Mit ‘Medien’ getaggte Artikel

Filmfest 2 (und Mafia)

Samstag, 09. September 2017

Dieses wunderbare Bild gibt es als Postkarte von No Grandi Navi – die eine große Demo (darunter eine kleine, feine Seeschlacht)  für den 23./24. September planen. Was uns hier natürlich am Herzen liegt, zumal in diesen Tagen des Filmfests, das morgen zu Ende geht.

Frühmorgens, wenn die Horden noch nicht eingefallen sind, lief für mich (wie immer) der schönste Film des ganzen Festivals. Also habe ich, wenn ich zum Lido fuhr, habe ich immer wie blöde fotografiert, (und mich ein bisschen geschämt, wie immer, wenn ich mich wie ein Tourist benehme). Aber ja, auch ich wollte diese seltenen Momente festhalten, wenn Venedig noch sich selbst gehört: Venedig ist wie ein Liebhaber, von dem du weißt, dass er dich mit allen betrügt und den du dennoch nicht verlassen kannst.

Der Preis wird wie immer an einen Film gehen, den ich entweder nicht gesehen habe (The Shape of Water), aus dem ich rausgegangen bin (First Reformed, Paul Schrader) oder den ich komplett schwachsinnig fand (Mother von Darren Aronofsky :ganz oben auf meiner Liste idiotischer Festivalfilme – ich würde sogar sagen, dass er diesen im Schlamm spielenden russischen Schwachsinnsfilm übertrifft, wo sich die Frau die Barthaare ihres Geliebten in den Mund steckt.) Bei „Mother“ gab es jede Menge blutiger Astlöcher, in denen Jennifer Lawrence herumpult, und selbst Javier Bardem konnte die Chose nicht retten. Als Schriftstellerin bin ich allerdings beeindruckt, wie es ein Regisseur hinkriegt, komplett auf jede Logik zu … und einfach nur diverse blutige Astlöcher, einen Schriftsteller mit Schreibblockade, irre Fans, ein kleingehacktes Baby und ein explodierendes Spukhaus aneinander zu reihen und zu glauben, dass das Ganze funktioniert.

Mein Lieblingsfilm war „Three Billboards outside Ebbing“ (die Mutter eines ermordeten Mädchens mischt die verschlafene Polizei auf) mit der wunderbaren Frances Mc Dormand Und ich nehme an, dass er schon aus diesem Grunde nichts gewinnen wird.

Mafia gab es auf dem Filmfest natürlich auch, in rauen Mengen, etwa bei Suburra, jetzt als Netflix-Serie, nachdem es letztes Jahr als Film lief (hatte einige Déjà-Vu-Erlebnisse). Wie der Roman auch geht es um die Geschichte der römischen Mafia (die laut Urteilsspruch plötzlich gar keine Mafia war, sondern nur Bandenkriminalität): „Mafia Capitale“, also Mafiosi, Politiker und Priester, wie im wirklichen Leben.

Aus Neapel kam das Mafia-Musical Ammore e Malavita   Und obwohl ich immer skeptisch bin, bei „Mafia jetzt mal lustig“, fand ich es wunderbar, am besten natürlich die Szene im Krankenhaus, zu What a feeling auf Neapolitanisch. (Ist natürlich nicht das erste Mafia-Musical, das erste hat Roberta Torre 1997 ebenfalls in Venedig vorgestellt: Tano da morire.)

Mich erinnerte das an meine Begegnung mit Carmine Sarno, auch genannt ‚o topolino, das Mäuschen, einem neapolitanischen Camorra-Boss und Musikproduzenten, weshalb sein Herrschaftsgebiet, der Vorort Ponticelli in Neapel auch „la piazza dei cantanti“ genannt wird. Die Musik der Neomelodici dient, wie die Mafiamusik der ‚Ndrangheta auch, nicht nur dazu, Propaganda für die Mafia zu machen, sondern auch, Botschaften an Clans zu überbringen, wie es ein abtrünniger Camorrista über den Sänger Alessio behauptete (gegen den allerdings nicht ermittelt wird, die Behauptungen eines Abtrünnigen sind erst relevant, wenn sie von anderen Quellen bestätigt werden). Eine Nacht lang habe ich Carmine und Alessio begleitet, eine sehr interessante Erfahrung. „Alessio wurde durch mich geboren“, sagte Carmine Sarno damals zu mir. „Und er wird mit mir sterben.“ Alessio tritt übrigens auch in der Serie Gomorrha auf. Die Mafia liebt es, wenn sie als blutrünstig dargestellt wird.

