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PETRA RESKI

Radio Rebell

Hier ein interessantes Interview zum rätselhaften Italien. Das so rätselhaft gar nicht ist.



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    Yannick Lüscher
    10. November 2009

    Lieber Herr Ogheri

    Ich meine mit Mafioso wirklich Mafioso und nicht einfach ein Italiener mit Sonnenbrille. Darum verwende ich das Wort (praktisch immer) nur dort, wo es auch hingehört; wie bei den Nazis auch. Ich würde niemals einen Deutschen „Nazi“ und einen Italiener „Mafioso“ nennen. Dafür gibt es lustigere Ausdrücke, die nicht beleidigend sein müssen. Wären Sie ein Freund von mir, wären Sie eher ein „Fratello da Sud“ als ein „Mafioso“. Obwohl, in gewissen Situationen kann man das auf eine lustige Art sicher mal bringen.

    Und bei der Einbürgerung wünsche ich Ihnen viel Erfolg! Und, ich kann mir das nicht verkneifen, schreiben Sie dann nicht mehr, sinngemäss ….ich wohne LEIDER in Deutschland .-)

    Aber um beim Thema zu bleiben und Frau Reski’s Website nicht zu „missbrauchen“: sie haben ja sicher auch gehört oder gelesen, was Berlusconi wieder vorhat? Hat er ein Problem, oder mehrere, werden einfach die Gesetze geändert. Super, wenn das JEDER könnte. So etwas ist doch einfach unglaublich und für jeden anständigen Italiener wie die Faust ins Gesicht. Diese Typen machen mit dem Volk was sie wollen und die Mehrheit des Volkes lässt sich das gefallen. Das ist doch wirklich nicht normal. Darum habe ich geschrieben, dass mir die anständigen, die normalen Italiener, die es zweifelsohne auch gibt, leid tun. Aber ohne tatkräftige Unterstützung aus dem Süden wären Berlusconi und seine Partei wahrscheinlich gar nie an die Macht gekommen. Man weiss auch bis heute nicht, woher Berlusconi überhaupt sein Startkapital hatte, um sich so ausbreiten zu können. Aber gibt es echte Alternativen? Waren Prodi, Andreotti und Co. besser? Oder Tremonti, der jetzt die Macht anstrebt? Tremonti und seine Anwaltskanzlei haben/betreuen wohl mehr Offshore-Firmen als ein Hund Flöhe hat. Und sein Engagement wechselt je nach Situation; mal Politiker der quasi für das Land und Volk schaut, mal Steuerberater für Grossanleger, dann wieder Politiker, usw. Einfach unglaublich, wie man die Staatsmacht für die eigenen Zwecke missbrauchen kann.

    Ich finde einfach schade, dass ein so schönes Land mit so vielen guten Möglichkeiten sich dermassen dirigieren lässt von Verbrechern und Politikern, die nur ein Ziel haben: Macht und Geld! Oder umgekehrt: Geld und Macht, denn die Steigerung von Geld ist Macht!

    Ich fände es toll, wenn das dem Italienischen Volk mehr und mehr bewusst würde und die Ignoranz gegenüber dem jahrzehntelangen Verbrechertum und der Politik aufhört. Wenn die Leute aufhören, respektierte Ehrenmänner und deren Macht und Reichtum zu bewundern. Dann werden eines Tages auch solche Politiker wie Berlusconi vielleicht nicht mehr gewählt.

    Also, ich wünsche Ihnen auch alles Gute und nochmals viel Glück beim Einbürgerungstest. E tanto successo con la nuova vita da tedesco (auf italienisch unter gütiger Mithilfe einer Leccese).

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    Alessandro Ogheri
    10. November 2009

    vielen Dank für die schöne Wörter, Herr Lüscher, jetzt habe ich es richtig verstanden: mit dem letzten Eintrag bin ich 100%ig einverstanden, naemlich!

    Ich gebe auch uebrigens zu, dass ich mal auch widerspruchlich vielleicht mich aeussere, weil mich stoeren (oder… mir macht es Leid fuer die… sagen wir…) die italiener, die sich nach 10 Jahren immer noch unter sich treffen, und noch fast kein Wort deutsch sprechen ausser “Guten Tag” “Ja” “Nein”….

