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	<title>PETRA   RESKI</title>
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		<title>Die vergessene deutsche Spur</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 11:52:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Erinnerung an Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Und daran, wie die Existenz der Mafia in Deutschland seit zwanzig Jahren erfolgreich verdrängt wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine <a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/mafia-morde-die-vergessene-deutsche-spur-11754609.html">Erinnerung</a> an Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Und daran, wie die Existenz der Mafia in Deutschland seit zwanzig Jahren erfolgreich verdrängt wird.</p>
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		<title>Toni Servillo</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 14:43:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Caserta ist eine Mischung aus mafioser Bauspekulation und barockem Größenwahn, graue Siebzigerjahreklötze verdrängen rosafarbene Palazzi, und wie eine Luftspiegelung taucht am Ende der Via Roma der Königspalast auf, die Residenz der Bourbonen. Es ist früher Nachmittag, in einer Gasse verwandelt sich ein Pizzabäcker für seine Enkelin in einen mehlbestäubten Pulcinella, auf der Piazza sitzen ein <a href="http://www.petrareski.com/2012/05/17/toni-servillo/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Caserta ist eine Mischung aus mafioser Bauspekulation und barockem Größenwahn, graue Siebzigerjahreklötze verdrängen rosafarbene Palazzi, und wie eine Luftspiegelung taucht am Ende der Via Roma der Königspalast auf, die Residenz der Bourbonen. Es ist früher Nachmittag, in einer Gasse verwandelt sich ein Pizzabäcker für seine Enkelin in einen mehlbestäubten Pulcinella, auf der Piazza sitzen ein paar alte Männer auf Plastikstühlen unter den Ficusbäumen  – und blicken nicht auf, als der Schauspieler Toni Servillo die Straße überquert. Servillo hat Italiens Makeln ein Gesicht gegeben, dem skrupellosen Müllmanager in „Gomorrah“, dem siebenfachen Ministerpräsidenten Andreotti in „Il Divo“, dem mafiosen Pizzabäcker in Deutschland in <a href="Caserta%20ist%20eine%20Mischung%20aus%20mafioser%20Bauspekulation%20und%20barockem%20Größenwahn,%20graue%20Siebzigerjahreklötze%20verdrängen%20rosafarbene%20Palazzi,%20und%20wie%20eine%20Luftspiegelung%20taucht%20am%20Ende%20der%20Via%20Roma%20der%20Königspalast%20von%20Caserta%20auf,%20die%20Residenz%20der%20Bourbonen.%20Es%20früher%20Nachmittag,%20in%20einer%20Gasse%20verwandelt%20sich%20ein%20Pizzabäcker%20für%20seine%20Enkelin%20in%20einen%20mehlbestäubten%20Pulcinella,%20auf%20der%20Piazza%20sitzen%20ein%20paar%20alte%20Männer%20auf%20Plastikstühlen%20unter%20den%20Ficusbäumen%20auf%20Plastikstühlen%20–%20und%20blicken%20nicht%20auf,%20als%20der%20Schauspieler%20Toni%20Servillo%20die%20Straße%20überquert.%20Servillo%20hat%20Italiens%20Makeln%20ein%20Gesicht%20gegeben,%20dem%20skrupellosen%20Müllmanager%20in%20„Gomorrah“,%20dem%20siebenfachen%20Ministerpräsidenten%20Andreotti%20in%20„Il%20Divo“,%20dem%20mafiosen%20Pizzabäcker%20in%20Deutschland%20in%20„Una%20vita%20tranquilla“%20–%20und%20ist%20jetzt%20einfach%20nur%20ein%20Mann%20in%20einer%20graubraunen%20Cordjacke.%20Den%20jedoch%20ein%20junges%20Mädchen%20erkennt%20und%20sich%20für%20ein%20Erinnerungsfoto%20strahlend%20an%20ihn%20schmiegt.%20%20%20%20%20%20Servillo%20ist%20Autodidakt,%20seine%20Schule%20war%20das%20Leben%20in%20Caserta%20und%20Neapel,%20wo%20auf%20jedem%20Zentimeter%20menschliche%20Komödien%20aufgeführt%20werden.