In nessun altro giorno dell’anno mi sento cosi quieta e pacifica come a San Silvestro. Certo, non a questo punto che potrei abbracciare il psichonano, e se penso all’intervista in cui Massimo Cacciari ha annunciato: “Non me ne vado” (a proposito delle prossime elezioni a Venezia), come se non si tratasse di elezioni, ma di una decisione del Doge, per non parlare di questa idiozia della strada per Craxi potrei già agitarmi di nuovo - se non fosse San Silvestro e dunque guardo con calma dietro di me e vedo scintillare l’anno passato. Grazie, grazie, grazie. Ringrazio tutti gli italiani per avermi sostenuta. Vi ringrazio per il vostro amore. Brinderò a voi - in una boa di piume nere (che tende a mutare le penne) e in stivali di gomma (stanotte: 1 metro 10). Auguri a tutti!
Archiv: Dezember 2009
An keinem Tag bin ich so friedfertig und harmoniesüchtig wie San Silvester. Es geht zwar nicht so weit, dass ich jetzt den Psychozwerg in meine Gebete einschließen würde, und wenn ich an den venezianischen Bürgermeister Cacciari denke, der gerade im Gazzettino in einem selten dämlichen Interview bekannt gegeben hat, dass er auch bei den nächsten Wahlen wieder zur Verfügung stehen würde, könnte ich mich schon wieder kurz aufregen, ganz zu schweigen von der Geschichte, dass eine Straße in Mailand nach Bettino Craxi benannt werden soll, aber es ist ja Silvester, und deshalb blicke ich auf mein Jahr zurück und sehe es glitzern. Grazie, grazie, grazie. Heute nacht werde ich an Euch denken und auf Euch anstoßen, umhüllt von einer schwarzen Federboa, die etwas fusselt und in Gummistiefeln (Mitternacht: 1 Meter 10). Auguri a tutti!
Hochwasser
Immer wieder stelle ich fest, dass es an Basisinformationen fehlt, was das Hochwasser in Venedig betrifft. Und das, obwohl ich schon über Hochwasser für Anfänger und für Fortgeschrittene geschrieben habe. Da wieder Hochwasser droht (das letzte suchte uns an Weihnachten heim) und einige vielleicht eine Reise nach Venedig zum Jahreswechsel planen, hier noch mal das absolut unverzichtbare Grundwissen:
Das venezianische Hochwasser dauert nicht länger als zwei Stunden. Denn hier tritt kein Fluss über die Ufer, es hat auch nichts mit dem Regen zu tun, sondern allein mit dem Luftdruck und den Wind. Herrscht Südostwind, also Schirokko, drückt der Wind das Meer in die Lagune, und es entsteht Hochwasser. Das Hochwasser kommt und geht mit den Gezeiten. Dies bedeutet, dass es nicht länger als zwei Stunden dauert. In denen man sich entweder Gummistiefel anzieht oder im Hotel bleibt. Wenn das Hochwasser in der Nacht stattfindet oder am frühen Morgen, bekommen die meisten Touristen davon nicht mehr mit, als dass sie darüber staunen, wie emsig die Venezianer ihre Läden im Erdgeschoss mit Süsswasser reinigen.
Kurz: Die einzigen, die wirklich unter dem Hochwasser leiden, sind die Venezianer. Für Touristen ist es eher ein amüsantes Fotomotiv.

Buon Natale, frohe Weihnachten, ein glückliches neues Jahr, buon Anno - und Danke für alles, Grazie a tutti

Buon Natale, frohe Weihnachten, ein glückliches neues Jahr, buon Anno - und Danke für alles, grazie a tutti
Ein kleiner Italiener
… e cosa c’è dietro di lui. Persino la severa Frankfurter Allgemeine Zeitung ammette che le cose sono strane.
Hinter dem kleinen Italiener
Ein kleiner Italiener. Dazu auch eine etwas komplizierte, aber nicht ganz abwegige dietrologia, zu deutsch: was sich hinter der Attacke auf B. wirklich verbirgt. Die strenge FAZ nennt es “Dahinterismus” - und gibt zu bedenken, dass da etwas dran ist.
Amore e odio
Un matto da un pugno in testa a B. e tutti i giornali entrano in un delirio, persino la Repubblica: Non si parla altro che del presunto clima di odio, il presidente Napolitano implora la pace, quasi tutto il parlamento fa un pellegrinaggio al letto di B., Schifani ritiene la rete e in particolare facebook come origine di tutti i mali, e Travaglio viene identificato come terrorista mediatico. Come ha scritto Alexander Stille: Non ci sono più argumenti, ne avversari politici, non esistono più ragioni per opporsi alla politica di B. C’è solo “amore” e “odio”.
Liebe und Hass
Wie er das nur wieder hingekriegt hat. Ein Irrer schlägt Berlusconi einen Zahn aus, und schon delirieren die italienischen Tageszeitungen vom “Klima der Gewalt”, der Staatspräsident ruft auf, dem “Hass abzuschwören”, das komplette Regierungslager pilgert an das Krankenbett, und die Opposition überbietet sich gegenseitig darin, diejenigen zu denunzieren, die nicht schnell genug in das nächstbeste Mikrophon ihr Mitgefühl für den lädierten B. gehaucht haben. Der Senatsprãsident wähnt in Facebook die Wurzel allen Übels und bringt den Facebook-Chef dazu, einen Kotau zu machen, und der Journalist Marco Travaglio wird als “medialer Terrorist” geschmäht. “Liebe” und “Hass” sind die meist strapazierten Wörter im öffentlichen Diskurs - auch das B.’s Verdienst: Es gibt keine politischen Gegner mehr, keine Argumente, keine Gründe, seine Politik und seine Gesinnung abzulehnen, keine Demokratie, sondern nur noch “Liebe” und “Hass”.

verfasst von reski
