Kategorie: Mafia in Deutschland

Kleines Update zur Sommerpause

Mittwoch, 26. Juli 2017

Liebe Freunde und Unterstützer,

bevor Sie in die Ferien fahren, bereits im Liegestuhl liegen oder schon wieder zurückgekehrt sind, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass das Landgericht Leipzig einen Antrag auf Verhängung eines Ordnungsgeldes gegen mich zurückgewiesen hat. Der Kläger war der Ansicht, dass ich mit der Veröffentlichung des FAZ-Artikels von Andreas Rossmann auf meiner Webseite gegen das gegen mich erlassene Urteil verstoßen hätte. Gegen diesen Beschluss hat der Kläger Beschwerde eingelegt.  Anhängig sind jetzt noch die Klage auf Geldentschädigung und meine Klage gegen Jakob Augstein, die am 29. September in Hamburg verhandelt wird.

Außerdem, was mich am meisten freut, ist am 18. Juli mein neuer Roman erschienen: „Bei aller Liebe“, der von Mafia, Medien und Migranten handelt.

Protagonisten sind wie immer die sizilianische Antimafia-Staatsanwältin Serena Vitale und der von der Medienkrise gebeutelte deutsche Investigativjournalist Wolfgang W. Wieneke, der sich übrigens darüber empört, von mir mit Klarnamen genannt zu werden.

In der Hoffnung, Ihnen beim nächsten Update nur gute Nachrichten verkünden zu können, grüßt Sie herzlich und unbeirrbar positiv gestimmt, Petra Reski

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Bei aller Liebe. Endlich.

Samstag, 15. Juli 2017

Ist immer so ein intimer Moment, wenn man DAS BUCH, mit dem man mehr als ein Jahr verbracht hat, zum ersten Mal in der Hand hält. Wenn es sich aus einer Word-Raupe endlich in einen Roman verwandelt hat, den man in der Hand halten kann und dessen Rücken knackt, wenn man ihn zum ersten Mal aufschlägt. Als Motto ein paar Zeilen von Leonardo Cohen: „First we take Manhattan/Then we take Berlin“. Gewidmet habe ich den Roman Giovanni Spampinato, der 1972 von der Mafia ermordet wurde. Ab Dienstag in allen Buchhandlungen, yes.

Serena Vitale lässt Euch alle schön grüßen (Habe sie kürzlich mal wieder in Palermo interviewt, sie war verzickt wie immer, aber am Ende habe ich sie milde gestimmt, weil ich ihr eine besonders schöne Heiligenfigur mitgebracht habe: Sant’Ivo, Schutzheiliger der Staatsanwälte. Dass er aber erst vierundvierzig Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen wurde, wusste sie schon)

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Pressefreiheit ist kein Wort. Es ist eine Tat. 2

Mittwoch, 14. Juni 2017

Hurra: Wir sind über die 20 000-Euro-Marke hinausgeschossen! (Auch dank der Unterstützer, die nicht über generosity-link, sondern per Banküberweisung gespendet haben) Ich möchte Ihnen/Euch allen danken. – dafür, dass ich mich nicht alleine fühlen muss, für Eure Aufmerksamkeit, für Euer Engagement. Es hat mich bewegt. „Non tutti i mali vengono per nuocere“, sagt man in Italien: Nichts ist so schlecht, als dass es nicht auch für irgendetwas gut wäre.

Mein Crowdfunding habe ich auch im Europäischen Parlament erwähnt, als ich vor kurzem über Mafia+Medien+Meinungsfreiheit in Deutschland gesprochen habe. Die italienische Fünfsterne-Bewegung hatte mich zur Tagung „Die Zukunft der Information: Zwischen Meinungsfreiheit und Fake News“ eingeladen. Es ging um Fragen wie: Wer darf feststellen, wann eine Meldung „Fake News“ ist oder nicht? Sollen Inhalte von Social Media entfernt werden und wenn ja, wer entscheidet wie darüber? Wer hat das Recht zur Zensur? Und ja, Zensur, ähem, natürlich, nennt sich nicht so, wenn Bücher über die Mafia in Deutschland auf Geheiß deutscher Gerichte geschwärzt, Artikel und Filme gelöscht werden. Kommt aber aufs Gleiche heraus.

Wie es weitergeht? Ich werde updates über die ausstehenden gerichtlichen Auseinandersetzungen posten. Wenn alles (hoffentlich) vorbei ist, werde ich eine Bilanz erstellen: über die Gelder der Schwarmsammlung, die Rechtskosten, über das, was (hoffentlich) übrig bleibt und wem es gespendet werden soll.

