Kategorie: Italien

Venedig und die Scharfrichter der Schönheit

Donnerstag, 20. März 2014

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Eine schöne David&Goliath-Geschichte lässt man sich natürlich ungern von der Wirklichkeit versauen. Wie Plastikschrott in den Weltmeeren dümpelt im Netz immer noch das Märchen herum, dass die Gegner der Kreuzschiffe einen Sieg errungen hätten. Was schon vergangenen November nicht stimmte, als nahezu überall die  in copy&paste-Manier aus der italienischen Einheitspresse übernommenen Jubelarien über die “weise” Entscheidung der italienischen Regierung kursierten. Und natürlich hört man jetzt auch nichts über die traurige Wirklichkeit, nämlich, dass das venezianische Verwaltungsgericht die besagte “weise” Entscheidung (Die lediglich ein kleines Schönheitspflästerchen war: Die Schiffe waren keineswegs aus der Lagune verbannt, lediglich den Schiffen über 96 000 Bruttoregistertonnen war die Durchfahrt durch das Markusbecken verboten) für null und nichtig erklärte. Nachzulesen hier und hier für diejenigen, die des Italienischen mächtig sind. (Lesenswert auch die englischsprachige Seite des italienischen Kulturschutzbunds Italia Nostra) Ab dem 5. April werden die Giganten wieder am Marktplatz vorbeifahren, ihren Feinstaub wie üblich herabrieseln lassen und die Lagune und die Stadt in Seelenruhe weiter zerstören.

Heute hat Adriano Celentano dazu ein flammendes Pamphlet in “Il Fatto Quotidiano” verfasst – Celentano ist einer der wenigen, der sich in Italien für Venedigs Schicksal interessiert (mehr dazu auch hier). In der für ihn typischen Celentano-Rage (in Großbuchstaben!) echauffiert er sich über die “Scharfrichter von Venedigs Schönheit”:

  • “Gott wollte, dass Dreiviertel der Erde mit Wasser bedeckt sind. ‘Was für eine Verschwendung’, dachten die Scharfrichter der Schönheit: Das ganze Wasser hätte man bebauen können. Stellt Euch vor, wie viele Wolkenkratzer man auf Venedigs Lagune hätte bauen können! Und es ist keineswegs gesagt, dass man nicht genau das vorhat. Bis die Regierung die Genehmigung für die Trockenlegung der Lagune gibt, müssen wir uns mit schwimmenden Wolkenkratzern begnügen – sechzig Meter hoch, so hoch wie ein zwanzigstöckiges Hochhaus. “
  • “Aber was mich am meisten getroffen hat, ist festzustellen, dass die wahren Feinde von Venedig die Venezianer sind (…) Ich kann nicht glauben, dass ihr Blick und ihr Geist von ein paar Kröten mehr vernebelt wird – so dass sie gar nicht mehr sehen können, von welcher Schönheit sie umgeben sind. Es gibt keine Stadt auf der Welt, wo das Schöne aus jedem Winkel, aus jedem Zentimeter Stein hervortritt.”

Vor kurzem wurde auf der RAI ein Dokumentarfilm über Venedig ausgestrahlt – in dem man lang und breit die Befürworter der Kreuzschiffe zu Wort kommen ließ (länger und breiter als die Gegner der Kreuzschiffe): die Betreiber der venezianischen Hafengesellschaft, Gondolieri, Wassertaxifahrer – die selbstverständlich alle für die Beibehaltung der Kreuzschiffe in Venedig sind, logischerweise. Warum sich den Ast absägen? 

Am 5. April wird die Kreuzfahrtsaison mit der MSC Preziosa (140 000 Bruttoregistertonnen) wieder eröffnet. Bis Ostern werden 21 Kreuzfahrtschiffe am Marktplatz vorbeigefahren sein. Wer will, kann dann wieder schöne Fotos machen. Luft anhalten nicht vergessen.

Väter. Und Söhne.

Mittwoch, 19. März 2014

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Ich habe einen Ausflug in den Salento gemacht, nach Apulien, Italiens Stiefelabsatz – um im Theater der kleinen Stadt Galatina ein Gespräch mit Massimo Ciancimino über seinen Vater zu führen(Hier der Web-Mitschnitt. Das Thema “Väter” – Padre Padrone – wurde auch von einigen Schülern aus Galatina in Szene gesetzt).

Zum Thema Väter hat Massimo Ciancimino einiges zu sagen. Er ist der jüngste Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Palermo, Vito Ciancimino. Der wegen Mafiazugehörigkeit verurteilt wurde. Massimo hat über seinen Vater ein lesenswertes Buch geschrieben, dass auch auf Deutsch übersetzt wurde: Don Vito. Mein Vater, der Pate von Palermo.

