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PETRA RESKI

Wir hier in Venedig sind und waren besorgt – nicht nur angesichts der verheerenden Auswirkungen von MOSE auf die Lagune, von denen wir  – bislang immer noch nichts Genaues wissen, sondern auch angesichts des falschen Gefühls der Sicherheit, das dieses Mammutprojekt vermittelt.

Falsche Sicherheit

Dies um so mehr, als jetzt angekündigt wurde, dass die Flutsperrtore erst ab einem Hochwasser von 1,30 Meter geschlossen werden. Remember: Uns war immer versichert worden, dass MOSE ab einem Hochwasser von 1,10 Metern aktiv würde. Wenn die Flutsperrwerke erst ab 1,30 Meter eingesetzt werden, steht Venedig unter Wasser.

Falsche Voraussagen

Das zeigt uns wieder mal, dass es nicht darum geht, Venedig, sondern den Hafen zu schützen, denn wenn MOSE geschlossen wird, können keine Schiffe mehr einfahren. Und weil die Interessen des Hafens offenbar größer sind als die Venedigs, wird Venedig geopfert. Zumal die meteorologischen Voraussagen immer nur Voraussagen sind – und das Hochwasser die Voraussagen übersteigen kann. So war es nicht nur bei der Sturmflut 2019, als das Hochwasser in den letzten zehn Minuten um zehn Zentimetern stieg, sondern auch im letzten Dezember: 

Am 8. Dezember 2020 schrieb ich auf Facebook:

Für heute wurde ein Hochwasser von 125 cm erwartet: „MOSE nicht aktiv“, teilt uns das Gezeitenzentrum mit. Denn das Wunderwerk MOSE wird aus Kostengründen (es kostet 300.000 Euro, wenn es in Betrieb ist) und zum Schutz der Interessen des Hafens erst bei einem Wasserstand von 130 cm eingesetzt (und das obwohl, als es noch nicht in Betrieb war, angekündigt worden war, dass das MOSE bei 110 cm aktiv sein würde).

 

Heute werden wir dann um 12.47 Uhr informiert: „Wetterverschlechterung. Nächster Höchstwert 135 cm um 15.10 Uhr“ Oops. Das bedeutet, dass die meisten Geschäfte im Erdgeschoss überflutet werden – außer die Geschäftsführer/Eigentümer rennen in die Läden, um alles zu hochzustellen – vorausgesetzt, sie leben in Venedig und nicht auf dem Festland.

 

Dann wieder die Sirenen. Um 15.24 Uhr eine weitere Meldung des Gezeitenzentrums: „Nächstes Maximum 145cm um 16.40 Uhr heute, Dienstag, 8. Dezember, aufgrund der außergewöhnlichen Verstärkung des Borawindes.“


Donnerwetter, sogar „außergewöhnlich“. Was muss der Wind als nächstes tun? Ankündigen, ob er die Richtung ändern wird?
Ein Hochwasser von 145 cm ist verheerend für Venedig.

 



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