An Carmine habe ich auch gedacht, als ich die erste Szene von Loving Pablo  sah, den Film über Pablo Escobars Aufstieg und Fall aus der Sicht seiner Geliebten. Da präsentiert sich Pablo Escobar einer Journalistin und späteren Geliebten (Penelope Cruz) als Wohltäter, der Häuser für die Armen baut. Sozusagen ein Klassiker. Carmine Sarno erzählte mir von seinen Wohltätigkeitskonzerten: eines für Kinder am Dreikönigsfest und eines zugunsten Körperbehinderter im September.

Allein Javier Bardem mit Kraushaar und Bauch zu sehen, lohnt sich. Ich Herzchen glaubte natürlich, dass sich Bardem das Fett dank Robert De Niros Method-Acting-Methode angefressen hätte, war aber nur eine – sehr glaubhafte – digitale Plauze. Die Narcos sind natürlich etwas grobschlächtiger als ihre italienischen Vorbilder, in jeder Hinsicht.

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„Das italienische Beben“

Dienstag, 29. August 2017

so lautet die Überschrift zu meiner Erinnerung an die Morde von Giovanni Falcone und Paolo Borsellino: „Vor 25 Jahren führte der Terror in Italien zu einer dramatischen Wende: Die Mafia schwor der Gewalt ab und ging in die Politik. Dort ist sie bis heute geblieben.“

Nachzulesen im Magazin des Tagesanzeigers.

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Ein paar Bemerkungen zu Duisburg

Dienstag, 15. August 2017

Die Mafia macht ihre besten Geschäfte, wenn es ruhig ist. Und heute spricht ja niemand mehr über die Mafia. Außer an Jahrestagen, so wie heute. Da wachen selbst die verschlafensten Tageszeitungen auf und erinnern sich schaudernd an jenen 15. August 2007, als plötzlich sechs tote Italiener vor dem Restaurant „Da Bruno“ lagen.

Ich war damals auch überrascht. Und das, obwohl ich seit langem wusste, wie aktiv die Mafia im Ruhrgebiet ist: Die Killer des 1990 ermordeten Antimafia-Staatsanwalts Rosario Livatino kamen aus Leverkusen. Und letzte Morddrohung gegen den ermordeten Antimafia-Staatsanwalt Falcone kam aus Wuppertal.

Ich hätte der Mafia in Deutschland aber eine so spektakuläre Tat nicht zugetraut. Denn es war ja klar, dass das die Deutschen aufschrecken würde. Extrem kontraproduktiv für die Mafia. Aber wahrscheinlich haben sie die Situation schon von Anfang an doch richtig eingeschätzt: Es wird am Anfang einen Aufschrei geben, dann gehen wir in Deckung, dann werden die Deutschen es wieder vergessen, und alles geht weiter wie immer. Weil die Beziehungen, die die ‘Ndrangheta stets gepflegt hat, also zu Politikern, Unternehmern, Geheimdiensten in West und vor allem Ost (sehr interessant sind übrigens die Verbindungen zwischen Stasi und ‘Ndrangheta), immer noch die besten sind.

Drogenhandel, Bauindustrie, Gastronomie, Giftmüllbeseitigung, Immobilienhandel – vor allem aber Geldwäsche. Die klassischen Geschäftsfelder der Mafia. Später kam noch die Windenergie hinzu. Öffentliche Gelder in ihre Taschen umzuleiten, ist die Königsdisziplin der Mafia – und da haben sich mit den europäischen Fördergeldern und dem gemeinsamen europäischen Markt viele neue Perspektiven ergeben.

An Ermittlungsergebnissen hat es in Deutschland auch 2007 nicht gemangelt. Indes, es fehlen die Gesetze. Auch hinter den angeblich „neuen Gesetzen“ zur Bekämpfung der Mafia verbirgt sich vor allem der Wahlkampf. In der sogenannten Neuregelung kommt das Wort „Mafia“ gar nicht vor. Staatsanwälte sind nach wie vor skeptisch. Außerdem ist jetzt der Zoll für die Verdachtsmeldungen wegen Geldwäsche zuständig. Und da wurde das Personal nicht nur halbiert, sondern hat auch keinen Zugriff auf polizeiliche Datenbestände. Wie der Bund deutscher Kriminalbeamter sagt: „Der Bundesfinanzminister hat uns einen Bärendienst erwiesen.“

Es müsste einen politischen Willen zur Bekämpfung der Mafia in Deutschland geben. Und den sehe ich nicht. Von vielen Politikern wird die Geldwäsche immer noch als ein Konjunkturankurbelungsprogramm gesehen. Nach dem Motto: Pecunia non olet. Die Mafia wird in Deutschland für eine Art von Folklore gehalten, selbst in deutschen Gerichten fehlen die wesentlichsten Kenntnisse.

Wir könnten von allein schon von der italienischen Antimafia-Gesetzgebung lernen und auch von den schlechten Erfahrungen: Seit 25 Jahren sitzt die Mafia im italienischen Parlament – und dagegen kämpfen die ehrlichen Italiener.