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Ich habe Massimo Ciancimino vor fünf Jahren zum ersten Mal interviewt – damals sagte er, dass er bei der Beerdigung seines Vaters versucht habe, sich an ein schönes gemeinsames Erlebnis mit seinem Vater zu erinnern. Es ist ihm nicht gelungen. Ich habe unsere Begegnung in meinem Buch “Von Kamen nach Corleone” geschildert:

  • “Sein Vater behandelte ihn wie einen persönlichen Besitz. Er benutzte seinen Sohn als Sekretär, Fahrer und Gesellschafter. Als Don Vito wegen der Zusammenarbeit mit der Mafia von Palermo in die Verbannung nach Rotello geschickt wurde, in ein Tausendseelendorf der Region Molise, ein Dorf, in dem die Zeitungen erst am nächsten Tag ankamen, war es Massimo, der ihm dort Gesellschaft leisten musste. Als Don Vito im römischen Gefängnis Rebibbia seine Strafe absaß, war es Massimo, der keine der wöchentlichen Besuchszeiten versäumte. Und wenn sich sein Vater mit Bernardo Provenzano traf, jenem legendären flüchtigen Gottvater der Cosa Nostra, der vierzig Jahre lang unentdeckt in Italien lebte, bis er im April 2006 verhaftet wurde, war es Massimo, der seinen Vater zu den Treffen fuhr. Massimo kannte Bernardo Provenzano anfangs nur als Signor Lo Verde – bis er eines Tages beim Friseur in der Zeitschrift Epoca das Phantombild von Provenzano sah. Und begriff, dass der freundliche Herr, der oft bei seinem Vater zu Besuch war, der mit ihnen Pizza aß, der ihm in die Wange kniff und der Frieden zu stiften versuchte, wenn sich Vater und Sohn mal wieder gestritten hatten, die Nummer eins der Cosa Nostra war. »Sei vorsichtig: Es gibt Dinge, vor denen selbst ich dich nicht schützen kann«, sagte Don Vito damals zu seinem Sohn Massimo, nachdem er bemerkt hatte, dass Massimo den Signor Lo Verde auf dem Fahndungsfoto erkannt hatte.”

Wie oft wird sich Massimo an die Worte seines Vaters erinnert haben, nachdem er vor Gericht seine Aussagen gemacht hat? Nachdem er Kartons mit Notizen seines Vaters und mit von Bossen handgeschriebenen Zetteln in die Staatsanwaltschaft von Palermo getragen hat und seitdem von den journalistischen Hofhunden der Mächtigen verhöhnt, diskreditiert und verleumdet wird? Es sei ihm nur darum gegangen, seine Gefängnisstrafe wegen Geldwäsche zu tilgen, heißt es. Oder: Seine einzige Absicht sei gewesen, den von seinem Vater angehäuften Schatz in Sicherheit zu bringen. Tatsächlich wurde Massimo Ciancimino wegen Geldwäsche angeklagt, als einziger von den fünf Ciancimino-Kindern. Die Strafe belief sich auf fünf Jahre und acht Monate. Bei guter Führung hätte er das Gefängnis nach drei Jahren verlassen können. Niemand hätte ihn dann daran hindern können, danach auf die Bahamas zu gehen und dort den vermeintlichen Schatz seines Vaters zu genießen. Einer der Geheimagenten, die bei seinem Vater ein- und ausgingen, riet ihm, ruhig zu sein und zu schweigen – dann würde sich alles in Luft auflösen. Massimo Ciancimino schwieg jedoch nicht. Dafür muss er einen hohen Preis bezahlen.

Dank der Aussagen des Mafia-Aussteigers Gaspare Spatuzza und von Massimo Ciancimino kam es überhaupt zum Prozess um die Trattativa, den Verhandlungen zwischen dem Staat und der Mafia: Anders als die Kinder der Mafiabosse Bernardo Provenzano oder Totò Riina, hat Massimo Ciancimino die Geheimnisse seines Vaters den Staatsanwälten mitgeteilt, er erzählte, was sein Vater bei den Treffen mit dem Boss Bernardo Provenzano besprach und beschrieb, welche Richter, Politiker, Mafiosi, Polizisten und Geheimagenten im Salon von Don Vito ein- und ausgingen. Und seitdem wird Massimo verklagt, verfolgt und bedroht: Er sei ein Toter, der spricht, un morto che parla, so nennt es die Mafia, wenn sie jemanden geächtet hat, weil er ihre Geheimnisse verrät.

Wie brisant Massimo Cianciminos Aussagen für die politische Klasse Italiens sind, war auch an diesem Abend in Galatina zu spüren, als der Bürgermeister bei seinen – sparsamen – einleitenden Worten von den “angeblichen” Verhandlungen zwischen Staat und Mafia sprach – als könne man die Wirklichkeit so zurechtrücken: Die Existenz der Verhandlungen zwischen Staat und Mafia ist jedoch bereits gerichtlich bestätigt worden. Da hilft auch kein “angeblich” mehr.