Love you all.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Mafiaparadies Deutschland

Sonntag, 04. Juni 2017

Wenn sogar in der Heute-Show angekommen ist, dass Deutschland ein Mafiaparadies ist,

eingebunden mit Embedded Video

YouTube Direkt

müssen wir dann etwa befürchten, dass hier auch noch strenge Geldwäschegesetze durchgesetzt werden sollten, so wie es italienische Antimafia-Staatsanwälte und deutsche Strafrechtler schon seit Jahren fordern? Um Gottes willen. Dank Don Wolfgang darf die Mafia weiterhin für den Wirtschaftsstandort Deutschland sorgen. Weshalb wir jetzt mit den besten Grüßen in ein Erfurter Mafia-Lokal umschalten, wo gerade Deutschlands neues Geldwäsche-Gesetz gefeiert wird.

eingebunden mit Embedded Video

YouTube Direkt

P.S.: Nicht, dass die Heute-Show am Ende auch noch verklagt wird.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Mafia, Medien und Meinungsfreiheit

Samstag, 03. Juni 2017

Am 8. Juni werde ich im Europäischen Parlament über Mafia+Medien+Meinungsfreiheit reden – auf Einladung der italienischen Fünfsterne-Bewegung, die eine Tagung zum Thema „Die Zukunft der Information: Zwischen Meinungsfreiheit und Fake News“ veranstaltet.

Stay tuned!

 

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Thüringer Palmen

Freitag, 26. Mai 2017

Heute ist der TAZ ein sehr aufschlussreicher Artikel erschienen, mit der schönen Überschrift „Thüringer Palmen“, der von dem Schmerzensgeldprozess des italienischen Gastronomen gegen den MDR handelt, der auch mich verklagt hat. Das mit den Palmen war eine schöne Metapher von Leonardo Sciascia: Aufgrund der Erderwärmung würden Palmen in absehbarer Zeit auch an Orten wachsen, an denen sie heute undenkbar seien. Und genau so verhalte es sich mit der Verbreitung der Mafia.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

In memoriam Giovanni Falcone (1939 – 1992)

Donnerstag, 25. Mai 2017
DIENSTAG, 23. MAI 2017
FAZ-FEUILLETON
In Deutschland gehört selbst die Mafia zum Markt
Die Mafia-Morde von 1992 beben bis heute nach, aber hierzulande wird die Gefahr immer noch sträflich unterschätzt / Von Petra Reski

Wie jedes Jahr wird in Palermo heute um 17.56 Uhr und 48 Sekunden Nini Rossos Trompetensolo „Il silenzio“ ertönen. Als die 572 Kilo schwere Bombe am 23. Mai 1992 in einem Abflussrohr unter der Autobahn vom Flughafen in die sizilianische Hauptstadt unweit von Capaci explodierte und den Richter Giovanni Falcone zusammen mit seiner Frau und drei Leibwächtern tötete, verzeichneten die Messstationen sizilianischer Seismographen die Bombenexplosion als ein kleines Erdbeben, mit Epizentrum bei Capaci. 57 Tage später, am 19. Juli 1992, wird Falcones Freund und Kollege Paolo Borsellino vor dem Haus seiner Mutter in die Luft gesprengt – zusammen mit seinen fünf Leibwächtern.

Die Nachbeben dieser Attentate sind in Italien bis heute zu spüren. Für viele Italiener sind die Morde an Falcone und Borsellino das Kainsmal der Republik. Niemand glaubt ernsthaft daran, dass ein halbes Dutzend Analphabeten in der Lage war, Attentate mit einer Präzision auszuführen, die selbst die Sprengstoffexperten des CIA vor Neid erblassen ließ. Wie immer wird an der Magnolie unter Falcones Wohnhaus in der Via Notarbartolo in Palermo die Nationalhymne gesungen, wie immer werden Politiker Reden halten – und wie immer werden sich viele Anti-Mafia-Staatsanwälte von diesem „Schaulaufen“ fernhalten.