    Ja auch bzw Thema Mafia haben Sie es richtig verstanden, ich glaube…

    ich habe den Eindrueck, dass fuer viele Deutsche oder Schweizer, ist “Mafioso” auch nicht so boooose und beleidigend, weil sie meinen dass am Ende doch ein Mafioso ist nur mehr ein witziger Typ mit Sonnenbrillen usw usw…
    sie verstehen nicht, wie beleidigend das fuer einen wie ich ist….

    der Phenomenon passiert auch ungekehrt: wenn ein Italiener meint… ja ja Deutsche Nazi, ich glaube oft denkt er NUR an die “Sturmtruppen” Comics, und versteht er nicht wie sehr beleidigend das Wort ist….

    in dieser Sinne, aber, ich hoffe auch auf eine bessere Integration, und ich moechte auch einen besseren Zukunft auch für mein Land, das ich aber gerade jetzt mit Berlusconi und co nicht sehen kann…

    uebrigens… so schlecht naja fuehle mich hier auch nicht, taetsachlich habe ich vor, die deutsche Bürgerschaft zu beantragen:
    am 22ten Januar muss ich den Einbuergerungstest abgeben, und dann koennte ich Deutsch – Italiener werden:
    ich hoffe, Sie drücken mir noch die Daumen, jetzt dass wir uns ein wenig mehr (virtuell, duerch Internet!!) kennen!

    Und alles Gute an Sie auch, Herr Lüscher

    Alex

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    Yannick Lüscher
    9. November 2009

    Lieber Herr Ogheri, ich kenne solche Probleme wie Ihre sehr gut und kann all das nachvollziehen. Ich bin übrigens Schweizer und juble aus tiefster Brust den Azzuri zu, wenn sie nicht gerade gegen die Schweiz spielen, so wie gestern die U17 an der U17-WM. Als Italien 1982 im Final gegen Deutschland mit 3:1 Weltmeister wurde, konnte ich 2 Wochen lang kaum mehr reden. Ich bin also alles andere als Italiener- oder Italien-Hasser. Die meisten Italiener die ich kenne, und das sind so um die 500, sagen mir immer wieder, ich sei ein halber Italo. Ich habe übrigens auch immer wieder Italiener beschäftigt und mit den Italienern weder bessere noch schlechtere Erfahrungen gemacht als mit Schweizern. Aber ich bleibe dabei, die Ignoranz und Faulheit zur Bildung vieler (nicht aller!) Italiener (und das fast ausschliesslich bei denen, die insgeheim Sympathien haben für Mafiosi) ist in der Tat erschreckend. Ich sage das denen auch direkt ins Gesicht. Und die Italiener, so nebenbei bemerkt, sind gegenüber anderen Ausländern die weitaus grösseren Rassisten als die Schweizer selber! Ich glaube auch nicht, dass die Deutschen in ihrem Land die grösseren Rassisten sind als die Italiener in Italien. Beispiele gäbe es genügend dafür.

    Wenn man als Ausländer in einem Land lebt, ist es immer schwierig. Man hat kein richtiges Zuhause und fühlt sich eben oft gespalten. Auf der einen Seite hat man das Herz oder Blut der Heimat, auf der anderen die Angepasstheit des Gastgeber-Landes. Man fühlt sich nicht richtig als Italiener, aber auch nicht als Schweizer oder Deutscher. Viele Italiener (so vor allem bei uns) weichen aber einer wirklichen Integration aus. Es ist bei uns eher so, dass sich Schweizer in Italienischen Lokalen aufhalten und versuchen, italienisch zu reden, als dass Italiener in Schweizer Lokalen verkehren und versuchen, deutsch zu reden. Ich habe schon Dutzende Italiener, die nur in Italienerclubs verkehren und fast ausschliesslich italienisch reden, also immer nur unter ihresgleichen sind, darauf angesprochen. Sie alle geben mir recht und finden das auch nicht gut, aber ändern tut sich trotzdem nichts. Schade! Es gibt aber auch andere Beispiele, wo sich Italiener perfekt integriert haben und sogar mehrheitlich unter Schweizern verkehren. Das ist aber die absolute Ausnahme.