Eine Frau aus dem Publikum fragte dann noch wütend, warum Massimo Ciancimino seinen Sohn denn ausgerechnet “Vito Andrea” genannt habe – Subtext: Dann kann es mit seiner Distanzierung von der Mafia ja nicht so weit her sein. Massimo Ciancimino betonte, dass er seinen Sohn aus Protest so genannt habe, weil sein Vater verboten habe, seinen Namen zu benutzen.

Ich glaube, dass Massimo Ciancimino seinen Vater trotz allem geliebt hat – und seine Liebe vor allem durch seinen mutigen Schritt beweisen wollte, damit der Name Ciancimino nicht mehr nur für den mafiosen Bürgermeister von Palermo steht, sondern auch für seinen  Sohn – der darüber ausgesagt hat, welche Politiker und Staatsdiener sich mit der Mafia gemein machten.

 

Schweres Krankheitsbild II.

Montag, 10. März 2014

Damit hier nicht der Eindruck entsteht, dass nur Italien Suchtpotential besitzt: Es gibt unter den Italienern bereits viele schwere Fälle von Deutschland-Abhängigkeit. Mir persönlich ist der Fall eines Italieners bekannt, der bei jeder Gelegenheit ein bewunderndes “Ah, la Germania, tutto funziona” ausstößt – aber auch unter meinen italienischen FB-Freunden outeten sich etliche weitere Abhängige:

Einer gestand eine ungestillte Sehnsucht nach Attendorn, Olpe und Köln.

Ein anderer vermisste den deutschen Bürgersinn, die Heiterkeit (Kein Witz: Ein Italiener vermisst die deutsche Heiterkeit!) ebenso wie die Ernsthaftigkeit, das Bier, die S-Bahn, die U-Bahn, die wirtschaftliche Sicherheit, die Schönheit der Moderne und dass man sich auch unterhalten kann, ohne über Politik reden zu müssen, die Kulturpflege, das teutonische Multikulti, die von den amerikanischen Bombern ausgesparten deutschen Kleinstädte, den Respekt, das Gefühl für Freundschaft sowie Worte wie: Heimweh und Sehnsucht, Gelassenheit und, natürlich, Unheimlich.

Ein anderer sehnte sich nach Hamburg und Berlin und fügte zu den suchtfördernden deutschen Substanzen auch noch die Parks, die lebenswerten Vororte,  das Astra für einen Euro fünfzig in einer kleinen Hamburger Kneipe hinzu – und dass man mit dem Fahrrad immer noch schneller ist als mit den ohnehin effizienten öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zur Diagnose des Abhängigkeitssyndroms müssen mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres gemeinsam erfüllt gewesen sein:

  1. starkes, oft unüberwindbares Verlangen, die Substanz einzunehmen
  2. Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung und die Menge des Konsums betrifft)
  3. körperliche Entzugssymptome
  4. benötigen immer größerer Mengen, damit die gewünschte Wirkung eintritt
  5. fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen (das Verlangen nach der Droge wird zum Lebensmittelpunkt)
  6. fortdauernder Gebrauch der Substanz(en) wider besseres Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen.

Schweres Krankheitsbild

Sonntag, 09. März 2014

Als ich losfuhr, war ich froh, Italien loszuwerden. Zumindest vorübergehend. Eine Woche Deutschland. Eine Woche lang nicht aufregen. Die Mauschelei der Parteien? Die Heuchelei der Presse? Die Mafia? Der ewige B.? Der scheinheilige Pfadfinder als Ministerpräsident? Der gruselige venezianische Karneval? Wen juckt’s. München, Hamburg, Berlin. Die Klassiker sozusagen. Die Züge fuhren pünktlich. Das Essen war gut (besonders das Wiener Schnitzel in Berlin!) Die Architektur: kühl und modern und glitzernd. Der Flughafen München ist so einladend, dass man dort sofort einziehen möchte.

Und dann, ich glaube, es war noch am Flughafen Tegel, fing es an in mir zu nagen, wobei ich Tegel keine Schuld zuweisen möchte. An mir liefen zwei italienische Geschäftsmänner vorbei, ich hörte sie lachen. Und bekam Heimweh. Ich verbrachte die Nacht in München, einer verwässerten Form von Italien, und träumte auf Italienisch.

Am nächsten Morgen saß ich im Zug von München nach Venedig (sehr empfehlenswerter Zug übrigens, ein österreichischer!)

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und konnte es kaum abwarten, wieder zurückzukehren.