In Deutschland erinnert sich kaum jemand daran, dass der letzte anonyme Brief mit einer Morddrohung für Falcone in Wuppertal abgestempelt wurde. Und dass Paolo Borsellinos letzte Reise vor seinem Tod nach Deutschland führte, wo er einen der Killer des jungen sizilianischen Staatsanwaltes Rosario Livatino verhörte, die in Leverkusen, Mannheim und Köln lebten. Sowohl Giovanni Falcone als auch Paolo Borsellino versuchten bis zu ihrem Tod die Hintergründe der Ermordung Livatinos zu ermitteln, der stets davon gesprochen hatte, dass man nach Deutschland gehen müsse, um die „neue Mafia“ zu verstehen. 1990 war Giovanni Falcone mit seinem neapolitanischen Kollegen Franco Roberti nach Düsseldorf gereist, um einen Waffen- und Sprengstoffhandel zwischen Italien und Solingen aufzuklären. Roberti, der heute Italiens nationale Anti-Mafia-Ermittlungsbehörde leitet, erinnert sich daran, dass es Falcone bereits damals um mehr ging: Er wollte verstehen, wie es der Cosa Nostra gelungen war, in Deutschland Wurzeln zu schlagen. Mit der ihm eigenen Weitsicht habe Falcone dafür plädiert, gemeinsam zu ermitteln und dauerhaft einen Informationskanal einzurichten, sei aber auf „eine Mauer aus eisiger Höflichkeit und totaler Kommunikationslosigkeit“ gestoßen: „Das Ergebnis unseres Rechtshilfeersuchens waren drei Verhörprotokolle, ausgeführt von einem deutschen Richter, gestempelt und versiegelt – und komplett nutzlos“, sagte Roberti. Die einzige Sorge der Deutschen sei die Angst vor einem Attentat gewesen, weshalb man bemüht gewesen sei, Falcone in einer Kaserne unterzubringen – was dieser aber rüde ablehnte und auf einem Hotelzimmer bestand.

Als der sizilianische Generalstaatsanwalt Roberto Scarpinato 22 Jahre später auf Einladung des Bundes deutscher Kriminalbeamter nach Deutschland kommt, berichtet er zum Erstaunen der anwesenden Presse von einem Italiener, der in Solingen als Unternehmer glänzte, in Italien als international tätiger Drogenhändler zu zwanzig Jahren Haft verurteilt wurde – und dessen Unternehmen in Deutschland weiter florierte. Die Deutschen erwiesen sich als beratungsresistent und verteidigten ihre heiligen Kühe: Abhören ist praktisch unmöglich und Mafia-Zugehörigkeit kein Strafdelikt. Anders als in Italien, wo die alleinige Zugehörigkeit bereits bestraft wird, muss in Deutschland die konkrete Vorbereitung einer Straftat nachgewiesen werden.

In der Praxis bedeutet das, dass die heutige, neoliberal geprägte, „marktwirtschaftliche“ Mafia, die zum internationalen Anbieter illegaler Güter (Drogen, Waffen, billige Arbeitskräfte) und Dienstleistungen (Investitionskapital, illegale Giftmüllbeseitigung) aufgestiegen ist, in Deutschland als Bestandteil des Marktes geschätzt wird. Dass niemand nachfragt, woher das Geld kommt, dafür sorgt die Beweislastumkehr: Der Polizist muss nachweisen, dass das Geld aus schmutzigen Quellen stammt, kann aber nicht einfach auf Verdacht ermitteln, anlassunabhängige Finanzermittlungen sind in Deutschland nicht erlaubt. Mafia-Güter zu beschlagnahmen ist nur theoretisch möglich, praktisch aber nicht, denn anders als in Italien, wo Güter bereits konfisziert werden können, wenn nur der Verdacht auf Mafia-Zugehörigkeit besteht, kann das in Deutschland erst dann geschehen, wenn ein definitives, letztinstanzliches Urteil wegen Mafia-Zugehörigkeit vorliegt. Was bei Mafiosi, die seit vierzig Jahren in Deutschland leben und gegen die in Italien nicht ermittelt wird, gar nicht der Fall sein kann. Aber nicht nur italienische Strafverfolger wundern sich, auch deutsche: „Für die Verbrecherkartelle ist Deutschland das gelobte Land, weil unsere Justiz die Aktivität der Mafia völlig unterschätzt“, schreibt Egbert Bülles, langjähriger Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität des Kölner Justizzentrums, in seinem Buch „Deutschland, Verbrecherland?“.

Im Juli 2015 wurden acht mutmaßliche ’ndranghetisti im Bodenseeraum festgenommen, Männer im Alter zwischen vierzig und 69 Jahren. Die Ermittlung hieß „Rheinbrücke“, die ersten Verhaftungen gingen zurück auf die Operation Crimine, als 340 Mitglieder der kalabrischen Mafia in der ganzen Welt verhaftet und ’ndrangheta-Zellen in Italien, Australien, Kanada, Deutschland und der Schweiz entdeckt wurden. Im deutschen Grenzgebiet zur Schweiz, in Singen, Rielasingen und Radolfzell, aber auch in Ravensburg und Frankfurt sowie in Frauenfeld und Zürich wickelten voll funktionstüchtige Clans ihre Geschäfte ab.