%20Seine%20Karriere%20begann%20in%20der%20alternativen%20Theaterszene%20Neapels%20–%20der%20er%20sich%20bis%20heute%20verpflichtet%20fühlt.%20Servillo%20ist%20nie%20aus%20Caserta%20weggezogen,%20seiner%20süditalienischen%20Heimat%20ist%20er%20stets%20treu%20geblieben,%20wie%20einem%20Verwandten,%20den%20man%20nicht%20im%20Stich%20lassen%20kann,%20nur%20weil%20er%20kurzzeitig%20in%20Schwierigkeiten%20geraten%20ist.%20Die%20Zugehörigkeit%20ist%20ihm%20wichtig,%20das%20Wissen,%20woher%20man%20kommt,%20und%20das%20mit%20der%20Rückschrittlichkeit%20der%20Lega%20Nord%20nicht%20zu%20verwechseln%20sei.%20%20%20%20%20Es%20beleidigt%20ihn,%20wenn%20die%20italienische%20Politik%20mit%20einem%20Theater%20verglichen%20wird,%20denn%20Theater%20sei%20nobel%20und%20das,%20was%20jetzt%20in%20Italien%20stattfinde,%20eine%20Schmierenkomödie.%20Die%20ganze%20Welt%20beneide%20Italien%20um%20seine%20Filme,%20seine%20Musik,%20seine%20Kunst%20–%20aber%20anstatt%20die%20Kulturgüter%20wie%20einen%20kostbaren%20Rohstoff%20zu%20hüten,%20wird%20der%20Kulturetat%20um%20ein%20Drittel%20gekürzt.%20Es%20sei%20erniedrigend%20zu%20sehen,%20wie%20tief%20Italien%20gesunken%20sei,%20die%20moralische%20Korruption,%20die%20jahrzehntelange%20Gehirnwäsche%20durch%20das%20Fernsehen,%20alles%20drehe%20sich%20nur%20noch%20um%20Kaufen%20und%20Verkaufen:%20„Es%20gibt%20keine%20Rettung.“%20%20">„Ein ruhiges Leben&#8221;</a> – und ist jetzt einfach nur ein Mann in einer graubraunen Cordjacke. Den jedoch ein junges Mädchen erkennt und sich für ein Erinnerungsfoto strahlend an ihn schmiegt.</p>
<p>Servillo ist Autodidakt, seine Schule war das Leben in Caserta und Neapel, wo auf jedem Zentimeter menschliche Komödien aufgeführt werden. Seine Karriere begann in der alternativen Theaterszene Neapels – der er sich bis heute verpflichtet fühlt. Servillo ist nie aus Caserta weggezogen, seiner süditalienischen Heimat ist er stets treu geblieben, wie einem Verwandten, den man nicht im Stich lassen kann, nur weil er kurzzeitig in Schwierigkeiten geraten ist. Die Zugehörigkeit ist ihm wichtig, das Wissen, woher man kommt, und das mit der Rückschrittlichkeit der Lega Nord nicht zu verwechseln sei.</p>
<p>Es beleidigt ihn, wenn die italienische Politik mit einem Theater verglichen wird, denn Theater sei nobel und das, was jetzt in Italien stattfinde, eine Schmierenkomödie. Die ganze Welt beneide Italien um seine Filme, seine Musik, seine Kunst – aber anstatt die Kulturgüter wie einen kostbaren Rohstoff zu hüten, wird der Kulturetat um ein Drittel gekürzt. Es sei erniedrigend zu sehen, wie tief Italien gesunken sei, die moralische Korruption, die jahrzehntelange Gehirnwäsche durch das Fernsehen, alles drehe sich nur noch um Kaufen und Verkaufen: „Es gibt keine Rettung.“</p>
<p>(&#8220;<a href="http://kino.germanblogs.de/archive/2012/05/16/ein-ruhiges-leben-deutsch-italienisches-mafia-drama.htm">Ein ruhiges Leben</a>&#8221; läuft jetzt in den Kinos an, unbedingt ansehen!)</p>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 16:57:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Anflug durch Dunst, in der Ferne verschmilzt ein graues Meer mit dem Horizont. Der Rand der Lagune verläuft in braunen und grünen Mäandern. An manchen Stellen sieht man dunkle Flecken im Wasser, wie ausgelaufene Tinte. Kleine runde Inselchen treiben im Wasser, Insel-Essenzen, die von oben aussehen wie palmenbestandene Südseeinseln, mit einem schmalen, weißen Strand. Motorboote ziehen weiße <a href="http://www.petrareski.com/2012/05/15/8902/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anflug