Schweres Krankheitsbild, meinten meine (italienischen) Facebook-Freunde. Und nicht nur das. Meine Liebe zu Italien sei nichts anderes als eine Form des Stockholm-Syndroms, schrieb einer. Ein anderer gab zu bedenken: Du fühlst dich eben besser unter Verbrechern. Eine weitere FB-amica meinte, dass Italien eine Droge sei: Man glaubt, ohne die tägliche Dosis nicht mehr überleben zu können.

  • Abhängigkeitssyndrom: Typisch ist ein starkes, periodisch oder dauerhaft auftretendes, meist unüberwindbares Verlangen und damit zwanghafter Konsum, Kontrollverlust und eine fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen oder Aktivitäten. Substanzabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt, kommt es dabei meist zur Toleranzerhöhung und körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen. 

Schweres Abhängigkeitssyndrom infolge wiederholter Einnahme: Es beginnt mit einem Sprachkurs in der Toskana und endet damit, dass man sich mit der Mafia anlegt. (Wobei das  schon wieder extrem deutsch ist: Es geht uns immer um das Prinzip). Als ich in Venedig ankam, war der Karneval vorbei. Und der Regen auch.

  • Da alle Substanzen innerhalb einer sozialenStruktur eingenommen werden, ist Abhängigkeit als ein Ergebnis komplexer Wechselwirkungen seelischer, sozialer und körperlicher Prozesse zu verstehen.

Ich aß Spaghetti mit Tomaten und Basilikum. Las die Zeitungen. Und regte mich ein kleines bisschen auf.

Frisch aus der Saftpresse

Samstag, 01. März 2014

Und als ich mit dem Stapel der deutschen SaftQualitätspresse im Zug nach Deutschland saß, hatte ich so einen Flash. Es war, als läse ich die auf deutsch übersetzte italienische Einheitspresse:

In Deutschland kommt alles immer etwas zeitverzögert an, also auch die Copy&Paste-Berichte über die böse, böse, stalinistische Säuberungsaktion der Fünf-Sterne-Bewegung, die vier ihrer Senatoren ausgeschlossen haben.

Gleich zu Anfang: Ich bin nicht der Meinung, dass der Ausschluss der vier Senatoren eine gute Idee war. Schon aus dem einfachen Grunde, weil die Fünf-Sterne-Bewegung dadurch wieder Wasser auf die ohnehin rauschenden Mühlen der Grillo-Fünf-Sterne-Bashing-Propagandamaschine goss – und das kurz vor den Europawahlen. Renzi braucht im Senat dringend Stimmen  (In Italien sind Gesetze erst dann Gesetze, wenn sie auch vom Senat bestätigt wurden) – weshalb die PD auf nichts anders wartet, als auf ein paar abtrünnige Fünf-Sterne-Senatoren, die von der Aussicht begeistert sind, die üppigen Diäten endlich für sich behalten zu dürfen, und nicht an die italienischen Bürger zurückzuzahlen (womit die Fünf-Sterne-Bewegung bereits 42 Millionen Euro eingespart hat).

Bersani sprach bereits kurz nach den Wahlen letztes Jahr vom “Scouting”, das seitens der PD nun unter den Abgeordneten der Fünf-Sterne-Bewegung betrieben werden sollte – als seien die Fünf-Sterne-Abgeordneten kleine Pfadfinder, die nur auf den rechten Führer warteten. Scouting hört sich auch besser an, als “Wendehälse” oder “Wetterfähnchen” (volta gabbana), von denen es im italienischen Parlament nur so wimmelt: Abgeordnete, denen man ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen können. Am bekanntesten ist der Fall des Abgeordneten Domenico Scilipoti, Abgeordneter der kleinen Partei “Italia dei Valori”, der von B. gekauft wurde, um 2010 das Mißtrauensvotum gegen B. zu Fall zu bringen. Damals fand in der PD niemand, dass Scilipoti ein Solschenizyn sei oder eine verirrte Seele, die sich endlich zu ihrer rechten politischen Überzeugung bekannte, ganz im Gegenteil.

Ich erinnere mich noch an mein Interview mit Grillo vor einem Jahr, als er sagte: Auch wir werden unsere Scilipoti bekommen. In der Tat. Tatsächlich handelt es sich bei den vier Senatoren um Leute, die mit beträchtlicher Zeitverzögerung feststellen, dass die von ihnen unterzeichneten Regeln der Fünf-Sterne-Bewegung so überhaupt nicht ihren demokratischen Grundideen entsprächen, dass Grillo eine Art Pol Pot sei und Casaleggio ein Charles Manson, weshalb die Senatoren keine Gelegenheit ausließen, sich bei der Repubblica, dem Corriere und der Stampa zu beschweren, Medien, die nur über die Fünf-Sterne-Bewegung schreiben, wenn sie ihr schaden können. Senatoren, die nicht, wenn sie alles so falsch und schrecklich fanden, einfach gegangen sind, sondern auf ein medienwirksames Ausschlussverfahren warteten.

