Mit ‘Deutschland’ getaggte Artikel

Vermasselt

Montag, 10. April 2017

Übrigens: Die Chance, eine goldene Ehrennadel für 30 Jahre Mitgliedschaft bei Verdi zu bekommen, habe ich mir auch noch vermasselt. Jahrzehntelang habe ich, wie viele andere freie Journalisten auch, meine Beiträge in der Hoffnung gezahlt, dass mir die Gewerkschaft Verdi  im Fall der Fälle beistehen würde. Ich dachte: Hey, denen geht es ja auch um den Kampf für das freie Wort! Tja, mein Fall gehört in ihren Augen wohl irgendwie nicht dazu. Die Gewerkschaft Verdi könne mir keinen Rechtsschutz gewähren, weil ich mir einen „externen“ Rechtsanwalt selbst ausgesucht habe, wurde mir beschieden. Ansonsten wünschten sie mir alles Gute, viel Kraft, Erfolg und Glück.

Ende meiner Mitgliedschaft bei Verdi. Keine Ehrennadel.

Aber weil sich die Rechtskosten mit guten Wünschen allein nicht bezahlen lassen, werde ich in Kürze ein Crowdfunding starten. Schwarmsammeln. Alles was über meine Rechtskosten hinaus geschwarmsammelt wird, werde ich einer Antimafia-Organisation zukommen lassen. Dazu bald mehr.

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Die Mafia dankt ihren freundlichen Unterstützern …

Montag, 10. April 2017

 

für ihren selbstlosen Einsatz.  Hier weiterlesen

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Wie ich meinen Glauben an den Journalismus wiederfand.

Samstag, 01. April 2017

So geschehen dank des FAZ-Feuilletons, in dem heute dieser von Andreas Rossmann verfasste Artikel erschienen ist, mit der schönen Überschrift:

Von der Mafia lernen heißt schweigen lernen
Eine investigative Reporterin wird eingeschüchtert und von der Wochenzeitung „Der Freitag“ im Stich gelassen: Der Fall Petra Reski ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich.

(mehr …)

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Erfolgreiche italienische Unternehmer und ich

Mittwoch, 15. März 2017

Nachdem ich mein Buch „Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ geschrieben habe, habe ich drei Jahre mit Prozessen verbracht. Eines der letzten Urteile war in München von einer Richterin erlassen worden, die bereits im einstweiligen Verfügungsverfahren das Schmerzensgeld heraufgesetzt hatte, weil es ihr „a bissl gering“ erschienen war, und die den Kläger der Form halber noch gefragt hatte, ob er denn nun Mafiamitglied gewesen sei oder nicht, so wie es die BKA-Berichte (die Richterin sagte: „BAK-Berichte) nahelegen. Er erwiderte, dass er sich das auch nicht erklären könne. Als das Oberlandesgericht dem Kläger ein Schmerzensgeld zugesprochen hat, wegen der von mir zugefügten „schweren Verletzung des Persönlichkeitsrechts“, bin ich nicht mehr persönlich erschienen, weil ich es zu demütigend empfand, vor Gericht bedroht zu werden, ohne dass jemand eingreift.

Vom Standpunkt der anthropologischen Forschung war die Erfahrung jedoch sehr nützlich. Sie hat mich letztlich dazu gebracht, mich der Mafia in Romanform zu nähern: Wenn ich ohnehin keine Namen nennen kann, weil ich sofort verklagt werde, warum soll ich mich dann durch die Zwänge eines Sachbuchs einengen lassen? Die Klagen, die Drohungen, die Prozesse waren so etwas wie „method acting“ für meine Romane: Robert De Niro lernte für seine Rolle als Jake LaMotta in „Wie ein wilder Stier“ boxen, ich saß in Gerichtssälen herum und lernte, wie es sich anfühlt, bedroht, verklagt und verleumdet zu werden – und nicht nur juristische, sondern auch sehr aufreibende menschliche Erfahrungen zu machen: enttäuschende, aber auch unverhofft ermutigende.

Literarisch lohnend, geradezu unfassbar ergiebig ist für mich die sogenannte „Grauzone“ der Mafia: Unternehmer, Politiker, Ehefrauen, Rechtsanwälte, Notare, Bischöfe, Bürgermeister, Polizisten und Journalisten – alle diejenigen, die nur so tun, als stünden sie auf der Seite der Guten, finde ich psychologisch interessanter und facettenreicher als die Mafia. Denn ohne die Feigheit vieler und die verschlossenen Münder, ohne ihre Sympathisanten wäre die Mafia schon längst besiegt.