durch Dunst, in der Ferne verschmilzt ein graues Meer mit dem Horizont. Der Rand der Lagune verläuft in braunen und grünen Mäandern. An manchen Stellen sieht man dunkle Flecken im Wasser, wie ausgelaufene Tinte. Kleine runde Inselchen treiben im Wasser, Insel-Essenzen, die von oben aussehen wie palmenbestandene Südseeinseln, mit einem schmalen, weißen Strand. Motorboote ziehen weiße Schweife hinter sich durch den Giudecca-Kanal. Venedigs Dächer leuchten rosa, im Gegenlicht tauchen der Campanile und die Kuppel der Salutekirche auf. Und drei Kreuzfahrtschiffe. Leider.</p>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 16:52:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Bochum steigt ein junges Paar zu. Mit Koffern, groß wie Tiefkühltruhen. Beide tragen kurzärmelige, weiße T-Shirts, obwohl es so kalt ist, dass man den Atem sehen kann. Im Geiste sind sie schon in der Sonne.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Bochum steigt ein junges Paar zu. Mit Koffern, groß wie Tiefkühltruhen. Beide tragen kurzärmelige, weiße T-Shirts, obwohl es so kalt ist, dass man den Atem sehen kann. Im Geiste sind sie schon in der Sonne.</p>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 14:55:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Help I lost my style, hat  jemand auf eine Mauer gesprayt. Bemooste Wellblechdächer entlang der Gleise. Industriebackstein, Lagerhallen und von Efeu umrankte Schornsteine. Schrebergärten mit Deutschlandfahnen und blühenden Birnbäumen. Dazwischen Birkenwäldchen, mit ihren hängenden Zweigen fast so deprimierend wie Trauerweiden. Der Zug schiebt sich durch das Ruhrgebiet wie ein Raumschiff. Manchmal schwankt es leicht. Kurz <a href="http://www.petrareski.com/2012/05/14/8885/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Help I lost my style</em>, hat  jemand auf eine Mauer gesprayt. Bemooste Wellblechdächer entlang der Gleise. Industriebackstein, Lagerhallen und von Efeu umrankte Schornsteine. Schrebergärten mit Deutschlandfahnen und blühenden Birnbäumen. Dazwischen Birkenwäldchen, mit ihren hängenden Zweigen fast so deprimierend wie Trauerweiden. Der Zug schiebt sich durch das Ruhrgebiet wie ein Raumschiff. Manchmal schwankt es leicht. Kurz vor Dortmund steht neben den Gleisen eine Kühlanlage. Oder eine Müllverbrennungsanlage. Auf jeden Fall: giftig. Dunkelblaue Kunststoffverkleidung, Rohre, Rost, Ableitungen, Zuleitungen, ein Schlot. Und davor blüht ein Baum. Zuversicht in violetten Kaskaden.</p>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 14:53:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Salento. Unter den Olivenbäumen, wo im Sommer nichts als rote afrikanische Erde ist, leuchtet zartes Grün. Dazwischen Mohnblumenfelder, durchsetzt mit gelben Flecken. Schwalben, azurblaue Unendlichkeit und ein Taxifahrer, der in Leverkusen aufgewachsen ist. Als er von den langen Spaziergängen am Rhein spricht, zittert seine Stimme.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Salento. Unter den Olivenbäumen, wo im Sommer nichts als rote afrikanische Erde ist, leuchtet zartes Grün. Dazwischen Mohnblumenfelder, durchsetzt mit gelben Flecken. Schwalben, azurblaue Unendlichkeit und ein Taxifahrer, der in Leverkusen aufgewachsen ist. Als er von den langen Spaziergängen am Rhein spricht, zittert seine Stimme.</p>
