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PETRA RESKI

Poltern

topelement

Erwürgen.

Ich finde die Überschrift von Spiegel-Online (“Berlusconi poltert gegen Anti-Mafia-Autoren”) etwas bizarr. Oder sollte ich sagen: ahnungslos? Der italienische Ministerpräsident droht damit, Anti-Mafia-Autoren zu erwürgen, und Spiegel-Online findet das so niedlich, dass sie dafür das Wort “poltern” wählen. Ha, ha, dieser Berlusconi! So kennen wir ihn ja! Poltert gerne mal.



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    embeh
    10. Dezember 2009

    Zweifellos ist Spiegel-online ziemlich ahnungslos, was die italienischen Realitäten betrifft. Das konkrete Wort “poltern” ist hingegen einfach nur typisch “Spiegel (-Online)” und bezeichnet alles zwischen Aufrufen zum Rassenhass und deutlich formulierter Kritik. Es muss da irgendeine redaktionsinterne Sprachregelung geben, so ähnlich wie z. B. jede Auslassung des Papstes oder sonstiger Kirchenleute grundsätzlich mit dem Begriff “wettern gegen” bezeichnet wird. Ich jedenfalls habe schon lange einen Widerwillen gegen die Sprache (und nicht nur das) auf Spiegel online entwickelt.

  • PETRA   RESKI    Spatuzza
    4. Dezember 2009

    […] eine große Unkenntnis über die italienische Wirklichkeit. Denn wie ich in als Antwort auf einen Kommentar geschrieben habe, wählen die Italiener Berlusconi nicht aus Ignoranz, sondern weil es dafür ganz […]

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    Martin (maspaint)
    3. Dezember 2009

    Salut aus Cannes,
    die Frage die sich mir schon seit Monaten stellt ist die: Ist die oeffentliche Berichterstattung, sowohl in Frankreich, Deutschland oder Italien derart harmlos weil “ahnungslos” oder sind es die italienischen Waehler, die ignorant gegenueber Alternativen (auch wenn diese nicht gerade herausragend sind), immer wieder die Dummheit ins Praesidentenamt waehlen ???
    http://maspaint.blogspot.com/2009/08/nicolas-s-silvio-b-and-oscar-goes-to.html

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      reski
      4. Dezember 2009

      Ich glaube, dass die Berichterstattung in der Tat häufig ahnungslos, wenn nicht gar schlecht informiert ist. Denn dann wäre der deutschen Öffentlichkeit (vielleicht auch der französischen) klarer, dass die italienischen Wähler Berlusconi nicht aus Ignoranz wählen, sondern weil es dafür ganz konkrete historische, politische und soziale Gründe gibt. Das Medienmonopol ist ein Grund- 90 Prozent der Italiener informieren sich über das Fernsehen, dass zu 90 Prozent Berlusconi gehört. Die italienische Opposition verharrt in Schreckstarre, hypnotisiert vom “Schwarzen Mann” B. Zuletzt gaben sie ein jämmerliches Bild ab, als sie sich nicht dazu durchringen konnten, an dem morgigen Anti-Berlusconi-Tag teilzunehmen. Und dem (der Opposition nahestehende) Rai Tre eine Direktübertragung von der Demonstration zu verbieten. Wer sich, was viele in Deutschland nicht wissen, auch noch vor Augen führt, wie die erste Regierung Berlusconi zustande kam, nämlich mit Unterstützung der Mafia, wie heute noch der Mafia-Abtrünnige Spatuzza vor Gericht erläutert hat, wundert sich nicht mehr, dass Berlusconi die Wahlen jedes Mal wieder gewinnt.

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