    Dass sie auf die Mafia angesprochen werden, sollte sie nicht weiter stören. Es ist (auch für mich) halt nun mal ein faszinierendes, wenn auch unschönes Thema und ich rede mit meinen Italienischen Freunden auch oft und völlig entspannt darüber. Aber es ist halt schon erstaunlich, wie sich solche Organisationen dermassen ausbreiten und fast ein ganzes Land beherrschen können. Deswegen sind aber auch nicht alle Italiener Mafiosi oder Sympathisanten. Aber nochmals: ohne Akzeptanz in grossen Teilen der Bevölkerung und Politik wäre so etwas gar nicht möglich.

    Sie müssen sich aber deswegen nicht schämen, Italiener zu sein. Es genügt schon, wenn Sie selber nicht insgeheim mit den Mafiosi sympathisieren und diese auch noch toll finden. Und man sollte auch nicht über Deutsche schlecht denken, die über die Mafia schreiben und sie verurteilen. Denn es gibt ja Dutzende wenn nicht Hunderte von Italienern, die das auch tun. Ich glaube, damit fängt es an, solche Organisationen wenigstens versuchen zu (zer)stören. Indem man Sie nicht glorifiziert, sondern ihrer eigenen Lächerlichkeit preisgibt. Den Leuten aufzeigt, dass man nicht stolz sein kann, Mafioso zu sein. Dass es sich mehrheitlich eben tatsächlich um dumme und ignorante „Bauern“ handelt, denen es nur mit Morden und Verbrechertum gelingt, eine lächerliche Art von Respekt zu erringen. Und dass sie, wie bereits geschrieben, sich selber noch nicht mal an ihre eigenen lächerlichen Gesetze halten, sondern sich immer wieder selber gegenseitig verraten und umbringen; aber nicht nur des Bruches gegen die Omertà wegen, nur des Respekts, der Machtgier oder des Geldes wegen. Also alles andere sind als Ehrenmänner einer ehrenwerten Gesellschaft. Obwohl ich nicht sehr optimistisch bin, dass irgendwann irgendjemand dieses Übel zerschlagen kann, glaube ich dennoch, dass die Bekämpfung bei der Denkweise (und das vor allem bei den Italienern selber) anfängt. In diesem Sinne: Forza Italia!

    Und noch was: sollten Sie jemals wieder blöd angesprochen werden wegen der Mafia, weisen Sie auf all die Schönheiten hin, die Italien bietet und um das Sie in Deutschland sicher beneidet werden. Das hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen; aber Sie kennen all die Vorzüge und Schönheiten ja sicher bestens!

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    Alessandro Ogheri
    9. November 2009

    Hallo Herr Lüscher, dieser letzter Eintrag ist viel besser, naemlich…

    Es ist nur, dass wir uns gespaltet fühlen:
    auf einer Seite sehen wir die Probleme, die es in Italien gibt, die Sie auch gelistet haben…

    auf der anderen muessen wir immer wieder und wieder was erleben, das nicht so angenehm ist: Leute die über unsere Art und Weise zu sprechen und unsere Akzent lachen, Kollegen die dich sofort fragen, ob du etwas über die Mafia kennst, sobald sie erfahren, dass du Italiener bist….

    ich sehe schon, dass mein Land sehr viele Probleme hat… nur…
    sagen wir so, es wird mir staendig daran erinnert, und man sieht uns immer wie die unzuverlaessige, die boese usw usw…

    Siehe bloede Spotts bei der Werbung mit Olli Diettrich, “Der Spiegel” der uns “parasitarische Lebensformen” genannt hat…

    ich meine: es ist nicht sooo toll, so gesehen zu werden…

    was kann ich dagegen, wenn 2 Dritte von meinen (ehm… hier werde ICH DER BOESE, ich gebe zu!!) duemmen Landsleuten einen Berlusconi waehlen ?

    Klar ich fühle mich deswegen demuetigt, und fast schaeme ich mich dann Italiener zu sein… immer noch ist nicht soo ein tolles Gefuehl!

    Ciao
    ALEX

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    Yannick Lüscher
    9. November 2009

    Lieber Herr Ogheri, ich kenne nicht alle Italiener auf dieser Welt. Aber ich kenne ungefähr 500 Italiener (zu 95% aus dem Süden). Ich kenne Italiener und das Land Italien also nicht nur von Büchern, die von einer Deutschen in Venedig geschrieben werden. Die meisten Bücher, die ich über Italien und vor allem Mafia-Organisationen gelesen habe (es sind weit über 100), wurden von Italienern geschrieben. Und Bücher von Schriftstellern in der Art wie Primo Levi habe ich auch weit über 100 gelesen.

