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PETRA RESKI

Berlin-Amsterdam-Neapel

Erst war ich in Berlin, wo ich mich fragte, ob es noch andere Berliner gibt ausser Russen, dann saß ich in der Herrengracht, wohin mich mein holländischer Verleger eingeladen hat (Oscar Van Gelderen: Wenn ich jemals die Idee haben werde, ueber einen Verleger zu schreiben, der von einem ausgeprägten Jagdinstinkt getrieben wird, dann werde ich an ihn denken!), und jetzt in Neapel, wo mir in Nocera der Premio Civitas verliehen wurde.

Es ist das erste Mal, dass ich in Italien mit einem Preis ausgezeichnet wurde, und ich kann es nur empfehlen: Italienische Preisverleihungen sind die schönsten der Welt! Nicht nur, dass die Zeremonie (eine, die den Namen verdient!) im Rathaus von Nocera stattfand, sondern auch, dass unendlich viele Reden gehalten wurden, wunderbare, bewegende, mich preisende, lobhudelnde, herzenswärmende Reden, vom Bürgermeister, vom Präfekten, von der Vorsitzenden von ANDE (Associazione donne elettrici) Nocera, von der deutschen Generalkonsulin von Neapel, von der Direktorin des Goetheinstituts Neapel, vom Chef der Carabinieri und vom Generalstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Salerno, Franco Roberti, bei dessen Rede ich kurz davor war, in Tränen auszubrechen. Nicht nur, weil er redete wie ein römischer Redner der Antike, sondern weil er sagte, dass die Richter, die meinem Buch mit den Schwärzungen einen Schmiss beigebracht haetten, uno sfregio, wie es auf Italienisch heisst, was mehr ist als ein Schmiss: eine Erniedrigung, eine Demütigung – diese Richter also seien eben Richter gewesen, die sich darauf beschränkt haetten, das Gesetz anzuwenden. Mehr musste er nicht sagen.





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