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PETRA RESKI

Nachdem wir in den letzten 40 Tagen an zwei Schiffskatastrophen vorbeigeschrammt sind, versucht man in Venedig jetzt händeringend das Kreuzfahrtgeschäft zu retten:

Alternative Transportmöglichkeiten für Kreuzfahrtschiffe in Venedig ©https://avenessia.com/autore/

Weil es nicht so einfach ist, die Kreuzfahrtschiffe in U-Boote zu verwandeln, sie per Hubschrauber zu transportieren, durch den Canal Grande zu navigieren oder von acht statt drei Schleppern begleiten zu lassen, ist die Hafengesellschaft auf die glorreiche Idee gekommen, den Kreuzfahrtschiffen „freie Durchfahrt“ einzuräumen. Aus Sicherheitsgründen. Heißt es. (Kein Witz)

Also den öffentlichen Schiffsverkehr mit den Vaporetti einzustellen, wenn ein Kreuzfahrtschiff ein- oder auslaufen will. Was in der Regel morgens und nachmittags der Fall ist.

Aber wenn ich mich recht erinnere, waren bei den letzten beiden Schiffskatastrophen ja keine Vaporetti im Weg. Sondern die Kreuzfahrtschiffe sich selbst. Ähem. Letztlich bedeutet die Verordnung also nur eines: Kreuzfahrtschiffe sind unkontrollierbar. Rette sich wer kann, wenn sie sich nähern.

Freie Fahrt für freie Kreuzfahrtschiffe!

Genial, diese Idee. Und so naheliegend. Man fragt sich, warum man in Venedig nicht schon früher drauf gekommen ist: Freie Fahrt für freie Kreuzfahrtschiffe! Eigentlich nur konsequent. Denn letztlich steht nur Venedig im Weg rum.

©https://avenessia.com

Die einfachste und auch überfällige Forderung wäre dann allerdings auch, Venedig schnellstmöglich von den letzten Venezianern zu befreien und die Verwaltung der Stadt den Kreuzfahrtgesellschaften gänzlich zu überlassen. Bürgermeister Brugnaro ist überflüssig.

So gesehen wird es bald keine Hindernisse mehr geben beim Urlaub im Plattenbau.

Und hier noch ein paar Impressionen von meiner letzten Hafenrundfahrt. Genießen Sie die Idylle.

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