sie zu erkennen, fast alle trugen Dreiviertelhosen und Plastikschlappen, in der Hand hielten sie eine Mineralwasserflasche, so liebevoll, als handele es sich um ein Baby. Die Kreuzfahrer laufen auch durch Venedig, aber da kann man sie nicht erkennen, weil sie sich mit den üblichen neunzehn Millionen Tagestouristen vermischen. In Palermo aber fielen sie auf, und das um so mehr, je ängstlicher sie sich an die Wände drückten. Sie waren bereits durch Barcelona getrieben worden und fuhren von Palermo aus weiter nach Tunis. Wenn sie schließlich in einer Bar Zuflucht nahmen und verzweifelt ihre Spaghetti in kleine Stücke schnitten, dann sahen sie so gestresst aus wie Akkordarbeiter am Ende ihrer letzten Schicht.
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Nicht kategorisiert
verfasst von reski
16. Juli 2010

Es ist vollbracht. Ich melde mich wieder ins Leben zurück. Mein neues Buch ist fertig und wird am 16. September bei Hoffmann&Campe erscheinen: VON KAMEN NACH CORLEONE. Die Mafia in Deutschland.
Und jetzt: Ferien!
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Allgemein
verfasst von reski
04. Juli 2010
Ich habe mir heute zum ersten Mal im Leben die Gazzetta dello Sport gekauft, wegen der Überschrift: “Asfaltaten!”. Das ist ein Ausdruck aus dem Fantasie-Deutsch, das die italienischen Comicfiguren “Die Sturmtruppen” sprechen. Es besteht im Wesentlichen daraus, an italienische Wörter ein -en anzuhängen, um sie deutsch klingen zu lassen. So wird aus strada “straden“. Und so wurde die argentinische Mannschaft von den Deutschen plattgemacht, asphaltiert, also: “asfaltaten“.
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Agitation+Propaganda, Amore
verfasst von reski
29. Juni 2010
Ich hatte befürchtet, dass man ihn freisprechen würde. Aber es kam anders. Soeben wurde Marcello Dell’Utri, Berlusconi-Vertrauter, Gründer von Forza Italia und Senator zu sieben Jahren Haft verurteilt, als “Gehilfe der Mafia”. In erster Instanz war er zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Mehr zu Dell’Utri in diesem Blog auch hier und hier. Und hier.
Dell’Utri versuchte sich ganz ostentativ über das Urteil zu freuen, jedenfalls verkündete er seine Genugtuung in einer Pressekonferenz; im Stil von Don Corleone, wie “Il Fatto” schrieb. Die Richter in Palermo hätten seine Beihilfe zur Mafia nur bis 1992 als erwiesen angesehen, danach nicht mehr - und damit auch nicht als bewiesen anerkannt, dass Dell’Utri die Verhandlungen über die sogenannte trattativa geführt habe, also die Verhandlungen zwischen der Mafia und dem italienischen Staat - die im Übrigen nicht nur von dem Mafiaabtrünnigen Gaspare Spatuzza bestätigt worden sind, sondern von etlichen anderen Kronzeugen auch.
Marcello Dell’Utri hat dann noch einmal die Gelegenheit genutzt, den Mafiaboss Vittorio Mangano als Helden zu preisen. Vittorio Mangano war als sogenannter “Stallmeister” in der Villa von Berlusconi tätig. Schon im Wahlkampf 2008 pries Dell’Utri zusammen mit Silvio Berlusconi die Verschwiegenheit des Mafiabosses: Mangano habe sich, obwohl er krank war und sich in Hochsicherheitshaft befand, stets geweigert, den Staatsanwälten etwas über ihn oder Silvio Berlusconi zu erzählen.
Ich weiß nicht, ob Dell’Utri wirklich Grund hat, sich zu freuen. Seine Strafe wurde lediglich um zwei Jahre verkürzt. Ein Gehilfe der Mafia bleibt er dennoch. Und für seinen Freund Berlusconi sieht es auch nicht so gut aus, wenn die Richter sogar in zweiter Instanz anerkennen, dass seine rechte Hand Dell’Utri in jenen Jahren als Emissär für die Mafia tätig war, als Berlusconi seine Baugeschäfte betrieb und sein Fernseh-Imperium aufbaute.
Es bleibt die Frage, was geschieht, wenn der Kassationshof wider Erwarten das Urteil bestätigt. Dell’Utri steht nun mit einem Bein im Gefängnis. Eigentlich müsste das italienische Parlament seine Immunität aufheben. Eigentlich.
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Mafia
verfasst von reski
27. Juni 2010
Mafia in Österreich. Podiumsdiskussion
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Mafia, Mafia und Medien
verfasst von reski
29. Mai 2010
Das Weizenkorn versteckt man am besten im Kornspeicher, sagte Staatsanwalt Cisterna.
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Mafia in Deutschland
verfasst von reski
24. Mai 2010
Gestern war der 18. Jahrestag des Attentats auf Giovanni Falcone, seine Frau und seine Leibwächter. Und als ich heute den Blogeintrag des sizilianischen Schriftstellers Roberto Alajmo las “Im Grunde waren wir alle da“, dieses Erschrecken darüber, so nah am Tatort gewesen zu sein, und doch nichts davon gewusst zu haben, erinnerte ich mich wieder an jenen Nachmittag. Shobha und ich waren in Venedig und machten eine Reportage - über nichts Geringeres als venezianische Adelige. Als Giovanni Falcone ermordet wurde, saßen wir in einem verstaubten Palazzo und quälten uns gerade mit einer zähen Contessa ab.
Ich weiß nicht mehr, wie wir von dem Attentat erfahren haben, telefonini gab es noch nicht, ich weiß nur, dass wir nach Hause gelaufen sind. Und das Fernsehen angeschaltet haben. Wir konnten nicht glauben, was wir sahen. Wir konnten auch nicht sprechen.
Am nächsten Tag flog Shobha nach Palermo zurück.
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Agitation+Propaganda, Italien, Mafia
verfasst von reski
11. Mai 2010
Es regnet in Venedig. Schon seit gefühlten Jahrhunderten. Und ich muss schreiben. Und ich habe Zahnschmerzen. Aber dann klingelte das Telefon. Und ich erfuhr DAS. Und es hörte sofort auf zu regnen!
Grazie, grazie, grazie!
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Journalismus, Mafia und Medien
verfasst von reski
30. April 2010
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Italien
verfasst von reski