In diesen Tagen habe ich gerade das dritte Manuskript für einen neuen Mafia-Roman abgeschlossen, der im Juli bei Hoffmann&Campe erscheinen wird. Protagonisten sind wie bereits in den beiden anderen Romanen auch die sizilianische Antimafia-Staatsanwältin mit deutschen Wurzeln Serena Vitale und der (meist) tapfere deutsche Investigativjournalist Wolfgang W.Wieneke. Praktisch parallel zu meiner Romanhandlung verklagte mich ein italienischer Geschäftsmann am Landgericht Leipzig. Ich hatte seinen Namen in einem Artikel für den FREITAG genannt, der von dem am Landgericht Leipzig ergangene Urteil gegen den MDR handelte, das nach einer MDR-Dokumentation über die Mafia in Erfurt erlassen worden war. Gerichtsberichterstattung. In diesen Tagen ist das Urteil gegen mich ergangen: Laut Gericht habe ich das Persönlichkeitsrecht des erfolgreichen italienischen Unternehmers verletzt.

Niemand liest meine Artikel über die Mafia in Deutschland und meinen Blog aufmerksamer als gewisse erfolgreiche italienische Geschäftsmänner in Deutschland, besonders diejenigen aus Duisburg und Erfurt, mein Blog verdankt ihnen vermutlich die meisten Clickzahlen. Interessanter aber als das Verhalten dieser erfolgreichen italienischen Geschäftsmänner in Deutschland, ist die bizarre Haltung des FREITAG – dem Blatt eines Herausgebers, der sich, wenn ich es richtig verstehe, doch einiges für sein gesellschaftliches Engagement zugute hält.

Auf meine Anfrage, ob beim FREITAG denn auch eine Klage eingegangen sei, antwortete eine Redakteurin: „Huch – nein, es ist noch nichts hier eingegangen, so weit ich weiß“ und schrieb später: „Also das klingt ja echt übel, ich hoffe, Sie haben jetzt nicht zu viel Ärger mit diesem Mafia-Anwalt …?“ Auch in den folgenden Monaten hörte ich von der Redaktion des FREITAG – nichts. Keine Nachfrage, wie „es denn so läuft“, ganz zu schweigen von dem Angebot, vielleicht den Justiziar des FREITAG zu bemühen – oder in welcher Weise auch immer die Redaktion ihre „Solidarität“ hätte zum Ausdruck bringen können. Im September schrieb mir die Redakteurin, dass die Unterlassungsforderung inzwischen auch beim Verlag eingegangen sei, woraufhin sie vorschlug, meinen Text kurzerhand zu löschen: „Was schade wäre, ja. Aber die Anwaltskosten sind für einen kleinen Verlag wie unseren eine ziemliche Belastung“.

Dass die Gerichts- und Anwaltskosten für eine kleine Autorin wie mich, die an dem Artikel ganze 321 Euro brutto verdient hat, auch eine ziemliche, wenn nicht sogar größere Belastung sind, darauf scheint beim FREITAG allerdings niemand gekommen zu sein. Einen Artikel in vorauseilendem Gehorsam zu löschen, hätte ich, gerade von einem Blatt wie den FREITAG nicht erwartet. Ein unerträglicher Kotau – um vom journalistischen Ethos jetzt mal ganz zu schweigen.

Im November wurde mir die Unterlassungsklage nach Venedig zugestellt. Daraufhin schrieb ich eine lange Mail an den Chefredakteur und Herausgeber des FREITAG, Jakob Augstein. Und Jakob Augstein, der sich auf allen möglichen Kanälen so ziemlich zu allem äußert, von A wie „Atomwaffen in Deutschland“ bis „Z“ wie „Zuwanderung“ – schwieg.

An seiner Stelle wurde mir von der Redakteurin beschieden: „Wie in vergleichbaren Fällen – wenn ein Beitrag also von einer Unterlassungsklage betroffen oder aus anderem Grund juristisch strittig ist – nehmen wir den betreffenden Text von der freitag.de-Seite herunter. Dabei bleibt der FREITAG auch in diesem Fall. Für etwaige weiterführende Rückfragen bitte ich Sie, sich an die Geschäftsführung des Verlags, an Frau Dr. Düts zu wenden, deren Kontaktdaten ich Ihnen hier anhänge.“

Zwei Mal rief ich Frau Düts an. Niemand meldete sich. Dann hatte ich die Botschaft verstanden.

