Kategorie: Journalismus

Flare

Samstag, 19. September 2009

Danke.

Verklage uns doch alle. Denunciaci tutti

Samstag, 29. August 2009

Berlusconi will jetzt auch die ausländische Presse verklagen

Und jetzt wird die Mafia in Deutschland entdeckt

Dienstag, 25. August 2009

Rheinische Post

DDP

AP

Szene Profis

Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung

Eisenach

Der Westen 

Westfälische Rundschau

Yahoo News

Ostseezeitung

Abendzeitung

WDR

Innenministerium NRW

Taxis und andere Transportmittel

Mittwoch, 15. Juli 2009

Beppe Grillo wollte in die linksdemokratische Partito democratico eintreten. Aber er durfte nicht. Weil die PD kein Taxi sei.

Papi

Montag, 13. Juli 2009

Die SZ berichtet über regierungskritische Bücher in Italien - die in Deutschland übrigens nur geschwärzt denkbar wären. Von wegen Pressefreiheit.

Amalfi Coast Media Award. Per Eluana.

Samstag, 27. Juni 2009

Del caso Eluana soprattutto mi dispiace che una bellissima ragazza sia trasformata in un caso. In un conflitto ideologico che divideva e divide tutt’ora l’Italia. Ho una grande ammirazione per il padre di Eluana. Perchè penso che incorpori quel lato dell’Italia che a noi tedeschi spesso manca: l’umanitá. La compassione. E il coraggio. Di uno uomo che osa da solo ribellarsi al potere. Mi stupisce la tenacia con cui la chiesa si è espressa contro questo padre che non chiedeva altro che difendere la dignità di sua figlia. Da tedesca che si occupa da anni di mafia, mi sarei aspettata questo zelo piuttosto in una posizione netta della chiesa contro la mafia. Se non sbaglio, l’ultima è stata quella di papa Giovanni Paolo ad Agrigento. 16 anni fà. Da allora solo alcuni preti coraggiosi lottavano da soli contro la mafia e furono uccisi. Forse sarebbero ancora in vita se il vaticano avesse dismostrato contro la mafia lo stesso fervore che usò contro il padre di Eluana. Forse.

*

Was den Fall Eluana betrifft, so finde ich es vor allem traurig, dass sich ein wunderschönes Mädchen in einen Fall verwandelt hat: in einen ideologischen Streit, der Italien gespalten hat, bis heute. Ich habe Eluanas Vater immer sehr bewundert, weil ich der Meinung bin, dass er gerade jene Seiten Italiens verkörpert, die uns Deutschen oft fehlen: Menschlichkeit. Mitgefühl. Und Mut. Der Mut eines Mannes, der es wagte, ganz allein gegen die Macht aufzubegehren. Mich verwundert die Hartnäckigkeit, mit der die katholische Kirche sich gegen diesen Vater gestellt hat - der nichts anderes wollte, als die Würde seiner Tochter zu verteidigen. Als Deutsche, die sich seit vielen Jahren mit der Mafia beschäftigt, hätte ich diesen Eifer viel mehr in einer klaren Haltung der Kirche gegenüber der Mafia erwartet. Wenn ich mich nicht irre, war die letzte die Entrüstung von Johannes Paul II. in Agrigent. Vor sechzehn Jahren. Seither gab es nur einige mutige Priester, die allein gegen die Mafia kämpften und ermordet wurden. Vielleicht würden sie noch leben, wenn sich der Vatikan mit der gleichen Inbrunst gegen die Mafia ausgesprochen hätte, mit der er den Vater von Eluana verfolgte. Vielleicht. 

*

Als der Amalfi Coast Media Award verliehen wurde, haben die Redakteure von RAI uno  jeden Preisträger aufgefordert, zu einem vorgegebenem Thema ein paar Zeilen zu verfassen. Mich hat man gebeten, etwas zu Eluana zu schreiben, jenem Mädchen, das 17 Jahre lang im Wachkoma lag, und dessen Vater vor Gericht die Sterbehilfe erstritten hat. Mein Text war sehr schön unterlegt, ein kleines Video mit Musik und Bildern von Eluana und ihrem Vater und vom zornigen Papst in Agrigent und von Priestern. Die von der Mafia ermordet worden sind.

Danach hat man mir unendlich viele Komplimente gemacht. Für meine Furchtlosigkeit. Ganz so, als sei ich eine Kriegsheldin. Dabei war ich gar nicht mutig, sondern vor allem nervös, als ich da oben auf der Bühne stand. Vor dem Dom von Amalfi.