Nachdem ich verklagt und bedroht worden bin, habe ich versucht, dem ganzen etwas Positives abzugewinnen: Ich habe diese Erfahrungen in meine Romane einfließen lassen, ich hätte die Protagonisten meiner Romane nie so agieren lassen können, wenn ich manches nicht am eigenen Leibe gespürt hätte. Bei Schauspielern nennt man das „Method Acting“.

Außerdem finde ich es sehr interessant zu beobachten, wie sich sich die Mafia immer weiter entwickelt: Mit der Flüchtlingskrise hat sich für die Mafia ein neues Geschäftsfeld eröffnet. Das Zauberwort heißt emergenza: Notstand. Den gab es ja auch in Deutschland, in jenem Sommer 2015. Und genau davon handelt mein neuer Roman „Bei aller Liebe“.

Und hier auch noch ein Radio-Interview mit mir auf WDR 5 anlässlich Duisburg (etwas mehr als 7 Minuten, Sie schaffen das!)

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„Bei aller Liebe“

Samstag, 05. August 2017

Was soll ich sagen? Ich habe mich über diese Rezension von Günter Keil in der Abendzeitung sehr gefreut – die ich heute durch Zufall gefunden habe und die mir die Bitternis meines letzten Urlaubstages versüßt hat. Grazie, grazie, grazie!

 

Das Geschäft mit dem Leid

Petra Reskis neuer Anti-Mafia-Roman „Bei aller Liebe“ zeigt, wie die Organisation an Flüchtlingen verdient

Dieser Roman ist mutig. Er enthält unangenehme Wahrheiten und gibt verstörende Einblicke. Petra Reski erzählt von dem Milliardengeschäft, das mit den aktuellen Flüchtlingsströmen gemacht wird. Sie berichtet von skrupellosen Schleusern, korrupten Politikern, ängstlichen Staatsanwälten, opportunistischen Journalisten und kriminellen Kirchenmännern.

Vor allem anderen erzählt Reski jedoch von der sizilianischen Mafia, die im Flüchtlingsbusiness eine entscheidende Rolle spielt. Wie sich herausstellt, verdienen Cosa Nostra und die kalabrische ´Ndrangheta auch in Deutschland kräftig am Elend der Flüchtlinge.

Pure Fiktion? Mitnichten. Reskis Romane sind stets umfassend recherchiert und erschreckend realistisch. In ihrem dritten Fall ermittelt Serena Vitale, eine Anti-Mafia-Staatsanwältin aus Palermo, gegen afrikanische Schlepperbanden. Doch dann wird ein deutscher Oberstaatsanwalt in ihrer Heimatstadt ermordet – auf dem Straßenstrich der Transvestiten. Medien und die Polizei gehen von einem Verbrechen aus Leidenschaft aus.

Vitale findet allerdings heraus, dass der Kölner wegen brisanter Mafia-Recherchen nach Sizilien gekommen war. Mit der für sie typischen Energie und Unnachgiebigkeit stürzt sich die schlagfertige Staatsanwältin in die Ermittlungen. Sie setzt Heuchler, Bedenkenträger und Opportunisten unter Druck. Und sie stößt auf Dino Grecco. Der Sohn eines mächtigen Mafiabosses lebt als angeblich seriöser Unternehmer in Deutschland. Schon vor Jahren hatte er mit Cosa-Nostra-Millionen zahlreiche Lagerhallen, Altenheime, Kliniken und Hotels gekauft, die er später gewinnbringend in Flüchtlingsunterkünfte umwandelte. Darüber hinaus gründete er Sicherheitsdienste, Reinigungsfirmen und Catering-Unternehmen, mit denen er Millionenbeträge rund um die Heime erwirtschaftet – ein florierendes Geschäftsmodell.

Die Mafia ist nicht nur struktureller Bestandteil des Geschäfts mit den Flüchtlingen, sondern auch des internationalen Finanzkapitalismus. Obwohl seit Jahren beteuert wird, dass sie ausgerottet sei.

Mit Serena Vitale hat Petra Reski eine umwerfende Figur erschaffen. Die intelligente Staatsanwältin kämpft unermüdlich gegen die Mafia und ihre Unterstützer, gegen das Vergessen und die allgegenwärtige Korruption. Dass sie sich mit ihrem Engagement selbst in Gefahr bringt, nimmt sie in Kauf.

