Kategorie: Agitation+Propaganda

Die Sturmtruppen

Sonntag, 04. Juli 2010

Ich habe mir heute zum ersten Mal im Leben die Gazzetta dello Sport gekauft, wegen der Überschrift: “Asfaltaten!”. Das ist ein Ausdruck aus dem Fantasie-Deutsch, das die italienischen  Comicfiguren “Die Sturmtruppen” sprechen. Es besteht im Wesentlichen daraus, an italienische Wörter ein -en anzuhängen, um sie deutsch klingen zu lassen. So wird aus stradastraden“. Und so wurde die argentinische Mannschaft von den Deutschen plattgemacht, asphaltiert, also: “asfaltaten“.

Jener Nachmittag

Montag, 24. Mai 2010

Gestern war der 18. Jahrestag des Attentats auf Giovanni Falcone, seine Frau und seine Leibwächter. Und als ich heute den Blogeintrag des sizilianischen Schriftstellers Roberto Alajmo las “Im Grunde waren wir alle da“, dieses Erschrecken darüber, so nah am Tatort gewesen zu sein, und doch nichts davon gewusst zu haben, erinnerte ich mich wieder an jenen Nachmittag. Shobha und ich waren in Venedig und machten eine Reportage - über nichts Geringeres als venezianische Adelige. Als Giovanni Falcone ermordet wurde, saßen wir in einem verstaubten Palazzo und quälten uns gerade mit einer zähen Contessa ab.

Ich weiß nicht mehr, wie wir von dem Attentat erfahren haben, telefonini gab es noch nicht, ich weiß nur, dass wir nach Hause gelaufen sind. Und das Fernsehen angeschaltet haben. Wir konnten nicht glauben, was wir sahen. Wir konnten auch nicht sprechen.

Am nächsten Tag flog Shobha nach Palermo zurück.

Solidarietà

Sonntag, 11. April 2010

Voglio esprimere la mia solidarietà con Travaglio e Santoro.

Molto interessante la relazione tra Dell’Utri e Venezuela. Mi ricorda un articolo all’epoca delle elezioni 2008.

Der Sieger ist

Mittwoch, 31. März 2010

Tatsächlich ist der wahre Sieger der italienischen Regionalwahlen Beppe Grillo, dessen Bewegung “Movimento 5 stelle” von einer halben Million Italiener gewählt wurde - obwohl sich die Bewegung nur in fünf Regionen zur Wahl stellte (Veneto, Emilia Romagna, Lombardei, Piemont, Kampanien) und von den italienischen Fernsehsendern komplett verschwiegen wurde. Grillos Bewegung erreichte zwischen fünf und sieben Prozent - und das aus dem Stand. Selbst die Repubblica verschweigt Grillo. Und wenn sie ihn nicht mehr verschweigen kann, so wie jetzt, dann schmäht sie ihn als “Showman”. Die einzige italienische Tageszeitung, die Grillo anlässlich seines Erfolgs interviewte, war il Fatto (heute mit der Schlagzeile: “Mit denen gewinnen wir nie” über einem Foto der linksdemokratischen Oppositionsführer).

Schade auch, dass der Kommentar der Süddeutschen (noch nicht online) auch kein Wort darüber verlor, obwohl es doch bemerkenswert ist, wenn es einer basisdemokratischen, umweltbewussten Bürgerbewegung wie der von Grillo gelingt, gegen den Widerstands der herrschenden Medienmacht die erstarrte Politikerkaste etwas aufzumischen.

Der Müll der ‘Ndrangheta

Mittwoch, 24. März 2010

Beschrieben von Aurelia Sorrento.

Bezeichnend ist, dass in Italien nicht darüber berichtet wird. Ich habe den Journalisten Gianni Lannes in Palermo erlebt - dessen Auto in die Luft gesprengt wurde: Über eine Recherchen über die Giftmüllschiffe und die Anschläge auf ihn wird in Italien nur im Netz berichtet.

Di Girolamo II

Donnerstag, 04. März 2010

Nachdem er eine herzerweichende Rede im Senat gehalten hat und dort von den Kollegen zum Abschied umarmt wurde, ist der Senator Nicola di Girolamo nun verhaftet worden. Er tat mir schon fast leid. Was hat sich zuschulden kommen lassen, fragten sich viele Italiener, dass seine Parteikollegen und Spießgesellen ihn so ungerührt fallen ließen? Weil er sich, anders als seine Spießgesellen, erwischen ließ?

“Ich habe weder die Cosa Nostra noch die ‘Ndrangheta in diese Säle geschleust”, sagte Di Girolamo. Das Einschleusen war auch nicht mehr nötig. Die Mafia benutzt schon lange den Haupteingang. Dafür hatten schon andere gesorgt.

Geldwäsche

Donnerstag, 11. Februar 2010

leicht gemacht

Klauen

Mittwoch, 10. Februar 2010

Schön, was Herr Michal über die doppelte Moral beim Klauen geschrieben hat.

Samstag, 30. Januar 2010

Schreiben über die Mafia. In Italien. Und in Deutschland.

Hier auch auf Italienisch. Dank “Italia Dall’Estero”

Mittwoch, 27. Januar 2010

Der Kult des Kollektivs im Internet ist in der Tat beängstigend. Aber interessant ist auch, dass die Süddeutsche den Artikel mit “Google will, dass alle unbezahlt arbeiten” betitelt. Als freie Journalistin meine ich mich jedoch daran zu erinnern, dass es genau die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger waren, die das Modell des unbezahlten Arbeitens mit ihren Buy-Out-Verträgen eingeführt haben. Für jeden Auftrag muss ich einen Vertrag unterschreiben, der mehr Seiten umfasst als der Warschauer Pakt und der mich zwingt, auf jedes Recht an meinem Text zu verzichten. Der dann unendlich oft unbezahlt gedruckt, gesendet und ins Internet gestellt werden kann. Komisch eigentlich.