Anders als bei den anderen Parteien, wo es nicht mal einen Saaldiener gibt, der nicht von der Parteispitze ausgewählt wurde – kannten weder Grillo noch Casaleggio diejenigen, die für die Fünf-Sterne-Bewegung in das Parlament und in den Senat einzogen, weil diese nicht per Federstrich ernannt, sondern demokratisch gewählt wurden (Bei B. wurden, je nach Stimmung, Nacktmodelle oder Zahnhygienikerinnen benannt, bei der PD gerne auch Staatsanwälte, die nützlich sein konnten). Und, wenn wir schon mal bei dem großen Wort demokratisch sind: Wie demokratisch geht es denn in der PD zu, wo der Staatspräsident über alles bestimmt, wie lange und wann und ob gewählt wird? Und wo eine Parteigröße (Renzi) den Ministerpräsidenten stürzen kann (Letta), ohne dass die Wähler sich dazu äußern könnten?

Bei der italienischen Einheitspresse wundert mich überhaupt nichts mehr. Aber bei der deutschen Saft-Qualitäts-Presse schon. Wie wäre es, mal irgendwohin zu recherchieren? Mal ein  Interview zu führen? Mal dem nachzugehen, dass die Fünf-Sterne-Abgeordneten die einzigen waren, die einen Misstrauensantrag gegen Innenminister Alfano stellten, als er auf Geheiß der kasachischen Regierung die Frau und Tochter eines kasachischen Dissidenten entführen ließ? Oder darüber zu berichten, dass die Fünf-Sterne-Abgeordneten ein Mißtrauensvotum gegen die Justizministerin Cancellieri anstrengten, die sich für die  Freilassung der wegen Bilanzfälschung und Kursmanipulation verhafteten Unternehmerin Giulia Maria Ligresti, Tochter des skandalumwitterten Finanzunternehmers Salvatore Ligresti eingesetzt hatte? (Da ist die Schweiz eindeutig schneller). Oder dass die Fünf-Sterne-Abgeordneten als einzige die Anschaffung der F-35-Bomber bekämpft haben, von ihrem Kampf gegen das Schweine-Wahlrecht (Porcellum heißt: Die Italiener wählen dank ihres Wahlrechts keine Kandidaten, sondern nur Parteien – die ihrerseits Nacktmodelle etc. pp. zu Ministern ernennen), vom Kampf der Fünf-Sterne gegen die Vereinfachung der Verfassungsreform ganz zu schweigen?

Ich meine: Das wäre für die deutschen Leser vielleicht doch auch mal ganz interessant, oder?

Karneval in Venedig

Montag, 24. Februar 2014


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Und man sagt: Quattro gatti.

(= vier Katzen. Auf Deutsch: nicht der Rede wert)

Chiropraktiker für Italien

Samstag, 22. Februar 2014

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So sieht es hier aus. Seit gefühlten Jahrhunderten. So grau, dass ich nicht mehr weiß, wo das Meer aufhört, und wo der Himmel anfängt. Ich frage mich: Was, wenn das der Anfang einer dreihundert Millionen Jahre dauernden Regenzeit ist? Was, wenn es ein Fingerzeig von oben ist? Auf diese, ähem, neue Regierung? (das Wort “neu” im Zusammenhang mit der Regierung Renzi zu benutzen, ist so, als würde man B. als Revoluzzer bezeichnen.) Die SZ hat dafür die wunderbare Überschrift “Italien: Charismatiker holt Professor” gefunden. (Im ersten Augenblick las ich “Chiropratiker”, und vielleicht wäre das tatsächlich die Lösung. Demnächst mehr zur deutschen Renzi-Hofberichterstattung, heute reichte meine Kraft nur für die SZ)

Beim Minister-Lotto wurde auch der Name des kalabrischen Antimafia-Staatsanwalts Nicola Gratteri für den Posten des Justizministers genannt. Gratteri ist Lesern meiner Bücher und meines Blogs nicht unbekannt – er hat die Ermittlungen um das Duisburger Mafia-Massaker geführt. Gratteri ist ein Mann, der sich für eine harte Linie in der Mafia-Bekämpfung einsetzt – so verlangte er beispielsweise, die Hochsicherheitsgefängnisse auf Asinara und Pianosa wieder zu eröffnen. Damit macht man sich natürlich keine Freunde in der italienischen Politik. Besonders nicht beim italienischen Staatspräsidenten Napolitano, dem ja, ja, “weisen alten Mann auf dem Quirinalshügel” (Copyright SZ), der vor allem ein Interesse hat: Die seit 20 Jahren währende pax mafiosa nicht zu stören und die Früchte der Verhandlungen zwischen Mafia und Staat Anfang der 1990er Jahre auch weiterhin zu ernten. 