Parallelen zur Autorin sind unübersehbar: auch die vielfach für ihre Texte und Bücher ausgezeichnete Petra Reski wird als Mafia-Expertin bewundert und bedroht. Die 57-jährige wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt in Venedig. Ihre Hauptfigur wird „La crucca“ genannt, die Deutsche. Was Vor- und Nachteile haben kann: „An schlechten Tagen wurde ihr vorgeworfen, unflexibel, phantasielos und pedantisch zu sein. An guten Tagen galt sie als aufrichtig, tiefgründig und verlässlich.“

Mit ihrem Wissen über die Cosa Nostra könnte Petra Reski in ihren Romanen dozieren oder belehren – stattdessen unterhält sie auf hohem Niveau, erzählt trocken, lakonisch und unverblümt. „Bei aller Liebe“ ist ein spannender Kriminalroman, von dem man viel lernt – über das Geschäft mit Flüchtlingen, die Mafia und ihre verhängnisvolle Verbindung nach Deutschland.

Günter Keil

Petra Reski: „Bei aller Liebe“ (Hoffmann und Campe, 318 Seiten, 20 Euro)

Abendzeitung vom 22. 7. 2017

 

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Wienekes Version

Dienstag, 18. Juli 2017

Hier hat jemand ein Problem. Wolfgang W. Wieneke hat sich zu Wort gemeldet. Mit seiner Wahrheit zu „Bei aller Liebe„.

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#Pressefreiheit ist kein Wort. Es ist eine Tat

Donnerstag, 13. Juli 2017

Liebe Freunde, ich möchte Euch nicht vorenthalten, dass es einige gibt, denen der Erfolg meines Crowdfundings ein Dorn im Auge ist – und die mich offenbar mit einem Bankautomaten verwechseln.

„Angeekelt durch die illegalen Veröffentlichungen der Beklagten“ und „die geballte Medienberichterstattung“ kündigte der Anwalt meines Klägers dem Landgericht Erfurt an, dass er „die Klage auf Zahlung einer angemessenen Geldentschädigung bei nächster Gelegenheit auf 20 000 Euro erweitern wird. Mehr als 20 000 Euro hat die Beklagte ja schon für den Rechtsstreit mit dem Kläger schwarmgesammelt.“

Tja, Neid muss man sich eben verdienen. Stay tuned!

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Italien – gegen den Strich

Dienstag, 27. Juni 2017

Chaos, Krise, Schlendrian, dazu eine Bevölkerung, die in schöner Regelmäßigkeit Politclowns vom Schlage Silvio Berlusconis und Beppe Grillos auf den Leim geht: Was in Italien schiefläuft, glaubt man in Deutschland stets besonders gut zu wissen. Und liegt doch meistens ganz weit daneben. 

Vier Mythen auf dem Prüfstand. Von Petra Reski

66 Regierungen in der Nachkriegszeit: Italien ist ein Land im permanenten Krisenmodus

Das mag von außen so scheinen. Doch auch wenn die Regierungen wechseln, die Gesichter sind meist jahrzehntelang die gleichen. Das Zauberwort dafür heißt „Trasformismo“. Was klingt wie eine Zeitenwende, bedeutet das genaue Gegenteil: Scheinwandel. Die 66 italienischen Nachkriegsregierungen sind kein Ausdruck mediterranen Wankelmuts, sondern die Verkörperung der Maxime aus Tomasi di Lampedusas Roman „Der Gepard“: „Alles ändert sich, damit alles bleibt, wie es ist.“

Fast 50 Jahre lang wurde Italien ununterbrochen von der Democrazia Cristiana regiert, und wäre die Mauer nicht gefallen, wäre sie wahrscheinlich immer noch an der Macht. Auf das glücklose, vom Mailänder Parteispendenskandal beendete Intermezzo der Sozialisten folgte die fast 20-jährige Herrschaft von Silvio Berlusconi. Die Namen der Parteien ändern sich, die Protagonisten bleiben dieselben.

Auch wenn Berlusconis Forza Italia vorübergehend Popolo della Libertà hieß und der Partito Democratico (PD) seinen Namen erst trägt, seitdem sich die aus der Kommunistischen Partei hervorgegangenen Linksdemokraten 2007 mit den ehemaligen Christdemokraten namens Ulivo und Margherita arrangieren konnten, gilt: Wer einmal in das italienische Parlament eingezogen ist, bleibt dort sitzen, bis er das Zeitliche segnet.