    Ich habe nicht den Verdacht erwecken wollen, dass Ignoranz und der Unwille zur Bildung das Merkmal der ganzen „Rasse“ Italiener ist. Wie käme ich dazu, ganz Italien oder eben alle Italiener so zu beschreiben? Ich habe ja geschrieben, dass es zweifelsohne auch ein ehrliches Volk in Italien gibt. Aber erklären Sie mir, als Italiener, doch mal, wie es möglich ist, dass die organisierte Kriminalität in Italien mehr als doppelt soviel Umsatz (und Gewinn sowieso) macht als Fiat? Wie es möglich ist, dass in den Parlamenten in Rom, in den Provinzen und vor allem Städten so viele vorbestrafte Kriminelle einsitzen wie nirgends sonst in der zivilisierten westlichen Welt? Wie es möglich ist, dass von Kriminellen so viele demonstrative Villen gebaut und bewohnt werden können wie in Italien? Dass ganze Berge von giftigem Sondermüll einfach irgendwo im Boden schöner Landschaften verschollen werden können? Dass der fast gesamte (oder eben hauptsächliche) Handel mit gefälschten Labels von Neapel aus stattfindet? Dass der Drogenhandel vorwiegend von Kalabrien und Sizilien ausgeht? Dass sich hoch kriminelle Massenmörder wie beispielsweise Provenzano und Riina jahrzehntelang in ihren Heimatdörfern oder in deren nahen Umgebung „verstecken“ konnten; Riina wurde in der Nähe eines seiner feudalen Sitze mitten in Palermo verhaftet, also lebte er ja wohl auch dort, wie viele andere…., und es würde mich nicht wundern, wenn Matteo Messina Denaro mitten in Trapani oder Palermo in einer wunderschönen, auffälligen Villa leben und sich in diesen Städten ab und zu sogar ungeniert zeigen würde/könnte?

    All das ist doch nur möglich, wenn Organisationen wie die Cosa Nostra oder die Camorra insgeheim eben eine grosse Akzeptanz (teilweise sogar Bewunderung!) geniessen; und zwar in allen Schichten der Bevölkerung und in der Politik.

    Sie dürfen gerne über Faschismus und Nazionalsozialismus schreiben. Das stört mich nicht im Geringsten. Denn auch diese ehemaligen Führer haben sich den fehlenden Respekt (Hitler mit seinen Minderwertigkeitskomplexen ganz besonders) mit Waffen erzwungen und ich lehne das genauso ab wie bei allen mafiösen Organisationen. Nur, diese „Führer“ gibt es zum Glück nicht mehr, die Mafia und deren Geschäfte laufen aber auch heute noch auf Hochtouren; besser und erfolgreicher denn je! Es geht hier also nicht um „alte“ Geschichten wie den 2. Weltkrieg, den Nationalsozialismus, den Faschismus, um Hitler oder Mussolini. Es auch nicht einfach um ein paar Verbrecher oder kleine Banden, wie es sie halt in allen Ländern dieser Welt gibt. Es geht um etwas sehr aktuelles, um etwas, gegen dass man sich wehren müsste, so wie man sich damals auch gegen Hitler und die Nationalsozialisten hätte wehren müssen; und ihm nicht hätte bewundernd zujubeln dürfen!

    Ich hoffe doch sehr, dass Sie kein Mafioso oder ein Sympathisant derer sind, sie nicht (insgeheim) bewundern und sich nicht angesprochen fühlen (müssen). Wie gesagt, es gibt auch viele anständige Italiener und ich möchte keinesfalls so verstanden werden, dass ich alle Italiener in den gleichen Topf schmeisse oder die Italiener (als „Rasse“) generell verurteile. Denn die anständigen Italiener leiden mit Sicherheit unter dem Terror und der Wirtschaftsmacht dieser Mafia-Organisationen. Wie sagten viele Italiener in Fernsehinterviews, als die Cosa Nostra Giovanni Falcone und seine Frau in die Luft sprengte: „Ich schäme mich, Italiener zu sein.“ Diejenigen Italiener, die solches öffentlich sagen, die müssen sich nicht schämen! Schämen müssen sich alle jene, die solches tun und solches (insgeheim) tolerieren, zulassen oder gar (von Rom aus) tatkräftig mithelfen. Alle anderen Italiener dürfen stolz sein, Italiener zu sein. Wenn Sie also über meine Aussage „Ignoranz“ meinten, ich würde alle Italiener damit meinen, muss ich Ihnen widersprechen. Wenn Sie hingegen mit Ignoranz, Dummheit und Faulheit zur Bildung die (Rasse) Mafia und deren Sympathisanten meinen, dann haben Sie Recht. Diese „Rasse“ werfe ich tatsächlich alle in den gleichen Topf! Wie übrigens auch alle Anhänger und Sympathisanten der Nationalsozialisten, Faschisten und sonstigen Extremorganisationen – egal ob rechts oder links!