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		<title>Schade</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 14:52:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein abtrünniger Camorrista stellte in seinem Buch die (leider nicht unwahrscheinliche) Behauptung  auf, dass der Regisseur des Films &#8220;Gomorrah&#8221;, Matteo Garrone, der Camorra die Kleinigkeit  von 10 000 Euro gezahlt habe, um seinen Film drehen zu können. Matteo  Garrone habe einen sich unter Hausarrest befindlichen Boss besucht, und ihm die Kleinigkeit von 10 000 Euro <a href="http://www.petrareski.com/2012/05/12/schade/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein abtrünniger Camorrista stellte in seinem Buch die (leider nicht unwahrscheinliche) Behauptung  auf, dass der Regisseur des Films &#8220;Gomorrah&#8221;, Matteo Garrone, der Camorra die Kleinigkeit  von 10 000 Euro gezahlt habe, um seinen Film <a href="http://www.petrareski.com/2008/10/12/film-und-wirklichkeit-film-e-realta/">drehen</a> zu <a href="http://www.petrareski.com/2008/10/12/film-und-wirklichkeit-film-e-realta/">können</a>.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2008/38/Gomorrha">Matteo</a>  Garrone habe einen sich unter Hausarrest befindlichen Boss besucht, und ihm die Kleinigkeit von 10 000 Euro bezahlt.Vermittler sei einer der Darsteller gewesen, Bruno Terracini, der kurz nach den Dreharbeiten <a href="http://www.petrareski.com/2008/10/12/film-und-wirklichkeit-film-e-realta/">verhaftet</a> wurde.</p>
<p>Schade.</p>
<p>Schade, weil mir der Film gefallen hat, und schade, weil es nicht zum ersten Mal geschieht, dass Regisseure mafiakritischer Filme der Mafia ein Schutzgeld zahlen.  Schade, weil die Mafia so am Ende immer wieder gewinnt.</p>
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		<title>Alle nach Hause</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 13:54:43 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Agitation+Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist zu und zu schön: Berlusconis PDL  hat sich bei den letzten Kommunalwahlen praktisch verflüssigt, um einen Ausdruck von Beppe Grillo zu benutzen. &#8220;Alle nach Hause&#8221; titelte Il Fatto. Bemerkenswert ist auch, wie die Zeitungen, die bis gestern den Namen Grillo nicht mal aussprachen, jetzt versuchen, sich den Erfolg von Beppe Grillos Bürgerbewegung &#8220;5Stelle&#8221; <a href="http://www.petrareski.com/2012/05/08/alle-nach-hause/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist zu und zu schön: Berlusconis PDL  hat sich bei den letzten Kommunalwahlen praktisch verflüssigt, um einen Ausdruck von Beppe Grillo zu benutzen. &#8220;Alle nach Hause&#8221; titelte <a href="http://www.ilfattoquotidiano.it/">Il Fatto</a>. Bemerkenswert ist auch, wie die Zeitungen, die bis gestern den Namen <a href="http://www.zeit.de/2006/04/Grillo">Grillo</a> nicht mal aussprachen, jetzt versuchen, sich den Erfolg von <a href="http://www.beppegrillo.it/">Beppe Grillos</a> Bürgerbewegung &#8220;5Stelle&#8221; zu erklären. Der <a href="http://www.corriere.it/">Corriere della Sera</a> etwa kommt nach langem Nachdenken zu dem Schluss, dass es sich bei den Wählern des &#8220;Movimento 5Stelle&#8221; um &#8220;Grüne und Technikfans&#8221; handeln müsse.Wahrscheinlich belegt Berlusconi jetzt einen Computerkurs für Senioren, und Bersani kauft sich eine Vogelstimmen-App. Und  Staatspräsident Napolitano, der keine Gelegenheit auslässt, um gegen die vermeintliche &#8220;Antipolitik&#8221; zu wettern, die Grillo vertrete, will in dem Wahlsieg von Grillos Bürgerbewegung <a href="http://www.ilfattoquotidiano.it/2012/05/08/napolitano-voto-motivi-riflessione-boom-grillo-vedo/222685/">keinen Boom</a> sehen. Er hat ja auch jeden Grund dazu: Warum sollte sich jemand, der 1953 in das italienische Parlament einzog und es seitdem nicht mehr verlassen hat, den Ast absägen, auf dem er selbst sitzt?</p>