„Wichtiger Schlag gegen Mafia-Schläfer“ war in der deutschen Presse zu lesen. Tatsächlich ist es aber nicht die Mafia, die schläft, sondern Deutschland. Denn vier Monate später wurden sieben der mutmaßlichen ’ndranghetisti vom Oberlandesgericht Karlsruhe wieder freigelassen, weil die Verjährungsfrist für die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Deutschland nur fünf Jahre beträgt.

Und als die italienische Polizei vor wenigen Wochen aufdeckte, dass der kalabrische Clan Arena Millionen an einem Flüchtlingszentrum in Crotone verdiente, erinnerte sich in Deutschland niemand mehr daran, dass derselbe Clan hier seit langem ungestört glänzende Geschäfte macht: 2008 fiel der Clan in der Wahlfälschungsaffäre um den Senator Nicola di Girolamo auf, der nur durch die Stimmen der ’ndrangheta in Deutschland 2008 als Abgeordneter der Auslandsitaliener in den Senat einziehen konnte. Im Frühjahr 2010 wurde der Senator als Protagonist eines gigantischen Geldwäscheskandals festgenommen. Di Girolamo war dank der tatkräftigen Vermittlung des Clans Arena gewählt worden, dessen Wahlhelfer die Wahlzettel fälschten. So war es dem bis dahin völlig unbekannten, politisch zuvor nie aktiven römischen Rechtsanwalt Di Girolamo gelungen, sich als Kandidat der in Europa lebenden Auslandsitaliener aufstellen zu lassen und auf Anhieb 25000 Stimmen zu erlangen – darunter auffallend viele aus Stuttgart und Umgebung.

Und im Jahr 2012 fiel der Clan Arena in den Ermittlungen rund um den Windpark Isola Capo Rizzuto auf: Die mit Steuergeldern gerettete HSH-Nordbank hatte mit 200 Millionen Euro den Windpark in Kalabrien finanziert, der vom Clan Arena betrieben wurde, worüber der für Deutschland zuständige Staatsanwalt Carlo Caponcello vor der italienischen Anti-Mafia-Kommission berichtete: „Den Deutschen muss klargemacht werden, dass die Gefahr nicht abstrakt, sondern ganz konkret ist. Die ’ndrangheta ist auch in der Schweiz und in Belgien präsent – aber ohne die Situation zu überschätzen, können wir sagen, dass Deutschland das bevorzugte Ziel ist.“

Wie günstig sich die deutschen Gesetze für die Mafia auswirken, wissen in Deutschland alle Journalisten, die einmal den Versuch unternommen haben, Ross und Reiter zu nennen. Falls sie nicht bereits von den Justitiaren daran gehindert wurden, werden sie sich vor Gericht wiedergefunden – und ihren Prozess verloren haben.

Wenn man bei Google den Suchbegriff „Falcone Deutschland“ eingibt, lautet das Ergebnis übrigens: „Moto Guzzi Falcone-Club Deutschland“. Seliges Deutschland, könnte man meinen.

Petra Reski hat mehrere Bücher und viele Zeitungsartikel über die Mafia geschrieben. Unlängst verlor sie vor einem deutschen Gericht, weil sich ein von ihr namhaft gemachter Erfurter Restaurant-Besitzer in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sah.

Das Grab von Giovanni Falcone befindet sich übrigens in Palermo seit kurzem in der Kirche von San Domenico. Die Schwester von Giovanni Falcone hat darauf bestanden, ihren Bruder in das „Pantheon der berühmten Sizilianer“ umzubetten – wo er nun an der Seite von sizilianischen Heimatdichtern und sizilianischen Juristen des Risorgimento ruht – und so von seiner Frau Francesca Morvillo getrennt wurde, Staatsanwältin auch sie. Mit der Falcone nicht nur im Leben, sondern auch im Tod vereint war: Sie ist bei dem Attentat auf Falcone ebenfalls ums Leben gekommen.

