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PETRA RESKI

Ich ohne dich

Wir trafen uns auf dem Campo Sant’Angelo, durch Zufall, wie immer in Venedig. Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen, und mir fiel auf, dass seine Wangen schmaler geworden waren. Wir standen da wie auf einer Theaterbühne, um uns herum Touristen mit Schellenhüten und albanische Bauarbeiter auf dem Weg in die Mittagspause.

Du siehst schlecht aus, sagte ich. Und er sagte: Ich habe einen Flugzeugabsturz überlebt. Du bist der einzige Überlebende?, fragte ich, und er sagte ernst: Nein, wir beide haben zusammen überlebt, sie und ich. Immer noch sie?, fragte ich und lachte etwas verlegen, weil er mich so durchdringend anschaute. Ja, sie, immer noch, sagte er, du weisst doch, was passiert ist. Sie ist zurückgekommen. Und?, fragte ich.

Ich möchte sie aufessen, sagte er. Ich möchte ihre Fingernägel küssen und ihre Haare als Salat verspeisen. Sie ist in mir, sie fließt durch meine Venen.

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 Nachts, wenn er vergeblich darauf gewartet habe, dass sie anrief, habe er immer Gianna Nannini gehört, immer das gleiche Lied.  Amandoti.

Amarti m’affatica mi svuota dentro

Qualcosa che assomiglia a ridere nel pianto

Amarti m’affatica mi da’ malinconia

Che vuoi farci è la vita

E’ la vita, la mia

Amami ancora fallo dolcemente

Un anno un mese un’ora perdutamente

Amarti mi consola le notti bianche

Qualcosa che riempie vecchie storie fumanti

Amarti mi consola mi da’ allegria

Che vuoi farci è la vita

E’ la vita, la mia

Amami ancora fallo dolcemente

Un anno un mese un’ora perdutamente

Amami ancora fallo dolcemente

Solo per un’ora perdutamente

 

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    joss
    3. Februar 2008

    …das klingt nach dem Beginn einer wunderbaren Geschichte. Mehr!

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