Ich erinnerte mich an einen Satz, den ein renommierter Medienanwalt anlässlich der Schwärzungen meines Mafia-Buches geschrieben hat: „Dass die Presse ihrer Aufgabe als Wächter und Mahner unter solchen Voraussetzungen nicht effizient nachkommen kann, liegt auf der Hand. Das Ergebnis ist eine lückenhafte und damit illusionäre Darstellung der Realität zugunsten von lichtscheuen Gestalten. Während Boulevardmedien Verstöße gegen Persönlichkeitsrechte aus der Portokasse zahlen, werden seriöse Autoren durch diese Rechtsprechung hart getroffen.“ Wie wahr.

Und noch an einen anderen Satz musste ich denken: „Jeder, der über die Mafia schreibt, tut das auf eigene Gefahr.“ Das sagte mir einmal Alberto Spampinato, der Bruder eines von der Mafia ermordeten sizilianischen Journalisten. Er meinte das ganz wörtlich. Denn mit „auf eigene Gefahr“ meinte er nicht nur Gefahr für das Leben, sondern auch für die Integrität. Denn der Siegeszug der Mafia in der Welt beruht keineswegs allein auf Gewalt, sondern vor allem auf Geld und dem Schweigen vieler.

Auf der Unterlassungsklage, die mir nach Venedig geschickt wurde, stand kurioserweise das Stockwerk als Zusatz zu meiner Adresse. Abgesehen davon, dass meine venezianische Adresse über geneigte Quellen leicht in Erfahrung zu bringen ist, kriegt man das Stockwerk nur heraus, wenn man vor der Wohnungstür gestanden hat.

Das sind so kleine Feinheiten – die man allerdings nur goutieren kann, wenn man auf die Idee kommt „auf eigene Gefahr“ über die Mafia zu schreiben.

Super Geschichte. Also so als Inspiration für kommende Romane gedacht.

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Das Ding mit der vermeintlichen Distanz

Sonntag, 26. Februar 2017

Jetzt mal was anderes. Heute morgen beim Herumklicken stieß ich auf das Haftprotokoll, das der in der Türkei inhaftierte Korrespondent Deniz Yücel geschrieben hat, dessen Lektüre ich allen an das Herz legen möchte, weil es ein grandioser und bewegender Text ist.

Post

Noch wertvoller als die paar Minuten frische Luft auf dem Weg zum Arzt sind die Anwaltsbesuche. Anwalt bedeutet: frische Socken und vor allem Post von draußen! Der Anwalt bringt mir Nachrichten aus meiner Redaktion, Grüße von meiner geliebten Dilek und von meinen Freunden, und Zeitungsartikel. In die Zelle mitnehmen darf ich die Ausdrucke nicht, nur im Anwaltsraum lesen. Das meiste kann ich nur überfliegen, weil die Zeit knapp ist. Und weil mich das alles so sehr rührt, dass mir die Tränen hochsteigen. Das darf einem hier eigentlich nicht passieren. Aber das tut so gut. So unglaublich gut zu wissen, dass ich hier nicht allein bin und vergessen werde.

 

Zuvor hatte ich auf Zeit-online einen Text gelesen, in dem die Journalistin Mely Kiyak über ihre Hate-Poetry-Tour (Verlesen von Hassmails) zusammen mit Deniz  Yücel schrieb:

Wir lernten das Land kennen, das unterschiedliche Publikum, im Süden, im Norden. Wir lernten, dass unser türkischsprachiges Publikum nicht genug davon bekam, wenn wir Briefe von Nazis vorlasen. Lasen wir Texte, die Bezug nahmen auf unsere Türkeiberichterstattung oder den Islam, waren die Reaktionen schon seltsamer. Einmal stand ein türkischer alter Herr auf, als Doris ein wichtiges Element unserer Bühnendeko, einen Moscheewecker anschmiss, und den scheppernden Gebetsruf aus der Plastikverschalung mit ihrem Mikro verstärkte. Der türkische Herr rief laut und deutlich in die wie immer schon Wochen zuvor ausverkaufte und völlig überfüllte Veranstaltung hinein: „Ich distanziere mich von diesem Witz!“ Da wir extrem exzellent im Zurückrufen sind, rief Doris oder Yassin, ich weiß es nicht mehr genau, zurück: „Wir nehmen Ihre Protestnote an und halten fest, dass sie sich von einem Wecker distanzieren.“

 

Mely Kiyak schrieb voller Wut und Herzblut:

Ein Autor lebt weder am Schreibtisch noch auf einer Gefängnispritsche. Es sind die Texte, die leben und einen Autor zum Autor machen. Man kann einen Menschen einsperren, aber den Autor kriegt man nicht weggesperrt. Weshalb das Einsperren eines Journalisten die hilfloseste Maßnahme ist, die eine Regierung veranlassen kann. Die Ideen lassen sich nicht festhalten, die Gedanken nicht wegsperren. Schreiben ist schärfer als Waffen. Ach Türkei, Du lernst es nie!

