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PETRA RESKI

Amalfi Coast Media Award. Per Eluana.

Del caso Eluana soprattutto mi dispiace che una bellissima ragazza sia trasformata in un caso. In un conflitto ideologico che divideva e divide tutt’ora l’Italia. Ho una grande ammirazione per il padre di Eluana. Perchè penso che incorpori quel lato dell’Italia che a noi tedeschi spesso manca: l’umanitá. La compassione. E il coraggio. Di uno uomo che osa da solo ribellarsi al potere. Mi stupisce la tenacia con cui la chiesa si è espressa contro questo padre che non chiedeva altro che difendere la dignità di sua figlia. Da tedesca che si occupa da anni di mafia, mi sarei aspettata questo zelo piuttosto in una posizione netta della chiesa contro la mafia. Se non sbaglio, l’ultima è stata quella di papa Giovanni Paolo ad Agrigento. 16 anni fà. Da allora solo alcuni preti coraggiosi lottavano da soli contro la mafia e furono uccisi. Forse sarebbero ancora in vita se il vaticano avesse dismostrato contro la mafia lo stesso fervore che usò contro il padre di Eluana. Forse.

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Was den Fall Eluana betrifft, so finde ich es vor allem traurig, dass sich ein wunderschönes Mädchen in einen Fall verwandelt hat: in einen ideologischen Streit, der Italien gespalten hat, bis heute. Ich habe Eluanas Vater immer sehr bewundert, weil ich der Meinung bin, dass er gerade jene Seiten Italiens verkörpert, die uns Deutschen oft fehlen: Menschlichkeit. Mitgefühl. Und Mut. Der Mut eines Mannes, der es wagte, ganz allein gegen die Macht aufzubegehren. Mich verwundert die Hartnäckigkeit, mit der die katholische Kirche sich gegen diesen Vater gestellt hat – der nichts anderes wollte, als die Würde seiner Tochter zu verteidigen. Als Deutsche, die sich seit vielen Jahren mit der Mafia beschäftigt, hätte ich diesen Eifer viel mehr in einer klaren Haltung der Kirche gegenüber der Mafia erwartet. Wenn ich mich nicht irre, war die letzte die Entrüstung von Johannes Paul II. in Agrigent. Vor sechzehn Jahren. Seither gab es nur einige mutige Priester, die allein gegen die Mafia kämpften und ermordet wurden. Vielleicht würden sie noch leben, wenn sich der Vatikan mit der gleichen Inbrunst gegen die Mafia ausgesprochen hätte, mit der er den Vater von Eluana verfolgte. Vielleicht. 

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Bevor mir der Amalfi Coast Media Award verliehen wurde, haben die Redakteure von RAI uno alle Preisträger aufgefordert, zu einem vorgegebenem Thema ein paar Zeilen zu verfassen. Mich hat man gebeten, etwas zu Eluana zu schreiben, jenem Mädchen, das 17 Jahre lang im Wachkoma lag, und dessen Vater vor Gericht die Sterbehilfe erstritten hat. Mein Text war sehr schön unterlegt, ein kleines Video mit Musik und Bildern von Eluana und ihrem Vater und vom zornigen Papst in Agrigent und von Priestern. Die von der Mafia ermordet worden sind.

Danach hat man mir unendlich viele Komplimente gemacht. Für meine Furchtlosigkeit. Ganz so, als sei ich eine Kriegsheldin. Dabei war ich gar nicht mutig, sondern vor allem nervös, als ich da oben auf der Bühne stand. Vor dem Dom von Amalfi.



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