Kategorie: Mafia

Der Bankautomat der Mafia

Montag, 27. Juni 2016

Ich wollte auch noch was zum #Brexit sagen, ja, Leute, tut mir leid, da müsst Ihr durch, zumal ja schon eifrig über den vermeintlichen Euroskeptizismus der Italiener berichtet wurde und wird,  wobei die SZ es hinkriegte, die römische Bürgermeisterin der Fünfsternebewegung mit der Rechten zusammenrühren (Le Pen, AfD, etc.pp.): Wenn es um Fünfsterne-Bashing geht, ist man ja vor nix fies.

Bis vor wenigen Jahren waren die Italiener nicht nur Ah-La-Germania-Eiferer, sondern auch glühendste Europaverfechter: Nur Europa kann uns retten, hieß es. Retten vor der Mafia, einer korrupten Politikerkaste, der Vetternwirtschaft im öffentlichen Dienst, der Jugendarbeitslosigkeit von 42 Prozent und einer Pressefreiheit, um die es nur in der Mongolei oder Bulgarien schlechter bestellt ist. Solo in Italia! Die Italiener verlangten nicht weniger, sondern mehr Europa, weil Europa da noch kein Theorem der Hochfinanz war, sondern ein Synonym für Freiheit und Demokratie, für Menschenrechte und Vielfalt. (mehr …)

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Tischgespräch

Samstag, 30. April 2016

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Wer sich für Venedig, das Ruhrgebiet, ostpreußische Familien und die Mafia interessiert (im Wesentlichen das Gleiche, bis auf winzige Unterschiede …), dem sei das kurzweilige Tischgespräch empfohlen, das Gisela Steinhauer mit mir in Venedig für WDR 5 geführt hat. Nachzuhören hier.

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Willkommen im Club der geschwärzten Bücher

Freitag, 22. April 2016

Gestern las ich, dass das Buch „Emanzipation im Islam“ von Sineb El Masrar auf Geheiß des Landgerichts München geschwärzt werden müsse. Die islamische Organisation Milli Görüs erwirkte die einstweilige Verfügung. DIE WELT hat darüber berichtet und auch ein schönes Foto von der geschwärzten Passage veröffentlicht:

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Mich hat das Urteil natürlich neugierig gemacht, auf das Buch (leider ist es erst am 28. April wieder lieferbar, weshalb es vielleicht ganz nützlich ist, bis dahin die vom Freitag veröffentlichte Leseprobe zu lesen) und auf die Autorin, Tochter marokkanischer Einwanderer und, wie ich dem Wikipedia-Eintrag entnehme, Gründerin des ersten deutschen multikulturellen Frauenmagazins Gazelle (sehr interessante Texte, unbedingt mal einen Blick reinwerfen!).

Im Ausland ist man über die deutsche Praxis, missliebige Bücher dank des Persönlichkeitsrechts zu schwärzen (wie es auch bei den Büchern von Francesco Forgione „Mafiaexport“ oder von Jürgen Roth „Mafialand Deutschland“ der Fall war) sehr erstaunt – ich habe darüber bereits mehrmals geschrieben, unter anderem hier, anlässlich der einstweiligen Verfügung gegen den MDR-Film über die ‘Ndrangheta in Erfurt, oder auch in der taz:

Mit der vermeintlichen Verletzung des Persönlichkeitsrechts lassen sich nicht nur Berichte über mutmaßliche Stasi-Kontakte eines Politikers stoppen, sondern auch über Mafiosi und ihre Verbindungen in Politik und Wirtschaft. Wer gegen einen Artikel oder ein Buch klagen will, kann sich das Gericht und sogar den Richter aussuchen – und wendet sich dabei an Gerichte, die für ihre Pressefeindlichkeit bekannt sind. Ende der Berichterstattung. Als mein Buch „Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ erschien, verklagten mich mehrere italienische Gastronomen – und weder diverse BKA-Berichte, Aussagen hochrangiger Antimafia-Ermittler noch kiloweise Ermittlungsunterlagen italienischer und deutscher Staatsanwaltschaften reichten aus, um die Gerichte zu überzeugen, dass die eigentliche Aufgabe eines Journalisten in der Verdachtsberichterstattung besteht – und nicht darin, lediglich erfolgte Urteile zu referieren. Wir wurden dazu verurteilt, Passagen des Buches zu schwärzen und Schmerzensgeld für das erlittene Unrecht zu zahlen.