    Und zu Ihrem ich lebe „….leider….“ in Deutschland: na ja, ich hoffe doch sehr, sie werden von niemandem dazu gezwungen. Denn auch solches lehne ich entschieden ab. Soll jeder leben wie und wo es ihm am besten gefällt, wie und wo er am besten zu seinem Glück findet. Und zwar ohne jegliche Repressalien; sei es durch kriminelle Organisationen oder durch politische oder rassistische Dummköpfe und Ignoranten! Sie dürfen aus meiner Sicht also mit Herzensfreude und mit Stolz schwarze Haare tragen und bei Fussballspielen den Azzuri zujubeln; um auch noch einen Satz über Herrn Antini’s Beitrag zu schreiben.

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    Rocco Antini
    8. November 2009

    http://www.youtube.com/watch?v=nElb0LJwoI8

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    Alessandro Ogheri
    6. November 2009

    Es sähe so aus, Sie kennen alle Italiener auf der Welt, und dass die Ignoranz (ich zitiere:”Die Bildung, oder eben der Wille zur Bildung, und die Ignoranz dieser Leute ist erschreckend. Mama, Papa oder Zio wird’s schon irgendwie richten. “) eine Merkmale der Rasse ist…

    Ich empfehle Ihnen auch Bücher von Primo Levi zu lesen, nicht nur Bücher von Deutschen die seit 20 Jahren in Venedig leben und nur über die Mafia berichten…

    Ich mache hier nur eine Provokation: was wäre wenn ich nur Blogs schreiben wuerde und nur Bücher, in Deutschland, über Nazismus ?

    (ah ja… uebrigens… ich hatte vergessen: ihr nennt es Faschismus, schon bei dem Wort um euch zu distanzieren, wie ob nur eine Erfindung von Italiener wäre…)

    Alessandro Ogheri (auch ein Mafioso der in Deutschland leider lebt)

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    Yannick Lüscher
    27. Oktober 2009

    GENERELLE BEMERKUNG ZUR MAFIA

    Sehr geehrte Frau Reski

    Seit über 20 Jahren lese ich alles über die “Mafia”, was mir in die Finger kommt. Bevorzugt über die Cosa Nostra. Ich verkehre auch seit meiner Kindheit, also seit über 40 Jahren, mit einer Vielzahl von Italienern; vorwiegend Süditalienern. Die Bildung, oder eben der Wille zur Bildung, und die Ignoranz dieser Leute ist erschreckend. Mama, Papa oder Zio wird’s schon irgendwie richten. Die meisten bewundern Mafiosi und deren politische Diener, spielen sich notfalls selber mangels Bildung und Selbstbewusstsein mit Drohungen auf, sind süchtig nach Glückspiel (ich kenne keinen, der nicht auf irgend eine Art und Weise mit Geld spielt – keinen!!) und die meisten sehen nur zwei Chancen, trotz ihrer Bildungs- und sonstigen Faulheit und Ignoranz zu Geld zu kommen. Entweder illegal, wozu den meisten aber der Mut fehlt (darum bewundern sie ja Mafiosi) und mit Glückspiel. Die Mafiaorganisationen (Cosa Nostra, Camorra, ‘Ndrangetha und unbedeutend Sacra Corona Unita) existieren teilweise seit Jahrhunderten, funktionieren trotz zeitweiser Zerschlagung bestens und es wird niemandem gelingen, diese kriminellen Systeme in Italien zu eliminieren. Diese Organisationen sind in allen Schichten der Bevölkerung bis in die höchsten Politstellen tief verankert und werden entweder bewundert oder gefürchtet. Wie sonst war es beispielsweise Bernardo Provenzano möglich, sich auf kleinstem Raum innerhalb Siziliens während über 40 Jahren zu „verstecken“?

