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PETRA RESKI

Liebe und Hass

Wie er das nur wieder hingekriegt hat. Ein Irrer schlägt Berlusconi einen Zahn aus, und schon delirieren die italienischen Tageszeitungen vom “Klima der Gewalt”, der Staatspräsident ruft auf, dem “Hass abzuschwören”, das komplette Regierungslager pilgert an das Krankenbett, und die Opposition überbietet sich gegenseitig darin, diejenigen zu denunzieren, die nicht schnell genug in das nächstbeste Mikrophon ihr Mitgefühl für den lädierten B. gehaucht haben. Der Senatsprãsident wähnt in Facebook die Wurzel allen Übels und bringt den Facebook-Chef dazu, einen Kotau zu machen, und der Journalist Marco Travaglio wird als “medialer Terrorist” geschmäht. “Liebe” und “Hass” sind die meist strapazierten Wörter im öffentlichen Diskurs – auch das B.’s Verdienst: Es gibt keine politischen Gegner mehr, keine Argumente, keine Gründe, seine Politik und seine Gesinnung abzulehnen, keine Demokratie, sondern nur noch “Liebe” und “Hass”.



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    kristian
    15. Februar 2010

    liebe und hass sind die fundamentalen empfindungsebenen wenn es keine differenzierten perspektiven mehr gibt. wenn überleben jeden morgen auf der agenda steht, wenn beruflich, ökonomisch, politisch, gesellschaftlich maximal das halten des niedrigen niveaus als aufgabe gesehen wird, dann regiert das emotionale schwarz-weiß-denken.
    die ideale spielwiese für demagogen mit ausgeprägter demokratie-phobie.
    genial vorbereitet – wenn man an verschwörungstheorien glauben mag. zuerst die mediale gleichschaltung, dann die mediale gehirnwäsche damit man jede porcheria als cool verkaufen kann, die völlige korrumpierung der entscheidungsebenen schafft abhängigkeiten und willfährigkeit und letzlich die präkarisierung der massen (auslagern des unternehmerischen risikos, reduktion von sozial- und bildungsleistungen, verteilungspolitik, finanzwirtschaftscasino) macht diese wiederum ängstlich, perpektivlos und daher bestens steuerbar.
    Das ist der Boden, auf dem dann Argumente von Liebe und Hass fruchtbarst srießen.

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