Ich denke, dass man einen Geist wie Deniz‘ besser so schnell wie möglich frei lassen sollte, denn seine Kraft, seine Energie und sein Witz, seine klugen Bemerkungen, seine unbändige Menschenliebe und seine Abscheu gegenüber jeglichem Unrecht werden den Laden, egal ob Polizeirevier, Kerker oder das Scheißkulturzentrum in dieser hessischen Provinz, das ihm so auf die Nerven ging, innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf stellen.
Man hat weniger Ärger mit ihm, wenn man ihm seine Freiheit gibt. Und man hat weniger Ärger mit mir, denn ich kann niemals Ruhe geben, solange mein Kollege, Hate-Poetry-Bruder und Freund Deniz Yücel nicht frei ist.

 

Natürlich ging dem Ganzen in Deutschland auch eine Polemik voraus – in der FAS war ein Kommentar des FAS-Korrespondenten für südosteuropäische Länder zu lesen, der sich die Frage stellte: Können wirklich nur Journalisten mit türkischen Wurzeln über die Türkei schreiben? (mehr …)

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Postfaktische Funksignale (Populismus 1)

Samstag, 31. Dezember 2016

Eins muss ich noch loswerden, bevor sich das Jahr zu Ende neigt. Die Geschichte mit dem „Populismus“, dem „Postfaktischen“ und dem „Narrativ“, aargh.

(Gott sei Dank bin ich mit meiner Narrativ-Allergie nicht allein, Hermann Unterstöger hat auch etwas gegen den Narrativ und so) Also: Der Narrativ ist eine Hülse, ein Scheißdreck – würde jetzt an dieser Stelle der von mir sehr geschätzte, in seiner Branche aber unbeliebte und auch unterbezahlte Wolfgang W. Wieneke sagen. Und wo der Narrativ ist, darf der  „Populismus“ nicht fehlen- meist in Zwangskoppelung mit dem „Postfaktischen“. Zuletzt heute morgen in der Repubblica. Gerne auch in der Kombination des „postfaktischen Narrativs des Populismus“.

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In Italien wabert der Populismus-Vorwurf schon lange herum: Nicht erst seit Beppe Grillo die Fünfsterne-Bewegung gründete, wird die Populismuskeule hier nahezu täglich geschwungen – immer jedoch gegen diejenigen, die gerade nicht mitspielen dürfen, wenn es um die Macht geht. Was einmal die Lega war, dann die sogenannten girotondisti (die „Ringelreihen“ genannten Demonstrationen gegen Berlusconi), später die Partei des ehemaligen Staatsanwalts Antonio Di Pietro, die extreme Linke und eben jetzt die Fünfsterne-Bewegung. (Wenn jemand wie Berlusconi der Fünfsterne-Bewegung vorwirft populistisch zu sein, ist das ungefähr so, als würde ein Fleischesser einem Vegetarier vorwerfen, Salatblätter zu ermorden)

Aber in den letzten Monaten hat der Populismus-Vorwurf eine kometengleiche Karriere auch außerhalb von Italien hingelegt, nach Trump&Brexit und den Erfolgen der AfD schwingt auch die deutsche Presse die Populismuskeule. In den Jahresrückblicken der Tageszeitungen fehlt er ebensowenig wie in den Vorausschauen in das neue Jahr und in den Prognosen der Zukunftsforscher. Und dann das schöne Wort „postfaktisch“, haha, auf Italienisch „post-verità“, auf Englisch „post-truth“, und sogar in Frankreich ist die postfaktische Ära mit der „Ère post-factuelle“ angebrochen. (Hier übrigens ein sehr interessanter, tendenziöser, wie ich finde französischer Wikipedia-Eintrag dazu). Nachdem post-truth vom Oxford Dictionary zum Wort des Jahres ernannt wurde, wollten die Deutschen nicht nachstehen, zumal Angela Merkel es doch selbst gebraucht hatte: „Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sie folgen allein den Gefühlen.“

Ich hatte mal einen französischen Freund, der jeden Deutschen, der bei Rot an der Fußgängerampel stehen blieb, als Faschisten bezeichnete. Das war damals so, in den Achtzigerjahren, da war alles irgendwie fascho (un peu facho), was nicht links war. Fiel mir wieder ein, als ich neulich im ZDF den Film „Die Wutbürger – Europa und die Populisten“ sah (leider nicht mehr online). (mehr …)

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NO! Zur italienischen Verfassungsreform und zum Lobbyjournalismus meiner deutschen Kollegen.