<p>Und in Palermo, wo <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leoluca_Orlando">Leoluca Orlando</a> gestern noch als <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/linksrutsch-auch-in-italien_1.16799251.html">Sieger</a> mit 47 Prozent der Wahlstimmen den Linksdemokraten eine Ohrfeige verpasst hat, will man jetzt noch auf die Schnelle versuchen, die Dinge <a href="http://www.ilfattoquotidiano.it/2012/05/08/sicilia-finisce-caos-conteggio-voti-colpa-della-nuova-legge-elettorale/222925/">zurechtzurücken</a>: Ein neues Wahlgesetz, das keiner versteht, macht notwendig, dass die Stimmen neu ausgezählt werden. Aber an der <a href="http://palermo.repubblica.it/cronaca/2012/05/07/news/elezioni_prime_proiezioni_la_galoppata_di_orlando-34642082/">Stichwahl</a> zwischen Leoluca Orlando, der zur Partei Italia dei Valori gehört, und dem Kandidaten der Linksdemokraten Ferrandelli wird das dennoch nichts ändern.</p>
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		<title>Die Autorin ist mir persönlich bekannt.</title>
		<link>http://www.petrareski.com/2012/04/30/die-autorin-ist-mir-personlich-bekannt/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 13:56:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>reski</dc:creator>
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		<category><![CDATA[complimenti]]></category>

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		<description><![CDATA[Soeben ist das Buch &#8220;Es sterben immer drei&#8221;  von Rosemarie Bus erschienen, das ich allen ans Herz legen möchte. Rosemarie Bus ist eine Freundin und Kollegin, weshalb  ich Joseph Roth zitieren möchte, der in &#8220;Die Autoren sind mir persönlich bekannt&#8221; über sich sagte: &#8220;Er verachtet die falsche Objektivität, die sich den Talar anzieht, wenn sie sich zum Schreibtisch <a href="http://www.petrareski.com/2012/04/30/die-autorin-ist-mir-personlich-bekannt/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.petrareski.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/es_sterben_immer_drei-9783423213646.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-8802" title="es_sterben_immer_drei-9783423213646" src="http://www.petrareski.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/es_sterben_immer_drei-9783423213646.jpg" alt="" width="61" height="98" /></a></p>
<p>Soeben ist das Buch <strong><a href="http://www.dtv.de/autoren/rosemarie_bus_14240.html">&#8220;Es sterben immer drei&#8221;</a>  </strong>von <strong>Rosemarie Bus</strong> erschienen, das ich allen ans Herz legen möchte. Rosemarie Bus ist eine Freundin und Kollegin, weshalb  ich Joseph Roth zitieren möchte, der in &#8220;Die Autoren sind mir persönlich bekannt&#8221; <a href="http://www.literaturhaus.at/index.php?id=6996">über sich sagte</a>:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>&#8220;Er verachtet die falsche Objektivität, die sich den Talar anzieht, wenn sie sich zum Schreibtisch setzt und sich selbst vortäuscht, daß sie ohne Ansehn der Person zu richten beginnt. Es ist gerechter, anständiger und würdiger, zu gestehen, daß so etwas unmöglich ist. Man ist nicht &#8220;voreingenommen&#8221;, man ist nur freudig bereit, das Buch eines Mannes, den man für begabt hält, der fraglichen Öffentlichkeit zu empfehlen. (&#8230;)  Er ist überzeugt, daß es ungerecht ist, ein Buch so zu beurteilen, als stände es allein da, abgetrennt von seinem Urheber &#8211; wie man etwa ein Kind beurteilt, ohne nach seinem Vater zu fragen.&#8221;</em></p>