    In der Cosa Nostra, oder Mafia generell, hatten und haben praktisch immer nur ungebildete Irre (mit einer Bauernschläue, die man vielen nicht absprechen kann) das sagen, die sich wegen ihres jämmerlichen Selbstbewusstseins und den mangelnden Respekt wegen ihrer Faulheit, Dummheit, Ignoranz und ihres Bauernstatus mit Waffen und Gewalt immer erzwingen und erzwungen haben. Egal wie sie heissen oder hiessen, ob Leggio, Riina, Provenzano, Lo Piccolo oder Denaro, alles äusserst primitive, gewalttätige Mörder, die kaum in der Lage sind, einen normalen und fehlerfreien Satz zu formulieren. Dazu sind oder waren sie auch innerhalb der Organisation (ihrer Familie!) allesamt unzuverlässige Verräter und Mörder. Früher oder später haben sie sich immer wieder selber umgebracht oder verraten. Und dennoch stossen diese Mitglieder einer Mafia-Organisation auf Bewunderung in allen Bevölkerungsschichten. Sie geniessen „Respekt“. Vor allem für Süditaliener etwas ganz entscheidendes. Wenn meist auch nur heimlich, aber die meisten Italiener (vor allem im Süden) hegen Sympathien für diese „respektierten“ Ehrenmänner. Auf den neuen Kronprinzen, wahrscheinlich Boss, Matteo Messina Denaro, werden ja sogar Loblieder komponiert.

    Man darf auch nicht vergessen, dass ganz Italien (inkl. Staat oder eben dessen Politiker) von diesen Organisationen profitiert und vor allem, dass trotz allen möglichen Aufdeckungen und Veröffentlichungen Berlusconi seit Jahren immer wieder gewählt wurde! Ich kenne auf der ganzen Welt keine Parlamente wie all jene in Italien, bei denen so viele vorbestrafte oder gar mehrmals vorbestrafte „Kriminelle“ einsitzen. Von den Stimmberechtigten gewählt selbstverständlich! Ab und zu opfert man wieder einen, um das ehrliche Volk, das es zweifelsohne auch gibt, zu beruhigen. Selbstverständlich werden aber nur diejenigen geopfert, die man nicht (mehr) braucht. Man erbringt im wahrsten Sinne des Wortes ab und zu ein Bauernopfer. Brot und Spiele, Zucker und Peitsche – so hat dieses schöne Land schon immer funktioniert.

    Und was machen die übrigen Europäischen Länder? Augen zu und durch! Streitereien, Morde, Geldwäsche und was auch immer auf eigenem Territorium, werden von Politikern einfach als bedauernswerte Einzelfälle abgetan. Kein Grund zu Panik! Hauptsache man muss sich nicht damit beschäftigen.

    Nichtsdestotrotz ist es (für mich) immer wieder interessant, solche Bücher zu lesen. Wie auch Ihre. Nur, zum besseren beitragen werden all diese Bücher, diese interessanten Informationen, Null und Nichts. Denn noch nie wurde soviel über oder gegen die organisierte Kriminalität geschrieben wie in den letzten 20 Jahren, und noch nie florierten diese Systeme besser als in dieser Zeit. Müsste ich mich, ohne Berücksichtigung auf moralische Grundsätze, in Bezug auf Umsatz und Gewinn für ein Unternehmen in Italien entscheiden, ich würde mich ohne zu zögern für das mit Abstand erfolgreichste Unternehmen entscheiden – die Mafia. Die ganze organisierte Kriminalität wurde in den letzten Jahrzehnten keinen Deut gemindert, im Gegenteil, sie erlebt eine wahre Hochkonjuktur. Es ist ein Phänomen (oder eben doch nicht?), wie diese reichen Mafiosi ungeniert leben und ungeniert ihre Statussymbole, ihre Villen, ihre Milliarden öffentlich zur Schau stellen können. Denn ganz offensichtlich kann denen nichts und niemand etwas anhaben. Italien ist, in dieser Beziehung, auf immer und ewig verloren.

    Aber schreiben Sie weiter, wie gesagt, es ist immer spannend darüber zu lesen.

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