In dem Zusammenhang finde ich die Ausführungen von Hamed Abdel-Samad interessant, der sich in seinem Buch „Mohamed. Eine Abrechnung“ die Frage stellte: „Sind der Islam und die Mafia vergleichbar?“ und erstaunliche Parallelen im Hinblick auf Entstehungsgeschichte, Strukturen, Freund und Feind, Raubüberfälle und Schutzgelderpressung, unbedingter Gehorsam und die Abstrafung von Abtrünnigen und Kritikern feststellte.

Und wer jetzt hier – auch angesichts der seit drei! Wochen! andauernden! Böhmermann-Staatskrise in Deutschland anti-islamische Gefühle wähnt und sofort was lostwittern möchte, dem sei zur Beruhigung gesagt, dass ich in meinem geschwärzten Buch „Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern„, das in der italienischen Übersetzung übrigens den schönen Titel „Santa Mafia“ trägt, die Gemeinsamkeiten zwischen der Mafia und der katholischen Kirche aufgeführt habe.

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Palermo und Berlin, Gianroberto und Heimweh.

Dienstag, 12. April 2016

Von Palermo

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nach Berlin,

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Ryanair sei Dank. Aber trotzdem komisch. Fühle mich irgendwie so hingebeamt. Wie Indianer, die sich hinsetzen mussten, wenn sie mit dem Zug gereist waren, weil ihre Seele noch nicht mitgekommen war.

Das Deutschlandradio hat ein Interview mit mir geführt, nachzuhören hier.

Und hier in Berlin habe ich heute erfahren, dass Gianroberto Casaleggio heute gestorben ist, einer der beiden Gründerväter der Fünfsterne-Bewegung. Mit nur 61 Jahren.

Ciao Gianroberto. Mit Dir hat Italien einen Menschen verloren, der sein Land wirklich liebte.

Und plötzlich hatte ich Heimweh nach Italien.

 

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Deutschland offshore.

Freitag, 08. April 2016

Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade in Palermo bin.

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(hier die etwas deprimierende Ansicht des Justizpalastes von hinten)

Jedenfalls klingt es hier so, als wollte man in Deutschland gerade mal ganz schnell das Rad neu erfinden, dank #PanamaPapers. Vulgo, die Geldwäsche in Deutschland spitzkriegen. (Auf Italienisch nennt man das: „Die Entdeckung des heißen Wassers.“) Auf allen Kanälen wird knallhart recherchiert: Spiegel online entdeckt „Deutschlands Kämpfchen gegen die Geldwäsche“ (schöne Überschrift, muss man ihnen lassen):

Nicht zuletzt wegen laxer Geldwäschekontrollen gilt Deutschland inzwischen als beliebte Destination für die italienische Mafia. Sie soll beispielsweise in Erfurt Drogenerlöse in Restaurants und Unternahmen gesteckt haben. „Wenn ich Mafioso wäre, würde ich meine Gelder in Deutschland anlegen“, sagte der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato. Lange konnten Mafiosi für Geldwäsche nicht zusätzlich belangt werden, wenn sie schon für das zugrundeliegende Delikt wie etwa Drogenhandel bestraft wurden. Erst vor Kurzem wurde ein Gesetz gegen diese sogenannte Eigengeldwäsche auf den Weg gebracht – auch darauf hatte die FATF (die Anti-Geldwäschegruppe der OECD) gedrungen.

 

Maybritt Illner wirft Deutschland vor, ein Hort der Geldwäsche zu sein, und die Süddeutsche Zeitung stellt fest, dass wir „Steuerkriminellen den roten Teppich ausrollen„:

SZ: Gerade reden alle über das mittelamerikanische Land Panama. Sie bezeichnen auch Deutschland als Steueroase. Warum?

Markus Meinzer: Steueroasen ermöglichen Ausländern, Gesetze ihrer Heimatländer zu brechen. Nach dieser Definition ist Deutschland eine Steueroase. Wir rollen Steuerkriminellen den roten Teppich aus, etwa weil Ausländer keine Steuer auf Zinserträge in Deutschland bezahlen müssen und eine Meldung ans Heimatfinanzamt unterbleibt. Außerdem haben deutsche Banker keinerlei Sanktionen zu befürchten, selbst wenn sie wissentlich und vorsätzlich bei der Hinterziehung ausländischer Steuern behilflich sind. Alle verfügbaren Studien zeigen: Wenn Menschen ihr Geld über die Grenze bringen, ist Steuerhinterziehung die Regel und nicht die Ausnahme. Damit ist Deutschland nicht nur Opfer von Steueroasen, sondern Teil des Problems.

(mehr …)

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Deutschland, das Paradies der ‘Ndrangheta.

