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PETRA RESKI

Hier mal wieder etwas aus meiner beliebten Rubrik “Italienische Politik leicht gemacht”. Morgen werden die Präsidenten des Senats und des Parlaments gewählt. Ist nicht ganz unbedeutend, weil sich schon hier mögliche Affinitäten zwischen den Parteien zeigen. Nur so, um ein Beispiel zu nennen: Heute könnte man sehen, ob sich die PD wieder bereit erklärt, einen Kandidaten von B. zu unterstützen, um so die bösen, bösen Fünfsterne zu neutralisieren. Vulgo: Mal sehen, ob die PD wieder umkippt.

B. hatte natürlich das Problem, in seinem Sumpf aus vorbestraften Parlamentariern und Senatoren die eine Lilie zu finden. Fündig wurde er bei Paolo Romani, dem ehemaligen Fraktionsführer von Forza Italia. Naturgemäß ist auch der vorbestraft, wegen Veruntreuung. In der Fülle seiner Ämter (zeitweise war er Entwicklungsminister, Abgeordneter der PDL, Stadtrat in Monza und Berater der Expo) hat Romani den Überblick verloren und seiner Tochter das Diensttelefon gegeben, das ihm die Stadt Monza zur Verfügung gestellt hat. Das perfide Mädchen hat das natürlich ausgenutzt, so dass am Ende seiner Amerika-Reise mehr als 12 000 Euro Telefonkosten zusammen kamen. (Und wer kennt das nicht: Mädchen, die mit Papas Telefon stundenlang Überseegespräche führen!). Außerdem sind Mädchen ja schusselig, weshalb Papa Romani auch noch sein Telefon verloren melden musste, um eine neue Sim zu bekommen.

Natürlich hatte er das Ganze total vergessen, als er erst vom Rechnungshof und dann von den Staatsanwälten befragt wurde. Herrgott, das Telefon lag eben rum, und was sind schon 12 000 Euro? Natürlich hat er die auch schnell bezahlt, als das mit dem Rechnungshof … Gottchen, ja.

Und so gesehen, soll Romani nun zum Senatspräsidenten gewählt werden. Denn sonst kann der Ärmste, was seine Vorstrafen betrifft, nie Fortschritte machen.

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