Der mit 94 Jahren verstorbene Giulio Andreotti war an 33 Regierungen beteiligt, sieben Mal davon als Ministerpräsident. Silvio Berlusconi nähert sich seinem 81. Geburtstag und hegt die berechtigte Hoffnung, mit 83 Jahren wieder in den Senat einzuziehen, wenn die über ihn verhängte fünfjährige Sperre für alle öffentlichen Ämter aufgehoben wird. Oder der einstige Staatspräsident Giorgio Napolitano, einer der Archaeopteryxe der italienischen Politik: Der 92-Jährige gehört dem Parlament seit 1953 an, er war neun Jahre lang Staatspräsident, ist heute Senator und immer noch ein gefürchteter Souffleur hinter den Kulissen der Politik. Der einstige Kommunistenchef Massimo D’Alema sitzt seit 1987 als Abgeordneter im Parlament, wo er sowohl Ministerpräsident als auch Außenminister war. Und der heutige Außenminister Angelino Alfano saß bereits 1995, mit 25 Jahren, für Berlusconis Forza Italia im sizilianischen Regionalparlament und zog 2001 ins italienische Parlament ein, wo er Innenminister und Justizminister wurde, bevor er ins Außenamt berufen wurde. Selbst Matteo Renzi war kein Neuling in der italienischen Politik, als er 2014 so glanzvoll gegen Enrico Letta intrigierte, dass er zum 27. Regierungschef ernannt wurde: Er wurde schon mit 21 Jahren 1999 zum Provinzsekretär des christdemokratischen Partito Popolare Italiano ernannt, der Partei seines Vaters und des späteren christdemokratischen Flügels der PD.

Silvio Berlusconi konnte sich nur dank seines Medienmonopols so lange an der Macht halten

Irrtum. Natürlich, im fernsehsüchtigen Italien des Jahres 1994 war es für Berlusconi von Vorteil, sämtliche Privatsender zu besitzen. Aber ohne die heimliche große Koalition mit der (vermeintlichen) Opposition – von den Italienern als „Inciucio“, das große Mauscheln, geschmäht – hätte sich Berlusconi niemals so lange an der Macht halten können. Die damals größte Oppositionspartei, der Partito Democratico, hat Berlusconi den Erfolg nie streitig gemacht. Rechts arrangiert sich mit Links, das war schon unter Andreotti so, das war unter Berlusconi nicht anders, und das setzte sich unter Matteo Renzi fort.

Als Berlusconi 1992 kurz nach den Attentaten gegen die Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino mithilfe seiner rechten Hand, dem inzwischen als Mafiakomplizen verurteilten Marcello Dell’Utri, seinen Einzug in die Politik vorbereitete und sich den Italienern bei den Wahlen 1994 als neue politische Kraft präsentierte, befanden sich die etablierten politischen Parteien im Orkus der Geschichte und des Mailänder Schmiergeldskandals: Der Partito Comunista d’Italia war nach dem Mauerfall geschwächt, die Sozialisten waren korrupt, und 1993 hatte der Prozess gegen einen der wichtigsten Repräsentanten der Democrazia Cristiana, Giulio Andreotti, wegen dessen Zusammenarbeit mit der Mafia begonnen. Also warfen sich die Italiener Berlusconi in die Arme, weil der, wie es damals hieß, „zu reich ist, um uns beklauen zu müssen“.

In jenen Jahren waren die Wahlen in Italien so spannend wie in der DDR zu Erich Honeckers Zeiten. Die Linken arbeiteten sich an Berlusconi ab – allerdings nicht in Auflehnung, sondern in Annäherung. Massimo D’Alema rühmte Silvio Berlusconi als „ernsthaften Reformator“, regierte als Ministerpräsident in schönster Eintracht mit ihm und half tatkräftig dabei mit, das Mafiakronzeugengesetz abzuschaffen, das ein Stachel im Fleisch der Mafia war. Der glücklose Oppositionskandidat Walter Veltroni kündigte gemeinsame Reformen mit Berlusconi an, genau wie der einstige Oppositionsführer Pier Luigi Bersani.

Ein eklatantes Beispiel für das „große Mauscheln“ war 2009 zu besichtigen, als die linke Opposition indirekte Hilfe leistete, ein gigantisches Steueramnestiegesetz durchzubringen: Die von Berlusconi geführte Regierungsmehrheit stimmte dafür, im Ausland geparktes Schwarzgeld gegen einen geringen Steuerobolus von 5 Prozent nach Italien zu holen. Ein Gesetz, maßgeschneidert nicht nur für Steuerflüchtlinge und Bilanzfälscher, sondern vor allem für die Mafia. Bei der Abstimmung über die Verfassungskonformität des Gesetzes fehlten die nötigen Stimmen der Opposition, um das Gesetz zu verhindern – 24 Abgeordnete der Linksdemokraten waren entweder gerade beim Arzt oder in Spanien oder hatten angeblich nicht begriffen, wie wichtig diese Abstimmung war.

Im Sommer 2010, als Berlusconis Popolo della Libertà nach dem Parteiausschluss des Rechtskonservativen Gianfranco Fini implodiert war – ohne Finis Anhänger hatte man keine Mehrheit mehr im Parlament – forderte die Opposition keine Neuwahlen, sondern verfiel in Schockstarre. Man hatte sich einigermaßen bequem in der Machtlosigkeit eingerichtet, und als man dann unter Romano Prodi ein Gesetz zum Interessenkonflikt zwischen dem Ministerpräsidentenamt und Berlusconis Position als größtem Medienunternehmer des Landes auf den Weg hätte bringen können, ließ man diese Gelegenheit verstreichen. Nur so war es möglich, dass Berlusconi nicht nur einmal, nicht zweimal, sondern dreimal wiedergewählt wurde, obwohl die besten Investigativjournalisten unermüdlich Beweise für seine Mafiaverflechtungen, Richterbestechungen, Bilanzfälschungen, Offshore-Gesellschaften, Geheimlogen und seine 40 Ad-Personam-Gesetze präsentierten.

