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Reisen

Mittwoch, 18. August 2010

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Palermo im August. Die Stadt war so gut wie ausgestorben, kein übliches Sirenengeheul, keine gepanzerten Limousinen, kein Stau. Die Kreuzfahrer waren die einzigen, die durch Palermo liefen, es fiel nicht schwer, sie zu erkennen, fast alle trugen Dreiviertelhosen und Plastikschlappen, in der Hand hielten sie eine Mineralwasserflasche, so liebevoll, als handele es sich um ein Baby. Die Kreuzfahrer laufen auch durch Venedig, aber da kann man sie nicht erkennen, weil sie sich mit den üblichen neunzehn Millionen Tagestouristen vermischen. In Palermo aber fielen sie auf, und das um so mehr, je ängstlicher sie sich an die Wände drückten. Sie waren bereits durch Barcelona getrieben worden und fuhren von Palermo aus weiter nach Tunis. Wenn sie schließlich in einer Bar Zuflucht nahmen und verzweifelt ihre Spaghetti in kleine Stücke schnitten, dann sahen sie so gestresst aus wie Akkordarbeiter am Ende ihrer letzten Schicht.


In eigener Sache V

Mittwoch, 08. April 2009

Oberlandesgericht München weist Berufung von Autorin Petra Reski und dem Verlag Droemer Knaur zurück – Verhandlung unter Polizeischutz

München, 8. April 2009 – Das Oberlandesgericht München hat in seiner gestrigen Verhandlung die Berufung der Autorin Petra Reski und der Verlagsgruppe Droemer Knaur gegen die vom Landgericht München am15. Dezember 2008 erlassene einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Beantragt hatte sie der Gastronom Spartaco Pitanti. Die Verhandlung fand auf Anordnung des Gerichts unter Polizeischutz statt.

Trotz zahlreicher vorgelegter Belege (u.a Auszüge aus verschiedenen Ermittlungsberichten des Bundeskriminalamtes sowie einer Stellungnahme eines italienischen Staatsanwaltes und stellvertretenden Leiters der italienischen Zentralstelle zur Bekämpfung der Mafia in Rom) müssen laut Urteil die beanstandeten Stellen im Buch geschwärzt bleiben. Das Buch ist in dieser Form weiterhin erhältlich.

„Ein schwarzer Tag für die Pressefreiheit“, sagt Margit Ketterle, die zuständige Verlagsleiterin bei Droemer Knaur. „Was sollen Journalisten noch berichten dürfen, wenn sie sich bei ihrer Recherche nicht einmal mehr auf Ermittlungsdokumente verlassen können?“

Kontakt über die beauftragte Presseagentur carlsbergschillercommunication, 089-5177727-0 oder info@csc-agentur.com

In eigener Sache IV

Sonntag, 29. März 2009

Petra Reski kämpft weiter für ihr Buch „Mafia – Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ (Droemer Verlag)

München, 27. März 2009 – Am 7. April geht Petra Reski knapp drei Monate seit der letzten Urteilsverkündung in die zweite Runde ihres Kampfes für ihr Buch „Mafia – Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ (Droemer Verlag). Die Autorin wehrt sich gegen die rechtlichen Angriffe einiger im Buch erwähnter Personen Das Buch ist zur Zeit mit einigen geschwärzten Passagen lieferbar.

Am 7. April ist um 10.45 Uhr beim Oberlandesgericht München die Berufungsverhandlung gegen die am 15. Dezember 2008 vom Landgericht München I bestätigte und von Spartaco Pitanti erwirkte einstweilige Verfügung angesetzt. Am 8. April um 11 Uhr folgt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf die Berufungsverhandlung gegen Antonio Pelle und Rolf Milser.

Ohne den Ausgang dieser Verfahren abzuwarten, haben Antonio Pelle und Rolf Milser, dessen Antrag auf einstweilige Verfügung in erster Instanz abgelehnt worden war, beim Landgericht München nun Hauptsacheklage gegen Verlag und Autorin eingereicht; auch mit Strafanzeigen versucht man Petra Reski einzuschüchtern.

Petra Reski lässt keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit: „Wenn dies der Versuch sein sollte, Journalisten mundtot zu machen, so wird er scheitern.“

Sowohl Petra Reski wie auch der Droemer Verlag sind in allen Fällen zuversichtlich Recht zu bekommen, nicht zuletzt deshalb, weil Petra Reski ihre Aussagen mit zahlreichen stichhaltigen Beweisen untermauern kann.

Helden bei der Arbeit

Freitag, 27. März 2009

Gestern Abend sah ich wieder mal die legendäre Sabina Guzzanti in der Sendung Anno Zero. Wie sie das hinkriegt! Das Nuscheln! Den Berlusca-Sprech! Das Zähnefletschen! Einzigartig!

Bloß Worte V (solo parole V)

Freitag, 28. November 2008

Geo-Online hat ein Interview mit mir geführt: “Die Mafia verschickt keine Drohungen”.

Duisburg

Montag, 24. November 2008

Gerade meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa, dass Giuseppe Nirta, einer der beiden mutmaßlichen Killer des Massakers von Duisburg in Amsterdam verhaftet wurde. Er wurde zusammen mit seiner Frau Angela Strangio, deren beiden Schwestern und einem in Düsseldorf lebenden Kalabrier, Giorgio Madeo, festgenommen.

