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PETRA RESKI

Die Wirklichkeit der Literatur

„Ich liebe Currywurst, rief Serena noch, aber da waren sie schon angekommen, am Ufer eines Sees, der aussah wie aus dem Katalog gefallen. Da, wo ihr Vater einst als Stahlarbeiter malocht hatte, glitten Segelboote über schwarz schillerndes Wasser, spazierten Gänse über Wiesen, lagen Mädchen mit Bauchnabelpiercings auf den Bootsstegen und tranken Cocktails.
Toll, oder?, fragte Martina.
Super, sagte Serena und dachte an Phosphor, Benzol und Dioxine im Boden. Pensi il peggio, pensi bene. Nimm das Schlechteste an, und du liegst richtig. Sagte man jedenfalls in Italien. Déformation professionnelle. Eine ihrer letzten Ermittlungen hatte dem Giftmüll gegolten, der unter der Autobahn Palermo–Catania vergraben worden war.“

(Auszug aus: „Die Gesichter der Toten. Serena Vitales zweiter Fall.“)

 

Das war eine der Passagen, die ich bei meiner letzten Lesung im Literaturhaus Herne gelesen habe – um am nächsten Tag im WDR von den Krebsfällen in Dortmund Dorsten zu hören. Zufälle gibt’s.

Zumindest, was den Giftmüll betrifft.

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