Und so strich Giorgio Napolitano Nicola Gratteri von der Liste. Und ernannte Andrea Orlando zum Justizminister, einen alt geborenen Politkader der PD, der sich für die Abschaffung der Hochsicherheitshaft für Mafiosi und gegen die lebenslängliche Haft einsetzt.

Nicola Gratteri nimmt den Kampf gegen die Mafia zu ernst, als dass er Justizminister hätte werden können.

Der Schrott. Im Allgemeinen und Besonderen.

Samstag, 15. Februar 2014

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Das Netz ist unerbittlich. Kaum war er damit beauftragt, die nächste italienische Regierung zu bilden, kursierte auf Facebook das Foto eines trotzigen Matteo Renzi, der fragt: „Ja, was habt Ihr denn gedacht? Dass Ihr für zwei Euro Che Guevara kriegt?“. Mit den zwei Euro ist der Obolus gemeint, den die treuen (und vielleicht auch etwas masochistisch veranlagten) Anhänger der linksdemokratischen PD für die Vorwahlen entrichten mussten, aus denen der 39jährige Bürgermeister von Florenz im Dezember als neuer Generalsekretär der größten italienischen Partei hervorging. Mehr als zwei Millionen stimmten für den selbst ernannten Verschrotter der Nation, der erfolgreich auf der basisdemokratischen Welle surft, die seit dem Einzug der Fünfsterne-Bewegung über Italien rollt.

Der Verschrotter muss jetzt mit dem Schrott regieren, er muss nicht eine, sondern DIE große Koalition weiterführen, jene unheilige Allianz zwischen Berlusconi und den Linken, die Italien seit 20 Jahren beherrscht – 19 Jahre lang heimlich, seit einem Jahr offiziell – und die von dem rüstigen Greis im Präsidentenpalast, dem 88jährigen Giorgio Napolitano am Leben gehalten wird: Egal, was die Italiener wählen, am Ende bestimmt das große Mauscheln die italienische Politik. Die einzige Neuigkeit der letzten zwanzig Jahre war der Einzug der Fünfsterne-Bewegung in das Parlament – zum ersten Mal gibt es eine echte Oppositionspartei – weshalb die traditionellen italienischen Parteien die Fünfsterne fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

Ansonsten hat sich in den letzten 20 Jahren nichts getan – jedenfalls nicht zum Vorteil jener Italiener, die nicht zufällig mit Politikern verwandt sind: Italiens Wirtschaft stagniert, die mittleren und kleinen Unternehmen leiden unter einer Steuerlast von über 65 Prozent, junge Akademiker flüchten ins Ausland, 40 Prozent der Jugendlichen sind arbeitslos, die Staatsverschuldung beträgt 120 Prozent des Bruttosozialprodukts, und die Mafia macht mehr Umsatz als Fiat (bevor Fiat ebenfalls ins Ausland flüchtete). Die Gewerkschaften sind die rückständigsten Europas, bislang wurde von ihnen jeder Vorschlag, das Arbeitsrecht zu reformieren, im Keim erstickt. Das einzige, was sie sich abringen ließen, war Zeitverträge zuzulassen. In den letzten 20 Jahren hat kein italienischer Politiker ernsthaft versucht, sich mit ihnen anzulegen. Sollte Renzi es wagen, wird es ihn seinen Kopf kosten.

Renzi wird  der 27. italienische Regierungschef seit 1946, der vierte Regierungschef in vier Jahren, wer jetzt aber denkt, dass sich damit irgendetwas ändern würde, der irrt: Die Regierungen ändern sich, aber die Gesichter sind seit zwanzig Jahren die gleichen. Selbst Renzi ist kein Neuling in der italienischen Politik, er trat schon 1996 in die christdemokratische Partito Popolare Italiano ein (Partei seines Vaters und Vorläufer des christdemokratischen Flügels der PD). Um sich in diesen Kreisen zu bewegen, bedarf es einer gewissen Robustheit.

Renzi scheint einen starken Magen zu haben: Er traf sich bereits 2010 mit Silvio Berlusconi – damals noch geheim: „Heute keine besonderen Termine“ verkündete Renzis Pressestelle, während er in Berlusconis Villa saß und von ihm als „reformatorischer Sozialdemokrat“ gelobt wurde. Vor einem Monat konnte sich Renzi ganz offiziell mit dem inzwischen vorbestraften Berlusconi treffen, um mit ihm „in größter Einigkeit“ das Wahlgesetz zu besprechen. Ein Wahlgesetz, das ist überfällig ist, nachdem das Verfassungsgericht das alte, „Schweinerei“ genannte (die Partei, die 30 Prozent der Stimmen bekommt, wird mit der Mehrheit der Sitze belohnt) als nicht verfassungskonform erklärte. Renzi und B. einigten sie sich auf ein Wahlgesetz, das von namhaften Juristen als noch größere Schweinerei bezeichnet wird, weil es ebenfalls einen Mehrheitsbonus vorsieht und ebenfalls keine Kandidaten zur Wahl stehen, sondern nur Parteien oder Parteibündnisse, weshalb der Wähler die Katze im Sack kaufen muss.