<p><strong>&#8220;Es sterben immer drei&#8221;</strong> ist ein Krimi. Die Journalistin Stella will den Mord an einer Kollegin aufklären, die in Umbrien unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Stella ist eine Heldin des Prekariats, eine freie, unterbezahlte Journalistin, die wegen Geldmangels wieder zu ihrer Mutter gezogen ist und wegen Geldmangels die schlecht bezahlte Recherche um den Mordfall übernommen hat. &#8221;Es sterben immer drei&#8221; erzählt einige bemerkenswerte Begebenheiten aus einem deutschen Biotop in Umbrien &#8211; und enthält viele kleine, gemeine Beobachtungen aus dem deutschen Journalismus. Ich mochte die Heldin sofort, wegen ihrer Widerborstigkeit.</p>
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		<title>30,38 Millionen</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 12:37:00 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Canal Grande]]></category>
		<category><![CDATA[Leben in Venedig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, so sieht es hier manchmal aus, ganz früh am Morgen, wenn der Canal Grande noch nicht von Wassertaxis und Lastkähnen durchflügt wird. Und die täglich zu erwartenden 83 000 Besucher noch auf dem Weg sind. Auf die verbleibenden (großzügig geschätzten) 58 000 Venezianer kommen 83 000 Touristen täglich. Praktisch sitzen also fast anderthalb Touristen <a href="http://www.petrareski.com/2012/04/27/3038-millionen/#more-'" class="more-link">more »</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.petrareski.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Bild3.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-8774" title="Bild" src="http://www.petrareski.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Bild3-e1335527743370-1024x768.jpg" alt="" width="614" height="461" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ja, so sieht es hier manchmal aus, ganz früh am Morgen, wenn der Canal Grande noch nicht von Wassertaxis und Lastkähnen durchflügt wird. Und die täglich zu erwartenden 83 000 Besucher noch auf dem Weg sind. Auf die verbleibenden (großzügig geschätzten) 58 000 Venezianer kommen 83 000 Touristen täglich. Praktisch sitzen also fast anderthalb Touristen auf einem Venezianer. Und wir reden hier vom Durchschnitt. Nicht von Monaten wie Mai, Juni, Juli, August. Macht im Jahr nicht die stets beschworenen (und schon erschreckenden) 22 Millionen Touristen, sondern <strong>30,38 Millionen.</strong> Eine Zahl, die von der venezianischen Stadtverwaltung wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird. Wäre ja kontraproduktiv.</p>
<p style="text-align: left;">Desinformationskampagnen haben in Venedig eine lange Tradition. Im &#8220;Tod in Venedig&#8221; beschreibt Thomas Mann, wie man versuchte, der Ausbruch der Cholera zu verschweigen. Und tatsächlich: Die venezianischen Hoteliers bezahlten die Desinformationskampagne mit 100 000 Lire aus einem Spezialfonds der zu diesem Zweck gegründeten Vereinigung &#8220;La Pro Venezia&#8221;, an der die Aktiengesellschaft, die Eigentümerin aller großen Hotels auf dem Lido war, und die Stadt Venedig beteiligt waren.</p>
<p style="text-align: left;">Heute gibt es die Desinformationskampagnen umsonst.</p>
<p style="text-align: left;">Und noch ein Nachtrag: Die Zahl der 30,83 Millionen stammt nicht von mir, sondern von <a href="http://www.italianostra-venezia.org/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=913%3Aa-venezia-690-strutture-affittano-in-nero&amp;catid=51%3Acat-il-turismo&amp;Itemid=74&amp;lang=it">Italia Nostra</a>, dem italienischen Natur- und Denkmalschutzverein.</p>
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