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PETRA RESKI

Irkutsk

Eigentlich sieht es hier aus wie in Fargo ohne Schnee. Jedenfalls, wenn man im Morgengrauen vom Flughafen kommt. Breite, staubige Strassen, Stromleitungen, die von windschiefen Strommasten herunterhängen und ab und zu Neonlicht von einem Kentucky-Fried-Chicken-Drive-In, das gar keines ist, sondern nur ein Alkohol-Sonderverkaufsstand mit riesigen Parkplätzen davor. Je weiter man in die Stadt fährt, desto mehr Holzhäuser tauchen auf, so wie man sie aus Krieg+Frieden-Verfilmungen kennt. Dann kommen noch Plattenbauten, stalinistischer Zuckerguss und jede Menge Disney-Schlösser für Neureiche dazu. Über jeder Strasse hängen Girlanden aus bunten Glühbirnen, ganz so, als würde hier jeden Augenblick ein Volksfest ausbrechen. Ist aber nicht der Fall. Das ist Irkutsk.



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    UteMVenezia
    4. November 2008

    Liebe Frau Reski,

    endlich habe ich Ihre Seiten entdeckt und bedauere zutiefst, erst heute von ihrer (nicht Ihrer!) Existenz erfahren zu haben.
    Danke für Ihre netten Geschichten, danke für Ihre tollen Bücher!
    Über “Der Italiener an meiner Seite” habe ich herzlich lachen können, was in unserer Zeit nicht mehr selbstverständlich ist, siehe Ihren Bericht über die emotionslosen Russen.

    Wären diese doch auch im Ausland so zurückhaltend!

    Ich lebe halb in Deutschland, halb in Venedig und hatte vor Kurzem ein weniger schönes Erlebnis auf einem Vaporetto:
    Ein russischer Mann kam ganz nach hinten zu den Außenplätzen, die aber alle besetzt waren, was ihn nicht davon abhielt, sich über die Leute zu werfen, um in kürzester Zeit Dutzende von Fotos zu machen, die auf Grund seines Alkoholpegels vermutlich nicht sehr gut gelungen sein dürften.

    Ich wunderte über den Gleichmut einiger Venezianer, die sicherlich bedauerten, nicht die Linie 3 genommen zu haben!

    Eine Amerikanerin und ihre drei Töchter taten dann ihrem Unmut kund-ohne jeglichen Erfolg.
    Der Rüpel versuchte zu allem Überfluss auch noch seine weibliche Gefolgschaft aus der Kabine zu locken, was diese zu unser aller Glück aber unter lautem Gekeife ablehnte.

    Ich bin nicht sicher, alles richtig verstanden zu haben, was die Amerikanerinnen sagten, aber sinngemäß hieß es wohl: Hatten die nicht mal eine Grenze? Wieso sind die eigentlich jetzt offen?

    Es ist mir fast peinlich, aber ein leichtes Lächeln ist bestimmt über mein von Lachfalten gezeichnetes Gesicht gehuscht.

    Herzliche Grüße aus Norddeutschland.
    ab morgen in Venedig, wo ich immer nach Ihnen vergeblich Ausschau halte,
    Ute Mathews

    PS. Ich bewundere Ihren Mut, so offen über die Mafia zu schreiben!

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