Tja. Feinfühligkeit ist nicht jedem gegeben.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Tja.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Dieses Bild von Paolo Borsellino hängt auf dem Flur der Antimafia-Staatsanwaltschaft im Justizpalast von Palermo. Am letzten Tag meiner Recherche habe ich (mal wieder) den Antimafia-Staatsanwalt Antonino Di Matteo interviewt. Am Rande des Interviews habe ich ihm vom Erfolg meiner Crowdfunding-Aktion erzählt. Er war begeistert von der Anteilnahme – und konnte kaum glauben, dass Journalisten, die über die Mafia in Deutschland geschrieben haben und verklagt wurden, systematisch ihre Prozesse verlieren.

„Wie kann es sein“, fragte er, „dass dafür jegliche Sensibilität fehlt? Es handelt sich doch ganz eindeutig um eine Drohkulisse. Das muss man doch verstehen.“

Tja. Sagte ich.

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Pressefreiheit ist kein Wort. Es ist eine Tat.

Mittwoch, 12. April 2017

Wer auf die Idee kommt, über die Mafia in Deutschland zu berichten, soll es bereuen: „Einen treffen, um hunderte zu erziehen“.

Mit Ihrer Unterstützung tragen Sie dazu bei, dass die Pressefreiheit in Deutschland nicht nur auf dem Papier besteht – und das Thema „Mafia in Deutschland“ nicht weiter ein Tabu ist .

Jeder, der über die Mafia schreibt, tut das auf eigene Gefahr,“ sagte mir einmal Alberto Spampinato, der Bruder eines von der Mafia ermordeten sizilianischen Journalisten. Wie wahr, dachte ich, als die Redaktion des „Freitag“ mich in dem Rechtsstreit mit einem „erfolgreichen italienischen Geschäftsmann“ fallen ließ, weil die Rechtskosten „für einen kleinen Verlag wie unseren eine ziemliche Belastung sind“ und mich danach noch öffentlich verhöhnte.

Für freie Autoren sind die Rechtskosten eine ungleich größere Belastung. Und da mir die Gewerkschaft Verdi ebenfalls den Beistand versagt hat, bleibt mir nichts anderes, als auf Ihre Unterstützung zu hoffen. Denn hier geht es mehr als um mich und „meinen Fall“ – es geht darum, dass jeder Journalist, der wegen seines Berichts über die Mafia in Deutschland verklagt wurde, den Prozess zwingend verliert.

Das deutsche Recht macht es der Mafia leicht, Journalisten zu verklagen – und diese Prozesse auch zu gewinnen. Mit Gerichtskosten, Anwaltskosten, Schadensersatzklagen wird eine Drohkulisse aufgebaut, die auf Journalisten, Autoren, Filmemacher, Verlage und Sender wirken soll.

Mit dem gesammelten Geld möchte ich meine Rechtskosten bezahlen. Wenn (hoffentlich!) etwas übrig bleibt, werde ich das einer Antimafia-Organisation zukommen lassen – all das werde ich selbstverständlich öffentlich machen. Mit Ihrer Spende tragen Sie nicht nur dazu bei, dass ich meine Rechtskosten bestreiten kann, sondern Sie fördern damit auch den Austausch über ein Thema, das die Aufmerksamkeit aller verdient.

Hier geht es zum Schwarmsammeln für die Pressefreiheit. 

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone

Vermasselt

Montag, 10. April 2017

Übrigens: Die Chance, eine goldene Ehrennadel für 30 Jahre Mitgliedschaft bei Verdi zu bekommen, habe ich mir auch noch vermasselt. Jahrzehntelang habe ich, wie viele andere freie Journalisten auch, meine Beiträge in der Hoffnung gezahlt, dass mir die Gewerkschaft Verdi  im Fall der Fälle beistehen würde. Ich dachte: Hey, denen geht es ja auch um den Kampf für das freie Wort! Tja, mein Fall gehört in ihren Augen wohl irgendwie nicht dazu. Die Gewerkschaft Verdi könne mir keinen Rechtsschutz gewähren, weil ich mir einen „externen“ Rechtsanwalt selbst ausgesucht habe, wurde mir beschieden. Ansonsten wünschten sie mir alles Gute, viel Kraft, Erfolg und Glück.

Ende meiner Mitgliedschaft bei Verdi. Keine Ehrennadel.

Aber weil sich die Rechtskosten mit guten Wünschen allein nicht bezahlen lassen, werde ich in Kürze ein Crowdfunding starten. Schwarmsammeln. Alles was über meine Rechtskosten hinaus geschwarmsammelt wird, werde ich einer Antimafia-Organisation zukommen lassen. Dazu bald mehr.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone