
Der missing link zwischen dem Ruhrgebiet und Italien: Carmela De Feo.
“Ich glaube, die klassischen Journalisten haben sich von der Gesellschaft entfernt, weil sie an einem überholtem Mythos festgehalten haben. Zu diesem Mythos gehört, dass sie sich für unfehlbar hielten. Die Idee, Fehler zuzugeben, hat sie abgestoßen. Und das ist ein Problem. Denn die Journalisten waren nicht ehrlich zu den Menschen. Die Öffentlichkeit ging dazu über, ihnen mehr und mehr zu misstrauen. In den USA gibt es viele Umfragen, die dies bestätigen. Um das wieder in Ordnung zu bringen, müssen sie dem Publikum gegenüber aufgeschlossener werden. Sie müssen das Vertrauen in den Journalismus wieder stärken. Ich habe erst beim Bloggen gelernt, dass sich meine Glaubwürdigkeit vergrößert, wenn ich einen Fehler zugebe.”
Der Journalist und Blogger Jeff Jarvis im Interview mit dem Freitag.
Shobha, la mia amica, fotografa e compagna di tante avventure, espone le sue foto di una Sicilia dimenticata a Palermo. Un viaggio poetico da non perdere.
Dal 11 ottobre al 8 novembre.
Oft wird in Deutschland vor lauter Investigation der Mensch vergessen. Aber es geht auch anders, wie “Die Einsamkeit des Michael Buback” beweist.
Etwas spät, aber dennoch eine Entdeckung: Der Popolski-Show im Internetz!
Dank der SZ.
Gestern Abend sah ich wieder mal die legendäre Sabina Guzzanti in der Sendung Anno Zero. Wie sie das hinkriegt! Das Nuscheln! Den Berlusca-Sprech! Das Zähnefletschen! Einzigartig!
Ich las: Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Bildung einer illegalen Vereinigung und dachte: Kommt mir doch bekannt vor. Aber dann folgte keine Mafiageschichte, sondern eine über Fußball. Ich lese nie Artikel über Fußball. Und wenn ich schon keine Artikel über Fußball lese, dann erst recht keine Artikel über die fußballerische Meta-Ebene, also über Verbände, Schachereien, Fifa … Eigentlich. Aber dann las ich doch weiter: Racheengel mit zwei Koffern. Eine wunderbare Geschichte, die davon handelt, wie das schlichte Gemüt des peruanischen Spieleragenten Carlos Delgado auf fatale Weise das Potenzial einer Frau unterschätzte. Worauf ein Erdbeben folgte. Von Peru bis nach Bremen.
Um so ein Risiko zu vermeiden, betrügen Mafiosi ihre Frauen nicht. Jedenfalls nicht so plump wie dieser Spieleragent.

Heute morgen blätterte ich dem wunderbaren Bildband “Als der Pott noch kochte” des Fotografen Horst Lang (dem mein Buch “Meine Mutter und ich” auch sein Umschlagbild verdankt). Ein Schattenreich aus Fördertürmen, Zechensiedlungen, rußgeschwärztem Backstein, Kohlenhalden: Die Bilder von dem Ruhrgebiet, in dem ich aufgewachsen bin, wirken heute so entrückt wie Szenen aus einem Film von Sergej Eisenstein.
Und da fiel mir wieder mein Schriftstellerkollege Heinrich Peuckmann ein. Der genau wie ich als Sohn eines Bergmanns in Kamen aufgewachsen ist - und schon früh beschloss, Schriftsteller zu werden - ein Berufswunsch, der in einer Bergmannsfamilie ungefähr ähnlich ernst genommen wird wie der Wunsch, Balletttänzer zu werden.
Heinrich Peuckmann hat sich nicht beirren lassen. Heute blickt er auf ein umfassendes Werk zurück, er hat Romane und Erzählungen, Theaterstücke, Opernlibretti und Gedichte, Kinder- und Jugendbücher geschrieben, er hat über das Ruhrgebiet geschrieben und über China, über Bergmänner und über thailändische Säbelfechter.
Gerade habe ich seinen letzten Krimi gelesen: “Zweites Leben”, der zwischen Kamen, Münster, Unna und Dortmund spielt, bei dem ziemlich viel herumgefahren wird - und der mich an die Bleierne Zeit erinnert, als wir ganze Abende damit verbrachten, von Unna nach Kamen zu fahren, von Kamen nach Dortmund, von Dortmund nach Münster, als wir die Freiheit in einem VW-Bus wähnten oder in einem verrosteten Renault vier. Der garantiert immer von der Polizei an die Seite gewunken und kontrolliert wurde - weil damals die ganze Welt auf der Suche nach Terroristen war. Peuckmann gelingt es, in seinem Krimi die ideologieschwere Zeit der Achtziger Jahre in die Gegenwart zu transportieren. Mehr sage ich nicht. Ist ja ein Krimi.
Manchmal kann sich der Kommissar nicht entscheiden. Jedenfalls, was Frauen betrifft.