Auch die letzte Regierung Berlusconi stürzte nicht, weil sie von der Opposition zu Fall gebracht wurde, sondern weil die Europäische Zentralbank, die EU und die anderen Europäer Berlusconi nicht mehr trauten. Staatspräsident Napolitano, der stets ein großer Freund der Amerikaner und damit der Banken war, beförderte den Cavaliere schließlich aus dem Amt.

Matteo Renzi bleibt der Hoffnungsträger Italiens

Nun ja. Als Ministerpräsident wurde Matteo Renzi von der gesamten Auslandspresse bejubelt. Doch das hat viel mit dem Copy&Paste-Prinzip der Auslandsberichterstattung zu tun. Die Ovationen für Renzis Verfassungsreform, die Jubelarien für Renzis Ankündigungen, Hashtags und Facebook-Posts – all das war stets am Vortag in den italienischen Medien zu lesen. Medien, die in überwältigender Mehrheit Parteien, parteinahen Unternehmensverbänden, parteinahen Industriellen und vorbestraften Multimilliardären mit eigener Partei gehören. Und die staatlich subventioniert werden, was zu gewissen Liebesdiensten stimuliert.

Die Auslandskorrespondenten werden erleichtert gewesen sein, als Renzi nach seinem Rücktritt infolge der krachend gescheiterten Verfassungsreform bei den Urwahlen der PD wieder als Generalsekretär bestätigt wurde. Verschwiegen wird jedoch, dass der selbsternannte Verschrotter, der alle loswerden wollte – die politische Führungsklasse, die Gewerkschaften, die linken Parolen, die „Theoretiker des Mauschelns mit Berlusconi“ – sein Machtsystem auf der Freundschaft zu einem gewissen Denis Verdini aufgebaut hat. Dieser war nicht nur Berlusconis Verbündeter, sondern gilt auch als Vertrauensmann der in Italien einflussreichen Freimaurer: Als Berlusconis Macht verblasste, sprang Verdini auf den Renzi-Zug auf – im Gepäck ein Schuldspruch wegen Korruption und fünf laufende Klagen: Verdacht auf kriminelle Vereinigung, Korruption, betrügerischer Bankrott, einfacher und schwerer Betrug.

Verdini verhalf Matteo Renzi erst zu einem Mittagessen in Berlusconis Villa Arcore und schließlich zum „Pakt des Nazareno“: So genannt nach der Parteizentrale der PD, in der sich Renzi mit Berlusconi traf, um die gemeinsame Basis für weitere Kooperation zu schaffen.

Renzi setzt die Zusammenarbeit mit Berlusconi nun als Nazareno 2 fort, weil sich das von ihm konzipierte Wahlrecht „Italicum“ zum Eigentor entwickelt hat: Um die Neigung der Linken zur Gründung von Miniparteien zu beenden, sollte keine Parteienkoalition, sondern eine Partei, die mit 40 Prozent aller Stimmen gewählt wird, mit dem „Mehrheitsbonus“ von 55 Prozent aller Parlamentssitze belohnt werden. Würden die 40 Prozent im ersten Wahlgang nicht erreicht werden, wären die beiden stärksten Parteien gegeneinander angetreten.

Bei einer Stichwahl hätte allerdings nicht Renzis PD, sondern die Fünf-Sterne-Bewegung die Nase vorn. Um diesen Worst Case zu verhindern, wird mit Berlusconi weiter gemauschelt – wie in den vergangenen 20 Jahren.

Die Italiener laufen auch jedem Rattenfänger nach: erst Silvio Berlusconi, jetzt Beppe Grillo

Langsam, ganz langsam. Stellen wir uns einmal vor, wir würden in einem Land leben, das 40 Jahre lang von Giulio Andreotti regiert wurde und danach 20 Jahre lang von Silvio Berlusconi. Ein Land, in dem nahezu täglich Politiker des Establishments wegen Betrugs, Korruption, Mafiaunterstützung und sonstiger Lappalien festgenommen werden und in dem es zwei Jahrzehnte lang keine echte Opposition gab, weil diese sich bestens mit Berlusconi arrangiert hatte.