Giuseppe Nirtas mutmaßlicher Komplize Giovanni Strangio ist noch flüchtig. Wie in der ‘Ndrangheta üblich, sind die beiden nicht nur Mitglieder des gleichen Clans von San Luca – sondern auch blutsverwandt: Aurelia Strangio, Schwester von Giovanni Strangio, ist die Ehefrau von Giuseppe Nirta.

Bloß Worte II (solo parole II)

Donnerstag, 06. November 2008

Gestern fand in Duisburg eine Verhandlung zu einer einstweiligen Verfügung gegen mein Buch statt. Der Droemer-Verlag hat dazu folgende Presseerklärung verfasst:

“Geld statt Ehre? Überraschende Entwicklung in der Verhandlung zur Einstweiligen Verfügung gegen Mafia-Buch von Petra Reski in Duisburg

München, den 5. November 2008 – In der heutigen, teilweise sehr emotional geführten Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg zur von Antonio Pelle beantragten Einstweiligen Verfügung gegen das im Droemer Verlag erschienene Buch der Journalistin Petra Reski „Mafia – Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ hat es einen überraschenden Vorschlag des Antragstellers gegeben: Gegen eine Zahlung von 10.000 bis 15.000 Euro dürfe der Name des Antragstellers weiterhin genannt und das Buch unverändert im Umlauf bleiben Der Antrag war darauf gerichtet, dass der Name Pelles nicht weiterhin genannt werden darf. Der von Droemer beauftragte Anwalt hatte demgegenüber vorgeschlagen, den Namen Pelles und das Landhaus Milser in zukünftigen Auflagen des Buches zu verändern.

Der Verlag zum ungewöhnlichen Vorschlag: „Wir fragen uns ernsthaft, worum es dem Antragsteller eigentlich geht. Das überraschende Vergleichsangebot der Gegenseite verstehen wir jedenfalls so, dass die angebliche Schädigung des Ansehens letztlich doch nicht so schwerwiegend zu sein scheint, als dass man sie nicht mit einer Geldzahlung begleichen könnte. Vermutlich geht es doch wohl eher darum, hier schnelles Geld zu machen, und weniger darum, Persönlichkeitsrechte zu wahren. Die Gegenseite führt damit ihren eigenen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung ad absurdum.“

Petra Reski beschäftigt sich in ihrem von der deutschen Presse hochgelobten Buch auch mit den Geschäften der Mafia in Deutschland.

Zwei Zeitungen haben über die Verhandlung berichtet:

Die WAZ und die NRZ

stern.de

Donnerstag, 09. Oktober 2008

Johannes Gernert hat für Stern-online ein Interview mit mir geführt. Und freundlich auf mein Buch hingewiesen.

sibirische Bären (orsi siberiani)

Montag, 18. August 2008

Als sie in Deutschland war, habe ihr ein Mann gesagt, dass in Sibirien doch die Bären auf der Strasse frei herumliefen, sagte Lena.

Und, was soll ich sagen: Ich habe tatsächlich noch nie so viele frei herumlaufende Bären gesehen wie in Irkutsk. Bären mit nacktem Oberkörper und tätowierten Rücken, Bären in Karohemden, Bären in schwarz verspiegelten BMWs, Bären mit Bäuchen und Bodyguards, wodkatrinkende Bären, Bären in Nike-Trainingsanzuegen, Adiletten und weissen Socken, kettenrauchende Bären mit Goldzähnen und stumme Taxibären, die nur dann etwas brummten, wenn man auf sie draufdrückte.

Lena träumt davon, im Ausland einen Mann zu finden. Am liebsten einen Italiener.

russisches Lächeln (sorridere alla russa)

Sonntag, 17. August 2008

Jeden Tag hoffe ich, die Glühbirnen-Girlanden endlich leuchten zu sehen. Vergeblich. Und jeden Tag hoffe ich, hier jemanden lächeln zu sehen. Aber auch das geschieht so selten, dass ich zusammenzucke, wenn es doch passiert. Meistens lächeln Leute, die über siebzig Jahre alt sind. Das hat jedenfalls meine persönliche Statistik ergeben. Alle anderen scheinen es nie gelernt zu haben. Oder sie haben es gelernt und dann nie wieder praktiziert, Fremdsprachen verlernt man ja auch, warum nicht auch das Lächeln.

Mein Reiseführer nennt es den “neutralen” Gesichtsausdruck der Russen – und der kann schon nach einer Woche Aufenthalt zur Folter werden. Jeder bemüht sich hier darum, wie die Models auf Fashion-TV zu blicken, Botox hat hier keine Chance, bei Russen besteht keine Gefahr von Mimikfalten.

Ausländer mit ihren expressiven Gesichtern und lauten Stimmen würden von den Russen leicht als lächerlich empfunden, schreibt der Reiseführer. Und noch mehr, würde ich sagen, denn jedes Mal, wenn wir “Guten Tag” sagen oder “Danke”, dann werden wir so vorwurfsvoll angeblickt, als hätten wir einen obszönen Witz erzählt.