B. freut sich jetzt ein Loch in den Bauch, er drückte Renzi an seine breite Brust und lobt ihn mit einem “Matteo ist intelligent, aber kein Kommunist”  was einer Umarmung einer Boa constrictor gleichkommt. Napolitano, der rüstige Greis im Quirinalspalast, bestimmt die italienische Politik seit 2006 und hat keineswegs die Absicht, sein Lebenswerk von einem ehrgeizigen Jüngelchen ruinieren zu lassen. Ihm kommt die Parteilinke der PD zur Hilfe, die es bislang schaffte, jeden linken „Hoffnungsträger“ zu pulverisieren – und den Verschrotter zu verschrotten.  Sie werfen Renzi vor, seinen Vorgänger Letta gemeuchelt und den Löwen zum Fraß vorgeworfen zu haben – wie der Zoo von Kopenhagen es mit der Giraffe tat.

Jetzt wurde bekannt, dass dort eine zweite Giraffe zum Abschuss bereit steht.

Mafiamusik und Wirklichkeit

Mittwoch, 12. Februar 2014

Und manchmal wirft sich die Wirklichkeit in den Weg. So geschehen dem kalabrischen Mafiamusikproduzenten und Mitarbeiter des SPIEGEL, Francesco Sbano, Blog-Lesern nicht unbekannt, dem die Staatsanwaltschaft Reggio Calabria nun die Meldung über den Abschluss ihrer Ermittlungen mit den Hinweisen auf seine Verteidigungsrechte zugestellt hat. Sbano werden drei – in Tateinheit  begangene – Straftatbestände zur Last gelegt: BedrohungBeleidigung und Verleumdung. Anlass war Sbanos bizarrer Auftritt im “Museum der Ndrangheta” in Reggio Calabria, über den das Nationale Observatorium für bedrohte Journalisten, mein Blog (“Solidarität mit Francesca Viscone”)  und die taz (“Ein Mann, seine Ehre und sein Kampf”) berichteten. Ein Verfahren wird sich nun kaum mehr abwenden lassen.

Seit Jahren bemüht Sbano sich aufopferungsvoll darum, den Deutschen ein folkloristisches Bild von der Mafia zu liefern: Eine archaische Gemeinschaft, die singt, tanzt und sich hin und wieder selbst umbringt – also nichts, wovor die Deutschen sich wirklich fürchten müssen. Zuletzt bekam Sbano in Berlin im Haus der Kulturen Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzustellen – Anlass für “Mafia? Nein Danke!” einen Protestbrief an die Intendanz zu verfassen.

Verlässlich wie sonst nur Woody Allen mit seinen Komödien beglückt Sbano das deutsche Publikum nahezu jährlich mit neuen Initiativen. So veröffentlichte er ein Buch mit den angeblichen Einblicken eines Mafiabosses unter dem kuriosen Titel Die Ehre des Schweigens. Ein Boss packt aus“, legte seine Mafiamusik einem Buch bei, dessen Autoren nichts von dieser Gesellschaft wussten - und drehte ein Video über die »ehrenwerten« Männer , uomini d’onore, das vermummte Männer in den Wäldern des Aspromontegebirges zeigt, die auf nervös tänzelnden Pferden posieren und nuschelnd erklären, dass die Mafia so etwas wie das Weltkulturerbe sei. Es mag Zufall gewesen sein, dass die Universität Bochum kurz nach dem Duisburger Mafiamassaker keinen Geringeren als Francesco Sbano zusammen mit Antonio Pelle einlud, den aus San Luca stammenden Betreiber des Duisburger Hotels Landhaus Milser, um vor den Studenten über die Mafia zureden. Und Sbanos »exklusives Videomaterial« zu zeigen, wie es hieß. 

Die kalabrische Schriftstellerin Francesca Viscone verfolgt Sbanos Anstrengungen seit seinen Anfängen. Sie analysierte  die Propagandawirkung der Mafiamusik in ihrem viel beachteten Buch “La globalizzazione delle cattive idee” (Die Globalisierung der bösen Ideen) und schrieb darüber auch einen Artikel in der ZEIT.

In Italien fand der Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Reggio Calabria gegenüber Sbano ein großes Echo, nicht nur in Kalabrien, wo der Quotidiano della Calabria und Il Dispaccio berichtete, sondern auch im Corriere della Sera sowie die Antimafiaorganisationen Antimafia duemila und 100passi.

