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PETRA RESKI

Wie schön, dass gestern ein paar meiner Venedigbilder in den Heimspielen von ttt gezeigt wurden!  Und hier das ganze Selfie-Video als Bonustrack:

Die von dem Gemeindepolizisten inkriminierte Möwe ist übrigens diese:
Und hier noch ein paar Worte zum Making-of des Selfievideos:
Nachdem mich die Redaktion von ttt gefragt hatte, habe ich mich auf die Suche nach meinem Selfie-Stick gemacht, der aber leider verschwunden blieb, und der andere Halter funktionierte auch nicht, weil der nur im Querformat aufnimmt, sollte aber Hochformat sein. Kurz: Ich war schon schweißgebadet, bevor ich überhaupt anfing.
Habe erst in der Küche gedreht, wegen des ruhigen Hintergrunds, aber da habe ich mich tausend Mal verhaspelt, und als ich endlich es richtig hingekriegt habe, war der Hall irgendwie blöd. Dann habe ich es mit dem Ansteckmikrophon versucht, das musste ich auch erst mal suchen, irgendwo im Paläozän meines Schreibtischs, und als ich es gefunden hatte, störte dieser Fremdkörper am Pulloverausschnitt, dann habe ich es mir ungefähr auf Bauchhöhe angeknipst, und als ich meine Sätze fast fehlerlos hintereinander gehaspelt hatte, platzte der Venezianer meines Lebens in die Küche. Den habe ich dann als Assistenten rekrutiert, aber er nahm mich aber äußerst unvorteilhaft von unten auf, also voll auf die Halsfalten gehalten, da habe ich auf seine Unterstützung verzichtet und weiter in der Wohnung probiert.
Aber da habe ich gesehen, dass da zu viel Durcheinander zu sehen war, irgendwie zu unruhig als  Hintergrund, und schließlich will man ja auch nicht zu viel von sich preisgeben, da war ich schon auf dem Erwin-Lottemann-Niveau und wollte in Wuppertal eine Herrenboutique eröffnen. Auf dem Balkon ging auch nicht, da schien mir die Sonne ganz hinterhältig ins Gesicht, und am Ende dachte ich, ich mache es jetzt unten beim Laufen, vielleicht bin ich da entspannter und der Hintergrund ist unverfänglicher, dann habe ich mich auf den Anleger gestellt, da habe ich mich auch noch mal verhaspelt, und am Ende rauscht noch mal voll der Wind rein. Aber scheiß drauf.

Wenn ich nicht selbst zu sehen bin, ist es einfacher, etwa hier am Canal Grande

oder am Dogenpalast – und es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich die Brücke vor der Seufzerbrücke für mich allein hatte:

Was ich natürlich besonders bedauere, bei diesem unfassbar schönen Wetter und der Lagune, die da liegt wie ein Silbertablett, ist, dass ich nicht mit meinem Boot fahren darf. Offenbar hat es sich noch nicht bis auf das Festland herumgesprochen, von dem wir ja leider regiert werden, dass es in Venedig keine Straßen, sondern Kanäle gibt. Und dass die Venezianer keine diportisti, also Freizeitkapitäne sind: Das Wort ist eine Beleidigung für die Venezianer, für die ein Boot kein Freizeitvergnügen ist, sondern eine Lebensform und das seit Jahrhunderten.

Anders ist es nicht zu erklären, dass ein Freund, der seiner Mutter gestern die Einkäufe im Kanu gebracht hat, eine Geldstrafe über 500 Euro erhalten hat.
Fortsetzung folgt!


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    Jo Flade
    26. April 2020

    Sehr geehrte P. Reski – über den DLF hörte ich mehr zufällig von Ihren “einsamen” Venedig-Streifzügen und bin fasziniert von Ihren fotografischen Impressionen; danke! Vor zig Jahren, wohl so 1996/97, auf unserer Rückreise von Kroatien (Cres), trafen wir uns in Venedig mit unserem Sohn Markus (wir haben drei Söhne und inzwischen 8 Enkel) auf dem Markusplatz am Campanile, der damals wegen Baumaßnahmen eingerüstet war. Lange nicht diese Massenfluten wie heute, aber es langte uns und wir flohen auf den Fischmarkt, wo wir lange saßen bei Wein und Fisch und aller Zeit der Welt. Abends auf dem Festland-Zeltplatz übernachteten wir und am Morgen trennten wir uns nach einem unvergesslichen Venedig-Abendteuer. Markus fuhr auf seiner Maschine in die Libysche Wüste und wir nach Dresden. Diese Momente erweckten Sie mit Ihren Videos und nicht nur wir wünschen, Venedig möge, wie Elke Heidenreich schreibt, die “Schöne Stadt der Stille” bleiben (vermutlich und leider eine Illusion…). Bleiben Sie behütet und Adieu – Jo.Flade/Elbhang

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    Christiane
    19. April 2020

    Vielen Dank, liebe Frau Reski, dass Sie diese Bilder und Klänge teilen!
    Ich beneide Sie um diese Erfahrung, die wir dem Virus zu verdanken haben. Vielleicht, das ist die Hoffnung, geht die Vergewaltigung der Stadt und der Lagune nun tatsächlich zu Ende. Es wäre eine der positiven Folgen dieser Ausnahmesituation in der wir die Chance haben zu lernen und die Prioritäten zu justieren. Auch was Venedig betrifft. Und das wäre angesichts der vor Kurzem noch unausweichlich scheinenden Vernichtung der Stadt und ihres sozialen Gefüges doch etwas wirklich Gutes.
    Viele Grüße aus Berlin, dem vergleichsweise belebten.
    Christiane Neumann