Sonntag, 27. November 2016

Jetzt mal echt. Ich hatte wirklich die Absicht, mich nicht mehr zu äußern, zur geplanten Verfassungsreform in Italien. Eigentlich ist dazu alles gesagt. Aber leider bombardieren mich meine geschätzten deutschen Kollegen derart mit ihrer –  ja, wie soll ich es nennen? Lobbyjournalismusarbeit? – dass ich mich noch mal aufgerafft habe, kurz zur Erinnerung die wesentlichen Argumente aufzuführen, die gegen die Verfassungsreform sprechen:

Nicht der Senat wird abgeschafft, sondern die Möglichkeit, die Senatoren direkt zu wählen.
Die Verfassungsreform beschleunigt auch nicht die Regierungsgeschäfte: Der Senat existiert nach wie vor, nur nicht mehr in der ursprünglichen Form: Im „neuen“ Senat sitzen Bürgermeister und regionale Abgeordnete, die nicht gewählt, sondern von den Parteien bestimmt werden und die nach wie vor ihre Zustimmung zu den Gesetzen geben müssen – was zwar nur noch eine Formalität ist, weil die Zustimmung sicher ist, aber dennoch Zeit kostet. Überdies kommen auf diese Weise Bürgermeister und regionale Abgeordnete in den Genuss der parlamentarischen Immunität, der venezianische Bürgermeister Orsoni etwa, der wegen des Schmiergeldskandals der venezianischen Hochwasserschleuse vor Gericht steht, hätte gar nicht verklagt werden können.
Und wie der italienische Rechnungshof ausgerechnet hat, wird es auch nicht billiger: Durch die Reform würden weniger als 40 Millionen Euro gespart – das Gleiche wäre erreicht worden, wenn man den Senatoren 10 Prozent der Bezüge gekürzt hätte, ohne dafür die Verfassung anrühren zu müssen.

 

Über die grassierende Renzimanie in den deutschen Medien habe ich mich ja schon öfter gewundert, zuletzt hier, wo ich mein Erstaunen darüber äußerte, wie sehr sich die deutsche Presse für einen Ministerpräsidenten einsetzt, dessen Königsmacher und engster Vertrauter Denis Verdini ist, der bereits wegen Korruption verurteilt wurde und gegen den fünf weitere Klagen laufen: Verdacht auf kriminelle Vereinigung, Korruption, betrügerischer Bankrott, einfacher und schwerer Betrug zu Lasten des italienischen Staates. So weit, so schrecklich.

Aber da ahnte ich noch nicht, zu welcher Höchstform meine Kollegen auflaufen würden, je näher der Wahltag des Referendums zur Verfassungsreform, der 4. Dezember rückt: Man könnte meinen, es würde nicht in Italien, sondern in Deutschland gewählt.

Italiens Schuldendrama wird zur Bedrohung für Europa“ weiß Spiegel online. Die Süddeutsche warnt: „Bitte anschnallen„, wobei sich der SZ-Korrespondent verdient gemacht hat, von Renzi  für seinen unverdrossenen Agitprop mit der goldenen Feder ausgezeichnet zu werden, allein für sein „Renzi droht in dem Sumpf zu versinken, den er trockenlegen wollte“. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung warnt vor der nächsten Eurokrise, für den Fall, dass die unbelehrbaren Italiener es wagen sollten, gegen die Verfassungsreform zu stimmen, für die Tagesschau handelt es sich um nichts Geringeres, als um eine Abstimmung über „Renzi und die Mutter aller Reformen“, und ich könnte jetzt noch stundenlang weiter Artikel auflisten, in denen deutsche Journalisten Renzi und seine Verfassungsreform so lobpreisen, wie ich es zuvor bereits in der italienischen Presse gelesen habe – einer Presse, die in überwältigender Mehrheit Parteien, parteinahen Unternehmensverbänden, parteinahen Industriellen und vorbestraften Multimilliardären mit eigener Partei gehört. Und die zudem staatlich subventioniert wird, was zu gewissen Liebesdiensten gegenüber den Geldgebern stimuliert. Selbst der deutsche Innenminister (Innenminister!!) Thomas De Maizière fühlte sich genötigt, „Matteo Renzis Mut“ zu loben, die italienische Verfassung zu ändern, was zwar die Italiener befremdete (De Maizière wollte offenbar nicht hinter Obama, Angela Merkel, Jean-Claude Juncker zurückstehen, die alle bereits Renzi beigesprungen sind) nicht aber die deutschen Medien.