 

Mal Italiener, mal Eskimos

Donnerstag, 06. Februar 2014
  • “Es mag ja Koryphäen geben, die nach einem vierwöchigen Sprachkurs Italien verstehen. Ich gehöre nicht dazu. Ich habe erst nach  fünf Jahren angefangen, Italiens Wirklichkeit zu begreifen. Dass auch ich erst wenig von Italien verstand, fiel aber meistens nicht weiter auf, weil die Redaktionen an die unzähligen Gemeinplätze gewöhnt sind, die seit Jahrzehnten weggedruckt werden – und eigentlich eher dazu neigen, ungehalten zu reagieren, wenn man einen Themenvorschlag macht, der sich dieser Wahrnehmung widersetzt: “Davon haben wir noch nie gehört. ”

Das schrieb ich im März in diesem Blog – über die Schwächen der Italienberichterstattung (im übrigen nicht nur der deutschen, die Copy&Paste-Methode aus RepubblicaCorriereLaStampaIlGiornale ist bei vielen Auslandskorrespondenten beliebt)  habe ich in diesem Blog schon mehrmals geschrieben. Zum Beispiel hier oder hier, beide sind posts, die – leider – nach wie vor aktuell sind. Vor allem meine Ablehnung der Regel Nummer eins der Auslandskorrespondenten, die uns der Auslandschef der New York Times im Lichtjahre entfernten Jahr 1987  in den Block diktierte:

  • “Kein Korrespondent sollte länger als maximal fünf Jahre über ein Land berichten. Bliebe er länger in dem Land, liefe er Gefahr, sich mit dem Land gemein zu machen und den wertvollen “Blick von außen” zu verlieren. Korrespondenten also als eine Art diplomatisches Korps samt extraterritorialer Existenz – Journalisten, die im Diplomatenstatus leben und auf die wundersamen Sitten und Gebräuche des Völkchens um sie herum blicken, mal sind es Eskimos, mal Italiener.”

Der Blick auf Italien ändert sich, wenn man länger bleibt. Und sich gelegentlich daran erinnert, wie es war. Etwa, dass die 63 Nachkriegsregierungen keineswegs ein Zeichen für die Unbeständigkeit der italienischen Regierungen sind, sondern das exakte Gegenteil, die Regierungen ändern sich, aber die Gesichter der Politiker sind seit Jahrzehnten die gleichen. Der kürzlich verstorbene Senator auf Lebenszeit Giulio Andreotti war an 33 Regierungen beteiligt, sieben Mal davon als Ministerpräsident. Der jetzige italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano gehört seit 1953 (!) dem italienischen Parlament an, darunter als Parlamentspräsident und Innenminister. Und selbst der von der italienischen Regimepresse mit dem Etikett “Hoffnungsträger” beklebte Matteo Renzi ist keineswegs ein Newcomer, sondern bewegt sich seit 1999 in den trüben Gewässern der italienischen Politik, als er Provinzsekretär des Partito Popolare wurde.

Oder die Geschichte vom tapferen Kampf der “linken” Pd gegen den bösen, bösen B.: ein Märchen, das von vielen Auslandskorrespondenten bereitwillig übernommen und verbreitet wurde, weil es eine so schöne Geschichte ist. David gegen Goliath. Eine der vielen Spinne-in-der-Yucca-Palme-Geschichten, die über Italien kursieren, ich habe vor langer Zeit darüber geschrieben.

Und selbst das in der Not praktizierte Copy-Paste in der Italien-Berichterstattung wäre kein Problem – wenn die Quellen denn genannt und hinzugefügt würde, wem die Zeitungen gehören und wessen politische Interessen sie vertreten. 

Nach den Beschimpfungen, die die 5-Sterne-Bewegung seitens ihrer politischen Gegner erleiden musste, hat Il Fatto Quotidiano gestern übrigens die Ausfälle und Beschimpfungen der 5-Sterne-Bewegung aufgereiht. Nur so, als Ausgleich. Denn auch unter den Anhängern der 5-Sterne-Bewegung gibt es Idioten, wie überall auf der Welt.

Die Abgeordneten und Senatoren der 5-Sterne-Bewegung unterscheiden sich aber (vorerst) dadurch, dass sie nicht mit der Mafia zusammenarbeiten, keine Vorstrafen haben und nicht wegen Korruption, Amtsmissbrauchs, Veruntreuung, Richterbestechung, Steuerbetrugs, Förderung der Prostitution Minderjähriger, Meineids, Bilanzfälschungen, Schmiergeldzahlungen oder illegaler Parteienfinanzierung angeklagt oder verurteilt sind.

Es ist die erste, echte Opposition in Italien. Seit zwanzig Jahren.