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    Friederike Haar-Kliche
    18. April 2020

    Sehr geehrte Frau Reski,
    Google weiß alles über meine Interessen. So hat es mir auch Ihre Coronavideos vorgeschlagen die ich überaus erfreut angeschaut habe, wenngleich mit großer Wehmut. Mein Plan war, nach meiner Berentung im Juni nach einigen Jahren wieder nach Venedig zu reisen um dieses Mal einen Sprachkurs zu besuchen. Es ist eine ganz besondere Zuneigung zu dieser Stadt. Ich verfolge den Verfall, ärgere mich über die Ignoranz mit der diese wundervolle Stadt zerstört wird, habe stets Mitgefühl mit den verdrängten Venezianern die sich die Mieten nicht mehr leisten können u.v.m. Und ich bin sehr enttäuscht, nicht hinreisen zu dürfen. Hoffnung besteht, dass evt. nach der Krise nicht von einem Tag auf den anderen alles wieder wie zuvor übervölkert wird.
    Auch wenn es für Sie sicher sehr unangenehm ist, momentan so bewegungseingeschränkt zu sein. Die Videos haben einen ganz besonderen Reiz und nähren meine Sehnsucht. Ich beneide Sie um diese Eindrücke.
    Seien Sie herzlich gegrüßt aus dem sonnigen Köln, wo es ab Montag, sehr zur Freude der Bevölkerung einige Lockerungen geben wird.
    Friederike Haar-Kliche

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      reski
      18. April 2020

      Das freut mich. Wie alle hier hoffe auch ich, dass das Nach-Corona in Venedig nicht einfach an das Vor-Corona anschließt! Herzlichst, Petra Reski

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    Kurt Noll
    7. April 2020

    … ein Freund, der seiner alten Mutter gestern die Einkäufe im Kanu gebracht hat, eine Geldstrafe über 500 Euro erhalten hat.

    Sehr verehrte Frau Reski,
    Pech, dass die alte Mutter Ihres Freundes nicht im Süden lebt – denn da bringt die Mafia die Lebensmittel. Ich muss schon sagen, ein unmögliches Verhalten des “Ordnungshüters”, zumal dies wohl leicht zu überprüfen gewesen wäre. So macht man sich keine Freunde – seiner Karriere als Blockwart schadet es jedenfalls nicht.

    Sicher haben Sie es schon gesehen und gelesen, aber für die Blogleser: “Coronavirus, il capo della polizia Gabrielli: “Al Sud il welfare lo fanno i clan.” Zu finden unter:

    https://www.ilfattoquotidiano.it/2020/04/07/coronavirus-il-capo-della-polizia-gabrielli-al-sud-il-welfare-lo-fanno-i-clan-ma-le-mafie-sono-interessate-anche-al-post-emergenza/5762637/

    Sehr alarmierend, da kriminelle Organisationen deutlicher flexibler als die staatlichen Strukturen reagieren und agieren können. Und wie geht man wirksam dagegen vor?? Eigentlich müsste die Polizei die verteilten Lebensmittel wieder einsammeln. Eigentlich. Es ist natürlich klar, dass das keine Option sein kann.

    Trotzdem, einen schönen Abend wünscht Ihnen

    Kurt Noll

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      reski
      12. April 2020

      Das ist sozusagen das Geschäftsmodell der Mafia oder besser: ihre Kernkompetenz, flexibel reagieren zu können. Aus dem Grunde konnten sich auch niemals Unternehmen im Süden ansiedeln, die sich weigerten, Schutzgeld zu bezahlen: Die Mafia will immer der Gönner sein, diejenige, die als Wohltäter auftritt, wenn sie Arbeitsplätze verteilt. Oder eben in diesem Fall: Lebensmittel an Bedürftige. So hat sie in Notlagen immer gehandelt Und deshalb wären die Coronabonds für Italien auch wichtig, damit kleine und mittlere Unternehmen eben nicht bei mafiosen Wucheren enden, sondern Kredite erhalten können.

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    Kurt Noll
    7. April 2020

    Sehr verehrte Frau Reski,
    mir fehlen die Worte – einfach nur schön!
    Vielen Dank.

    Den von Ihnen am 04.04. erwähnten Film habe ich auch gesehen und längst vergessen, da schon ewig lange her (vor genau… ähem … Jahren). Vergessen, dachte ich, doch offensichtlich nicht ganz – Ihre Bilder von den menschenleeren Wegen, Plätzen und Kanälen erzeugten im Unterbewußtsein Assoziationen zu der diffus letalen Konnotation dieses Films. Erst Ihr Hinweis auf die Gemeinsamkeit einiger Betrachter Ihrer Videos, ebenfalls diesen Film gesehen zu haben, rief ihn mir wieder ins Bewußtsein zurück. Problem erkannt, Grusel gebannt – und eine Therapiestunde eingespart.

    Herzliche Grüße nach Venedig
    Kurt Noll

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