Als Journalistin finde ich die (nicht gekennzeichnete) Parteinahme der deutschen „Qualitätsmedien“ im Hinblick auf das bevorstehende Referendum in Italien beschämend. Keiner meiner Kollegen (ich lasse mich aber gerne belehren, falls jemand EINEN, auch nur einen Artikel gelesen hat, der die Gründe benannt hat, die GEGEN die Verfassungsreform sprechen) hat den Lesern erklärt, welche Interessen sich hinter dieser „Reform“ verbergen.

Etwa die von J.P. Morgan, keine Geringere als die größte Bank der Welt. Die gibt in ihrem 2013 erschienen Bericht über die europäische Wirtschaftskrise ein paar Tipps, wie diese zu meistern sei. Der Süden Europas müsse nicht wirtschaftlich, sondern politisch reformiert werden:

In the early days of the crisis, it was thought that these national legacy problems were largely economic: over-levered sovereigns, banks and households, internal real exchange rate misalignments, and structural rigidities. But, over time it has become clear that there are also national legacy problems of a political nature. The constitutions and political settlements in the southern periphery, put in place in the aftermath of the fall of fascism, have a number of features which appear to be unsuited to further integration in the region. When German politicians and policymakers talk of a decade-long process of adjustment, they likely have in mind the need for both economic and political reform.

(mehr …)

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Anne Bude

Sonntag, 21. August 2016

 

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Jetzt mal echt. So was gibt es, den Tag der Trinkhallen im Ruhrgebiet (Sagen wir natürlich nicht, im Ruhrgebiet, Trinkhalle. Wir sagen Bude. Und weil ich gerade im Ruhrgebiet war und beim Herumklicken auf Facebook sah, dass die wunderbare Sabine Brandi  (Dortmunderin und erotischste Stimme des WDR) bei dem Trinkhallen-Festival anner Bude in Essen las, habe ich mich kurzentschlossen in den Zug nach Essen geworfen.

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Auch wegen der Aussicht auf Mäusespeck und Weingummi.

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Sabine Brandi las vor dem, wie ich erfuhr, „Kultkiosk“ von Sven Lauer in Essen-Rüttenscheid

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zusammen mit dem Schauspieler Neven Nötig –

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sie lasen Buden-Kurzgeschichten, ausgewählt von den Ruhr-Poeten. (Sehr lustig:“Zwei Gauleuse und Bilder mit Mäuse“ von Matthias Reuter).

Natürlich, und das ist jetzt die Werbeeinblendung, sind außer mir auch Serena Vitale und Wolfgang W. Wieneke im Ruhrgebiet aufgewachsen, was Sie als geübter Reskisrepublikleser selbstverständlich wissen, weshalb beide sich mit Buden bestens auskennen, das aber einander nie zugeben würden. Auch weil sie im Moment total beschäftigt sind, mit einem neuen Fall, nach Palermo Connection und Die Gesichter der Toten.

Aber weil in meinem Schriftsteller-Leben eine Würdigung der Bude natürlich nicht fehlen darf, hier ein winziger Auszug aus Ein Land so weit (erschienen im Jahr 2000 – obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass ich da schon geboren war), in dem es um die Verwirrung geht, die der Diercke-Weltatlas in meinem Kopf angerichtet hatte. Ostpreußen, stand in Großbuchstaben über dem Land, befand sich zur Zeit unter polnischer bzw. sowjetischer Verwaltung.

Wenn wir mittags nach der Schule Pfefferminzbruch kaufen wollten, hing manchmal an Fillers Bude ein Schild: Zur Zeit geschlossen. Dann war auch die Klingel abgestellt, weil Frau Filler in der Küche hinter dem Verkaufsraum Mittagessen kochte. Manchmal hing das Schild schon um zwölf da, manchmal erst um eins. Es gab Tage, da öffnete die Bude bereits um zwei Uhr wieder, dann war sie um halb vier noch zu, und an manchen Tagen blieb sie ganz geschlossen. Die Filler macht auf und zu, wann sie will! hieß es immer. Nicht auszudenken, wenn das auch für die polnische und sowjetische Verwaltung gelten sollte. Vielleicht von halb neun bis eins unter polnischer und sowjetischer Verwaltung und von drei bis sechs unter finnischer und ungarischer? Und am Ende wurde an manchen Tagen vielleicht gar nicht verwaltet? Dann fiel mein Blick auf das Kleingedruckte unten auf dem rechten Rand der Seite: Neben dem breiten, roten Grenzstrich stand: Grenze des deutschen Reiches vom 31.12.1937. Die richtige Grenze war also gar nicht der dicke, rote Strich, sondern eine dünne, gepunktete Linie, die allerdings kein Mensch bemerkte, weil der dicke, rote Strich Deutschland unübersehbar einrahmte. Ich fand den Diercke-Atlas, in dem es so willkürlich zuging wie an Fillers Bude und wo man die Grenzen nur im Kleingedruckten fand, wenig glaubwürdig.“

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Pfefferminzbruch, Brauseherzen und Mäusespeck sind übrigens aus.

 

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Italienisch für Anfänger (Renzimanie)

Dienstag, 02. August 2016


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Neulich war ich zum ersten Mal wieder in Castiglioncello, dem kleinen toskanischen Badeort, in dem ich (Damen nennen keine Zahlen) vor langer, langer Zeit Italienisch gelernt habe. Besonders das passato remoto machte mich fertig, der Konjunktiv erst recht, ich sage nur: congiuntivo trapassato. Im Italienischen gibt es Zeiten, die kann man sich als Deutsche gar nicht vorstellen, geschweige denn konjugieren.

Um mich von den Tücken der italienischen Grammatik zu erholen, ging ich mit meinen Verbtabellen nachmittags an den Strand, wo die Italiener zu meiner Überraschung nicht über das beste Sonnenöl, sondern über das System der illegalen Parteienfinanzierung von Sozialisten und Christdemokraten redeten, über Amtsmissbrauch und Bestechungsgelder, über Mafiaverwicklungen und Mordkomplotte, wobei sie weder das historische Perfekt benutzten, was ja eine abgeschlossene Handlung der Vergangenheit ausgedrückt hätte, ohne jeden Gegenwartsbezug, noch den Konjunktiv, mit dem man Unsicherheit, Möglichkeit, Wunsch, Sorge und Furcht verdeutlicht hätte. Selbst vom congiuntivo trapassato, mit dem man einen Sachverhalt beschreibt, der laut meiner Grammatik „entweder als irreal angesehen oder subjektiv betrachtet wird“ war keine Spur, nein, sie sprachen im Indikativ Präsenz, einer Zeitform, die man benutzt, wie meine Grammatik versicherte, „um ein tatsächliches Ereignis in der Gegenwart zu beschreiben“. Ereignisse, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Und das, obwohl ich Journalistin war. Und drei deutsche Tageszeitungen täglich las.

Wenig später zog ich nach Italien. Die Gesprächsthemen vom Strand waren nun Gegenstand von Gerichtsprozessen. Ich wurde Zeugin, wie das italienische Parteiensystem im Orkus des Schmiergeldskandals verschwand, die beiden Antimafia-Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in die Luft gesprengt wurden, der siebenfache Ministerpräsident Giulio Andreotti wegen Unterstützung der Mafia verurteilt wurde und Silvio Berlusconi an die Macht gelangte – an der er fast zwanzig Jahre festkleben sollte. Bis Matteo Renzi kam. Der selbsternannte Verschrotter. Der alle loswerden wollte: die politische Führungsklasse, „die schlechteste, die wir je hatten“, die Gewerkschaften, die linken Parolen, die „Theoretiker des Mauschelns mit Berlusconi“. Und dafür nicht nur von der deutschen, sondern von nahezu der gesamten Auslandspresse wie ein Messias bejubelt wurde. (mehr …)

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In memoriam Hans Bokelmann 1931 -2016

Mittwoch, 20. Juli 2016

Gerade noch, als ich ein gutes Buch las, dachte ich: Ach, das muss ich dem Bokelmann empfehlen.

Ich sage immer „Der Bokelmann“, wenn ich von ihm spreche, so wie man unter Studenten über den Professor spricht – schließlich habe ich tatsächlich bei ihm studiert, genauer bei Prof. Dr. Hans Bokelmann – am Institut für allgemeine und historische Erziehungswissenschaft, Abteilung für Erziehungstheorie und Bildungstheorie.

Ich habe keine Ahnung, ob es ein Pro- oder Hauptseminar war, als ich mich für Bokelmann entschied, es ging um irgendwelche Scheine. Unsere ganze Existenz drehte sich um Scheine – zu erwerben mit möglichst wenig Aufwand und möglichst viel Spaß. Mehr als das Thema interessierte uns die Uhrzeit (nichts, was am Freitagnachmittag stattfand), ob eine Freundin mit von der Partie war und ob der Prof als ok galt.

