Gestern war der 18. Jahrestag des Attentats auf Giovanni Falcone, seine Frau und seine Leibwächter. Und als ich heute den Blogeintrag des sizilianischen Schriftstellers Roberto Alajmo las “Im Grunde waren wir alle da“, dieses Erschrecken darüber, so nah am Tatort gewesen zu sein, und doch nichts davon gewusst zu haben, erinnerte ich mich wieder an jenen Nachmittag. Shobha und ich waren in Venedig und machten eine Reportage - über nichts Geringeres als venezianische Adelige. Als Giovanni Falcone ermordet wurde, saßen wir in einem verstaubten Palazzo und quälten uns gerade mit einer zähen Contessa ab.
Ich weiß nicht mehr, wie wir von dem Attentat erfahren haben, telefonini gab es noch nicht, ich weiß nur, dass wir nach Hause gelaufen sind. Und das Fernsehen angeschaltet haben. Wir konnten nicht glauben, was wir sahen. Wir konnten auch nicht sprechen.
Am nächsten Tag flog Shobha nach Palermo zurück.

verfasst von reski