Mittwoch, 23. März 2016

Heute findet in Bologna der erste Verhandlungstag der Prozesses „Aemilia“ statt – ein Mafiaprozess, der nicht nur wegen seines Umfangs ( 147 Angeklagte, weitere 71 in einem getrennten, abgekürzten Verfahren) interessant ist, sondern weil er in Norditalien stattfindet. In einer reichen Region, die nicht nur für das klassische Made in Italy steht (Parmaschinken, Ferrari, Pasta von Barilla … jedenfalls, insofern die Firmen noch nicht ins Ausland verkauft worden sind, aber das ist eine andere Geschichte) – sondern auch für die Tatsache, sich gegen den „Virus“ Mafia immun zu glauben.

Wie Deutschland auch.

Und das ist nicht die einzige Parallele zwischen der Emilia Romagna und Deutschland: Wie in Deutschland sind hier seit über vierzig Jahren alle italienischen Mafiaorganisationen präsent: die ‘Ndrangheta, die kalabrische Mafia, die Camorra aus Kampanien und die sizilianische Cosa Nostra.

Einige Mafiosi kamen nach Norditalien, weil sie sich, wie es das italienische Recht damals vorsah, nachdem sie straffällig geworden waren, nicht mehr in ihren Heimatsregionen niederlassen durften. Andere kamen im Gefolge der Gastarbeiter, wie in Deutschland auch.

Norditalien ist reich – und damit bestens geeignet für die mafiosen Geschäfte: Was mit dem Kerngeschäft des Drogen- und Waffenhandels anfing, ging weiter mit der Bauindustrie, Müllbeseitigung und dem Immobilienhandel, aber auch mit der Lebensmittelindustrie: Im Grunde gibt es keine Branche, in der die Mafia nicht vertreten wäre. Wie die Antimafia-Staatsanwälte feststellen, handelt es sich hier schon lange nicht mehr um eine mafiose Infiltration: Die Mafia ist in Norditalien nicht hier und da eingesickert, sondern beherrscht große Teile der Wirtschaft. Ganz legal.

Allein 17 Ndrangheta-Clans, 4 Clans der Cosa Nostra und 3 Camorra-Clans sind in der Provinz Reggio Emilia aktenkundig – der Prozess Aemilia ist der erste große Prozess gegen die ‘Ndrangheta. Im Juli 2015 wurden Besitztümer und Unternehmen im Wert von 330 Millionen Euro beschlagnahmt – im Zentrum der Anklage steht der aus dem kalabrischen Crotone stammende Clan Grande Aracri. Die Anklage lautet auf Korruption, Geldwäsche, Stimmenkauf, Erpressung, Mord. Angeklagt sind nicht nur Mafiosi, sondern auch ihre Handlanger: Stadträte, Journalisten, Polizisten, Unternehmer. Und hier fängt es an, interessant zu werden.

Wie aus den Ermittlungsunterlagen hervorgeht wurden die Geldgeschäfte fast immer über Deutschland abgewickelt. (mehr …)

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On the road again

Montag, 14. März 2016

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Mit Serena Vitale im Gepäck. Detmold, Stuttgart, München.

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Die Sonntagsfragen

Montag, 29. Februar 2016

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Das ist praktisch der Hintergrund für das Interview, das Gisela Steinhauer mit mir vor kurzem geführt hat: Die berühmten Sonntagsfragen des WDR2, meinem alten Heimatsender. Und darin geht es erstmal um das Wesentliche, also praktisch Mafia für Anfänger, aber nicht nur. Es geht auch um Venedig, Familie und überhaupt. Wer Lust hat, reinzuhören: Hier ist der Podcast.

(Gleich zu Anfang des Interviews betont Gisela Steinhauer übrigens, dass sie sich die Reise nach Venedig aus eigener Tasche bezahlt hat – und nicht etwa auf Kosten des Gebührenzahlers gereist ist, weil sonst: böse, böse Hassmails. Und Shitstorm in den Kommentarspalten …)

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Der Ökothriller

Montag, 29. Februar 2016

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Und jetzt hier, für die Freunde des Öko-Thrillers, mein soeben in Focus erschienener Feuerbakterien-Report – oder: „Wie man es schafft, 60 Millionen Olivenbäume aus dem Weg zu räumen“:

Sind die berühmten Olivenbäume des Salento von einer Killerbakterie bedroht oder von der Mafia? Ein Umweltkrimi aus Apulien

Endlose Olivenhaine, silbrig flirrendes Laub und schwere, rote, afrikanische Erde. Dafür ist der Salento berühmt, der südliche Teil Apuliens, Italiens Absatzspitze. 60 Millionen Olivenbäume wachsen in Apulien, einige von ihnen sind mehrere Jahrtausende alt. Die Bäume werden in einem Kataster aufgeführt, das den Standort und das Alter eines jeden einzelnen verzeichnet. Im Salento stehen 25 Millionen Olivenbäume. Ihre Stämme muten wie ineinander verknotete Jahrhunderte an. Wer genau hinschaut, kann unter dem Laub erstarrte Drachen entdecken und Riesen, die mit Dämonen ringen.
Und liegt damit vielleicht nicht ganz falsch.

Nur zwei Meter weiter sieht es aus, als hätte jemand das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt: Die Äste einiger Olivenbäume recken sich verdorrt in den Himmel. Medien berichten vom „Kahlschlag im Paradies“, vom „Sterben der Olivenhaine“ infolge einer rätselhaften Seuche, von „Xylella, der Schrecklichen“. Seitdem die Universität Bari im Oktober 2013 verkündete, in der Gegend um Gallipoli die gefährliche Feuerbakterie (Xylella fastidiosa) entdeckt zu haben, ist der Salento kein meerumschlungenes Kleinod mehr, sondern ein Notstandsgebiet. Die Killerbakterie soll schuld sein am Vertrocknen der Olivenbäume. Eine Rettung, so erklärte Donato Boscia, Leiter des Nationalen Wissenschaftsrats in Bari, sei nicht in Sicht. Man müsse die Bäume schnellstens fällen und lediglich „50 Stämme von jahrhundertealten Olivenbäumen als Museumsstücke erhalten“.

Die Olivenbauern des Salento aber sind misstrauisch. Es sind immer dieselben Wissenschaftler, die Gutachten erstellen und einen Notstandsplan entwerfen: die Universität Bari, der Nationale Wissenschaftsrat in Bari, das Institut für mediterrane Landwirtschaft Bari (IAMB). Für ihre Forschung über die Feuerbakterie erhielten die Institute Fördergelder der Europäischen Union.
In Apulien sind die Olivenbäume sogar dafür bekannt, Feuersbrünste zu überstehen – und jetzt, fragen sich viele Bauern, soll eine Bakterie geschafft haben, was Naturkatastrophen jahrhundertelang nicht gelang? Warum auch schlug Xylella nur im Salento zu? Dabei soll sie doch mit infiziertem Oleander nach ganz Europa eingeschleppt worden sein.

Zweifel fanden jedoch bisher kein Gehör. Stattdessen bildeten sich Krisenstäbe, wurden Interventionspläne und EU-Notfallfonds aufgestellt. Die ersten Olivenbäume fielen bereits im April 2014 der Axt zum Opfer. Schließlich handele es sich um einen hochgefährlichen Erreger, der beträchtliche Schäden in der Landwirtschaft anrichte und deshalb EU-Quarantänebestimmungen unterliege, hieß es.
Das Gebiet südlich von Lecce erklärten die Behörden eilends zur Brutstätte des Erregers und die Wiesenschaumzikade zum Hauptüberträger, einen General der staatlichen Forstwache ernannten sie zum „Außerordentlichen Kommissar“. Er wacht nun darüber, dass „infizierte“ Olivenbäume entwurzelt und in einem Umkreis von hundert Metern auch alle gesunden Bäume gefällt werden.

(mehr …)

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Wahlverwandtschaft

Donnerstag, 25. Februar 2016

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Gerade wieder aus Lecce zurück. Was mich im Salento so bewegt, ist, ja, der Barock, aber auch die Traueranzeigen, die immer so warmherzig klingen, dass man

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sich gleich verwandt fühlt. Neulich habe ich vor dem Justizpalast in Lecce die Traueranzeige für die Mutter eines Staatsanwalts gesehen, die auch von den Gerichtskollegen betrauert wurde: „Mamma“ in so riesigen Lettern, dass ich fast ich in Tränen ausgebrochen wäre.

Dieses Mal war ich nicht wegen des Feuerbakterien-Krimis  da (jetzt übrigens nachzulesen in der letzten Ausgabe von Focus), sondern weil ich von der Universität Lecce eingeladen war, eine Veranstaltung zu Ehren des sizilianischen Antimafia-Staatsanwalts Nino Di Matteo zu moderieren.

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Die sieht auf diesem Bild zwar aus wie eine Versammlung der Parteisekretäre der kommunistischen Partei Moldawiens, war aber ein riesiger Erfolg – was vielleicht auch daran liegen mag, dass man in den italienischen Medien mehr über die letzte Schönheits-OP eines Showgirls erfährt, als über die Mafia.

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Und das ist vermutlich der Grund, weshalb die Menschen einer Figur wie Nino Di Matteo ihr Vertrauen schenken.

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