Also keiner, der uns triezte oder kompetent&weltfremd war oder einer war von diesen Kuschlern, die uns das „Du“ anboten und Scheine mit Einheitsnoten wie Karamellbonbons verteilten. So einer war Bokelmann nicht. Er sprach und dachte so schnell, dass mir schwindlig wurde – besonders, wenn ich gerade der Vorlesung über die „Einführung in die Hauptströme des Marxismus“ am Institut für Soziologie entronnen war.

Ich erinnere mich noch genau daran, dass in meinem ersten Seminar bei Bokelmann der Roman „Schöne Tage“ von Franz Innerhofer Pflichtlektüre war. Ein Roman, in dem Innerhofer seine schreckliche Kindheit beschreibt – als Leibeigener auf dem Bauernhof seines Vaters, dessen unehelicher Sohn er war – und es schaffte, seinem Schicksal zu entkommen.

Der Wille des Menschen sich selbst zu bestimmen.

Am Institut für Soziologie herrschte das Dogma der Sozialisationstheorie – die mich an das indische Kastensystem erinnerte: als Unberührbarer geboren und als Unberührbarer gestorben. In Bokelmanns Seminaren hingegen war die Rede von Selbstbestimmung. Von Selbstbefreiung.

Es ging um Schleiermachers Hermeneutik, um Kant, Thomas Bernhard, Kafkas Verwandlung, Dürrenmatt – Literatur war für ihn mehr als ein ästhetisches Experiment. Er sah den Menschen und seine Geschichten. Für den er sich mehr interessierte als für den akademischen Überbau. Mehr als für die Anzahl veröffentlichter Aufsätze.

Ja, er war ein Menschenwissenschaftler.

Einmal lud er das ganze Seminar zu sich nach Hause ein. Wir saßen auf dem Boden vor seiner Bücherwand, tranken den von Bokelmann gestifteten Wein (eine ganze Kiste), aßen Nudelsalat (von den Pädagogik-Studenten zugerichtet), mousse au chocolat (die waren wir unserem Ruf als Romanistinnen schuldig) und blickten auf Münster herab: Bokelmann wohnte nicht wie andere Professoren in einer gemütlichen Altbauwohnung im Kreuzviertel, sondern in dem einzigen Hochhaus des ganzen Münsterlands. Und redete über das Fliegen.

Er hatte tatsächlich einen Pilotenschein gemacht.

Daran dachte ich immer, wenn ich mit ihm sprach.

Ein Mann, der fliegen konnte.

Gegen Ende meines Studiums arbeitete ich bei ihm als studentische Hilfskraft. Manchmal saßen wir mit ihm „beim Griechen“, einem Restaurant am Schlossplatz, wo wir den Abschluss eines Semesters feierten, die wissenschaftlichen Hilfskräfte und ich, wobei manche Doktoranden weihevoller und gespreizter auftraten als der Doktorvater selbst – der wunderbar über Studenten lästern konnte, etwa über die Frau mit dem „Pack-und-Wandertrieb“, die ständig Tüten mit sich herumtrug, in denen sie nicht nur ihre Bücher transportierte, sondern auch Wollknäuel in verschiedenen Farben: Es war nicht nur die Epoche des Nato-Doppelbeschlusses, sondern auch der entfesselten Strickerinnen.

Wenn wir nicht rauchten, strickten wir. Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, dass ich in den Seminaren nicht gestrickt hätte. Aber vielleicht verkläre ich das jetzt auch. Ich müsste Bokelmann fragen.

Wir blieben auch nach Ende meines Studiums in Kontakt. Immer war Bokelmann da und nahm Anteil an meinem Leben, mit seinen mit dunkelblauem Filzstift geschriebenen Briefen, voller Komposita (Wollenkönnen! Sichselbsterlernen! Könnenchancen!) und Gerundien: sich in Welt einarbeitend und diese ausarbeitend, seinen Maskenwechsel durchschauend! Er liebte Ausrufungszeichen!

Und ich liebte ihn dafür. Für seine Weltsicht, für seinen unaufdringlichen Gottesglauben, für seine unstillbare Neugier.

Wenn wir uns sahen, trafen wir uns in Münster bei Stuhlmacher am Prinzipalmarkt. Bokelmann aß eine Kartoffelsuppe, ich ein Wiener Schnitzel, und wir redeten über die Welt.

Und erst jetzt, als ich das Buch beiseite legte und kurz davor war, den Bokelmann anrufen, um es ihm zu empfehlen und mit ihm über die aus den Fugen geratene Welt zu reden, fiel mir ein, dass das gar nicht mehr geht.

Weil mein Freund Hans Bokelmann am 8. Juli gestorben ist.

In seinem letzten Brief schrieb er mir: Ich werde wieder ein Zeichen geben!

Daran glaube ich.

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