Ein Land, in dem 40 Prozent der Jugendlichen arbeitslos sind (im Süden sogar bis zu 70 Prozent), in dem die Staatsverschuldung mehr als 130 Prozent des Bruttosozialprodukts beträgt, in dem täglich Betriebe Konkurs anmelden und sich kleine und mittlere Unternehmer aufhängen, wenn sie von den Banken keine Kredite mehr bekommen.

Stellen wir uns weiter vor, dass der wegen seiner Kritik an der politischen Kaste beliebteste politische Kabarettist im Netz die Idee von Meet-ups lanciert: kleine, renitente Zellen, die gegen Feinstaub kämpfen oder gegen die Privatisierung des Wassers, gegen die Mafia in der Müllbeseitigung und gegen den Hochgeschwindigkeitszug. Es geht um Ökonomie und Ökologie, um Politik und Konsum und um Fortschritt, der keiner ist.

Genau das tat Beppe Grillo, Starkomiker, Umweltschützer und Antichrist der italienischen Politik, der wegen seiner Kritik an Ministern und Ministerpräsidenten aus dem öffentlichen Fernsehen verbannt wurde und fortan durch Italiens Theater zog. Innerhalb von nur drei Monaten zählten Grillos Meet-ups bereits 7000 Mitglieder, vorwiegend junge Leute.

Als es im Jahr 2005 in Turin zum ersten landesweiten Treffen von Beppe Grillos Meet-ups kam, nahm kaum jemand davon Notiz. Weder Il Giornale und Libero, die Hauspostillen Berlusconis, noch die Repubblica, der Espresso des Finanziers Carlo De Benedetti oder die Turiner Stampa der Familie Agnelli verloren darüber ein Wort.

Als sich dann 2007 in Bologna 50 000 Italiener bei Grillos erstem Vaffanculo- Day (Haut-ab-ihr-Ärsche-Tag) versammelten, um die Parteien dazu aufzufordern, vorbestraften Parlamentariern das Mandat zu entziehen, rangen sich die Zeitungen ein paar Zeilen über diese Kuriosität ab. Repubblica-Herausgeber Eugenio Scalfari schauderte und schrieb: „Hinter dem Grillismus sehe ich widerwärtigstes Law and Order; ich sehe dahinter die Diktatur“, und der Espresso fühlte sich an Mussolini erinnert. Der Corriere della Sera bezeichnete Grillo als „Person mit brutaler Gier“ und die Stampa beschied: „In einem normalen Land wäre der V-Day auf den Unterhaltungsseiten besprochen worden.“

Im Jahr 2009 wurde die Fünf-Sterne-Bewegung in Mailand gegründet, benannt nach den fünf Leit-„Sternen“ (Wasser, Umwelt, Transport, Internet, Entwicklung) ihres Gründungsprogramms. Eigentlich tat Grillo nichts anderes, als die resignierten Italiener zur Selbsthilfe aufzufordern. Genau deshalb werden die Aktivisten der Fünf-Sterne-Bewegung heute von den etablierten Parteien so gefürchtet: Weil sie beweisen, dass eine Revolution von unten möglich ist.

Bei den Parlamentswahlen 2013 stimmte ein Viertel der Italiener für sie: Eine Bewegung, die kein Geld hat, keine Fernsehsender, keine Tageszeitung, kein Verlagshaus, keine Banken, schaffte es, stärkste Partei zu werden. Für Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung stimmten enttäuschte Linke und enttäuschte Berlusconi- und Lega-Wähler, kurz: alle, die hofften, dass sich endlich etwas ändert in einem Land, das zweigeteilt ist.

Ein Land, in dem auf der einen Seite wohlhabende Rentner leben, staatliche Angestellte mit üppigen Monatsgehältern, dank Parteiklüngel reich gewordene Politiker und Unternehmer, und auf der anderen Seite junge Italiener, deren einzige Gewissheit ist, nie einen festen Job zu bekommen.

Zweifellos ist es der Fünf-Sterne-Bewegung zu verdanken, dass ein Rechtsruck à la Frankreich in Italien ausblieb. Die Fünf-Sterne-Bewegung betrachtet ein politisches Mandat als „Zivildienst“. Der darf ein, zwei Legislaturperioden dauern, dann müssen neue Kandidaten gewählt werden. Die Abgeordneten und Senatoren der Fünf Sterne unterscheiden sich von den anderen italienischen Parlamentariern (vorerst) dadurch, dass sie nicht mit der Mafia zusammenarbeiten und keine Vorstrafen haben. Und vielleicht liegt genau darin das Problem.

In den Medien des Mainstreams ist kein Halten mehr, seitdem die „Grillini“ in das italienische Parlament eingezogen sind. Nahezu täglich werden die Sympathisanten der Fünf-Sterne-Bewegung wahlweise als Faschisten, Berlusconi-Anhänger, Lega-Anhänger, geistig Behinderte, Pädophile, Terroristen, Feiglinge, Idioten, Diebe, Rassisten, Antidemokraten, Impotente, Scheißdreck, Scheintote oder Schweine geschmäht.

Was kein Problem wäre, wenn die Schmähungen nicht auch von den deutschen Medien verbreitet würden. Wie hätte man in Deutschland reagiert, wenn die italienische Presse den Einzug der Grünen in den Deutschen Bundestag Anfang der 1980er Jahre mit ebenso viel Häme bedacht hätte? An Heterogenität konnten es die deutschen Grünen mitsamt ihrer Ex-Generäle, romantischen Pazifistinnen und grenzwertigen Naturschwärmern mit der Fünf-Sterne-Bewegung sicher bestens aufnehmen. Und doch haben sie es mehr als jede andere deutsche Partei geschafft, die politische Kultur unseres Landes zu verändern.

Der in Bologna lehrende Politologe Piero Ignazi sagt über Grillos Fünf-Sterne- Bewegung, sie sei weder utopisch noch populistisch. Vielmehr handele es sich um einen pragmatischen Protest, der von Grillo in ein Medienspektakel umgewandelt werde. Hinter dem Protest und Grillos Show fänden sich jedoch sehr viele gute Ideen: Was ist schlecht daran, für die Umwelt zu kämpfen, für mehr Meinungsfreiheit, gegen die Verschwendung öffentlicher Gelder?

Die Italiener hätten es zumindest verdient, dass die gleiche Nachsicht, die in deutschen Medien gegenüber den für Italiens desaströse Lage verantwortlichen Politikern, Bankern und Wirtschaftsbossen geübt wird, auch gegenüber einer neuen demokratischen politischen Kraft aufgebracht wird.

Petra Reski lebt seit 1991 als freie Autorin und Schriftstellerin in Venedig.

(erschienen in: Internationale Politik IP • Juli / August 2017)

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Pressefreiheit ist kein Wort. Es ist eine Tat. 2

Mittwoch, 14. Juni 2017

Hurra: Wir sind über die 20 000-Euro-Marke hinausgeschossen! (Auch dank der Unterstützer, die nicht über generosity-link, sondern per Banküberweisung gespendet haben) Ich möchte Ihnen/Euch allen danken. – dafür, dass ich mich nicht alleine fühlen muss, für Eure Aufmerksamkeit, für Euer Engagement. Es hat mich bewegt. „Non tutti i mali vengono per nuocere“, sagt man in Italien: Nichts ist so schlecht, als dass es nicht auch für irgendetwas gut wäre.

Mein Crowdfunding habe ich auch im Europäischen Parlament erwähnt, als ich vor kurzem über Mafia+Medien+Meinungsfreiheit in Deutschland gesprochen habe. Die italienische Fünfsterne-Bewegung hatte mich zur Tagung „Die Zukunft der Information: Zwischen Meinungsfreiheit und Fake News“ eingeladen. Es ging um Fragen wie: Wer darf feststellen, wann eine Meldung „Fake News“ ist oder nicht? Sollen Inhalte von Social Media entfernt werden und wenn ja, wer entscheidet wie darüber? Wer hat das Recht zur Zensur? Und ja, Zensur, ähem, natürlich, nennt sich nicht so, wenn Bücher über die Mafia in Deutschland auf Geheiß deutscher Gerichte geschwärzt, Artikel und Filme gelöscht werden. Kommt aber aufs Gleiche heraus.

Wie es weitergeht? Ich werde updates über die ausstehenden gerichtlichen Auseinandersetzungen posten. Wenn alles (hoffentlich) vorbei ist, werde ich eine Bilanz erstellen: über die Gelder der Schwarmsammlung, die Rechtskosten, über das, was (hoffentlich) übrig bleibt und wem es gespendet werden soll.

Love you all.

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Mafia, Medien und Meinungsfreiheit

Samstag, 03. Juni 2017

Am 8. Juni werde ich im Europäischen Parlament über Mafia+Medien+Meinungsfreiheit reden – auf Einladung der italienischen Fünfsterne-Bewegung, die eine Tagung zum Thema „Die Zukunft der Information: Zwischen Meinungsfreiheit und Fake News“ veranstaltet.

Stay tuned!

 

 

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Thüringer Palmen

Freitag, 26. Mai 2017

Heute ist der TAZ ein sehr aufschlussreicher Artikel erschienen, mit der schönen Überschrift „Thüringer Palmen“, der von dem Schmerzensgeldprozess des italienischen Gastronomen gegen den MDR handelt, der auch mich verklagt hat. Das mit den Palmen war eine schöne Metapher von Leonardo Sciascia: Aufgrund der Erderwärmung würden Palmen in absehbarer Zeit auch an Orten wachsen, an denen sie heute undenkbar seien. Und genau so verhalte es sich mit der Verbreitung der Mafia.

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