Pressefreiheit II. Libertà della stampa II

Sonntag, 31. Mai 2009

Die Times hat ein Interview mit dem italienischen Komiker Daniele Luttazzi geführt: Vor acht Jahren wagte es Luttazzi, Berlusconi vor laufender Kamera zu kritisieren: Er hatte den Journalisten Marco Travaglio in seine Late-Night Show auf RAI due eingeladen und mit ihm über die mafiosen Verflechtungen von Berlusconis Vertrauten und Forza-Italia-Gründer, Marcello dell’Utri, gesprochen. Luttazzi wurde daraufhin von Berlusconi auf 20 Millionen Euro verklagt, Luttazzi gewann das Verfahren - und ist seitdem vom Bildschirm verschwunden. 

Ich fühle mich geehrt. Mi sento onorata

Freitag, 22. Mai 2009

Am 20. Juni werde ich mit dem Amalfi Coast Media Award ausgezeichnet. Als man mir diese Nachricht mitteilte, war ich erst etwas ungläubig, wie immer, wenn man mir einen Preis gibt. Dann rang ich um Fassung und suchte hektisch nach Worten, um meinen Dank angemessen zum Ausdruck zu bringen. Ich wollte sagen, dass mich diese Geste der der italienischen Journalisten glücklich macht und stolz zugleich, ich wollte sagen, dass ich una giornalista umile sei,  also eine bescheidene Journalistin, die sich durch diesen renommierten Preis sehr geehrt fühlt, mi sento onorata. Etwas in diesem Sinne wollte ich sagen. Aber mein Mund klebte zusammen und dann hörte ich mich sagen: Mi sento umiliata, grazie! Was so viel heißt wie: Ich fühle mich gedemütigt, vielen Dank!

Ich redete dann ganz schnell weiter und hoffte, dass man meinen Versprecher der schlechten Telefonverbindung zur Last legen und mir vergeben würde. Grazie, grazie mille. 


Berlin-Amsterdam-Neapel-Cosenza

Donnerstag, 21. Mai 2009

Als ich heute am Flughafen ankam, fragte mich ein Polizist, woher ich käme - offenbar sah er mir an, dass hinter mir eine Route liegt, die einem Drogenkurier alle Ehre machen würde. Oder einem Waffenhändler. Oder beiden. In Berlin Berettas gekauft, in Amsterdam Kokain, per Zug weiter nach Neapel (nie mit dem Auto, da ist das Risiko, gefilzt zu werden, zu groß), das Kokain in Neapel verkauft, die Waffen in Cosenza.

Tatsächlich war es eine Reise, in dessen Verlauf ich ziemlich zugenommen habe - so nennt man das in Italien, wenn man sich über ein Lob freut: Mi sono ingrassata, ich bin dicker geworden. In Amsterdam hatte ich zum ersten Mal Gelegenheit, meinem Übersetzer gegenüberzusitzen, Marcel Misset (der übrigens den Holländern auch Charlottes Roche Feuchtgebiete näherbrachte) , dann die Preisverleihung in Nocera (Heute konnte ich in dem Bericht des Mattino nachlesen, wie Generalstaatsanwalt Franco Roberti in seiner Rede die katholische Kirche kritisiert hat, was in Italien geradezu blasphemisch ist: Wenn die Kirche eine deutlichere Position gegenüber der Mafia bezogen hätte, dann gäbe es kein Schweigegebot mehr, sagte er. ) Die Generalkonsulin von Neapel, Angelika Völkel, hat ebenfalls eine wunderbare Rede gehalten, in deren Verlauf ich auch etwas zunahm, und um die Einzigartigkeit italienischer Preisverleihungen noch mehr herauszuheben, will ich nicht verschweigen, dass wir danach zum Lunch in der Villa Lanzara eingeladen waren: auf Einladung der Baronessa Cettina Lanzara, einer wunderbaren Dame mit karmesinroten Lippen und karmesinrotem Nagellack, deren Hände auf dem elfenbeinernen Knauf ihres Spazierstocks ruhten (für das Alter merken: Nie das Haus verlassen ohne Karmesinrot auf den Lippen!). Umschwirrt von Dienern in weißer Livree nahmen wir den Apéritif im Garten unter riesigen Kamelienbäumen ein, es folgte der Lunch im Liberty-Salon. Es war wie in einem Visconti-Film. Wenn nicht auf einem kleinen Grundstück neben dem Palazzo gerade illegal einer der vielen Betonbunker hochgezogen wurde, mit dem Nocera bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurde. Von der Camorra. 

Dann fuhr ich mit dem Zug weiter Richtung Cosenza (Drogenhändler, so heißt es, verstecken ihre Ware übrigens gerne in der Toilette über dem Wasserkasten), wo ich mein Buch an der Universität von Kalabrien vorgestellt habe - auf Einladung der hier seit über 30 Jahren lehrenden, von mir hochverehrten, deutschen Soziologin Renate Siebert. Da habe ich noch mehr zugenommen. Alles in allem mindestens zwanzig Kilo.

Grazie. 

Pressefreiheit. Libertà della stampa

Donnerstag, 21. Mai 2009

Hier auch etwas zu meinen Erfahrungen mit Pressefreiheit in Deutschland.