Genau das ging mir auch durch den Sinn, als ich im deutschen Fernsehen die Bilder von Live-Übertragung der Trauerfeier im Stadion von Hannover 96 sah. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich den Namen Robert Enke noch nie gehört. Das mag daran liegen, dass ich kein Fußballfan bin. Aus der italienischen Ferne betrachtet, schien es mir, als nähme Deutschland Abschied von einem Volkshelden. Einer, der sich für das Land geopfert hat. In Italien trauert man so um italienische Soldaten, die in Afghanistan getötet wurden. Oder um Richter, die von der Mafia ermordet wurden. Und in Deutschland stirbt man einen Heldentod, wenn man sich wegen Depressionen das Leben nimmt. Komisch eigentlich.
Archiv: November 2009
Sbraitare
In Italia si sa cosa c’è dietro l’ultima minaccia di Berlusconi: di “strozzare” quelli che scrivono su Cosa Nostra. Ovviamente, mi ha fatto impressione di sentire il Presidente del Consiglio usare una espressione di linguaggio mafioso. La notizia ha fatto il giro del mondo. Però arrivata all’estero, si è già trasformata in una specie di notizia di colore che SPIEGEL-online intitola così: “Berlusconi sbraita contro scrittori antimafia”. Sbraita. Il solito buffone! Niente di serio!
Come se Berlusconi fosse nient’altro che un colerico che ognitanto sgrida i bambini.
Poltern
Ich finde die Überschrift von Spiegel-Online (“Berlusconi poltert gegen Anti-Mafia-Autoren”) etwas bizarr. Oder sollte ich sagen: ahnungslos? Der italienische Ministerpräsident droht damit, Anti-Mafia-Autoren zu erwürgen, und Spiegel-Online findet das so niedlich, dass sie dafür das Wort “poltern” wählen. Ha, ha, dieser Berlusconi! So kennen wir ihn ja! Poltert gerne mal.
Demut
“Ich glaube, die klassischen Journalisten haben sich von der Gesellschaft entfernt, weil sie an einem überholtem Mythos festgehalten haben. Zu diesem Mythos gehört, dass sie sich für unfehlbar hielten. Die Idee, Fehler zuzugeben, hat sie abgestoßen. Und das ist ein Problem. Denn die Journalisten waren nicht ehrlich zu den Menschen. Die Öffentlichkeit ging dazu über, ihnen mehr und mehr zu misstrauen. In den USA gibt es viele Umfragen, die dies bestätigen. Um das wieder in Ordnung zu bringen, müssen sie dem Publikum gegenüber aufgeschlossener werden. Sie müssen das Vertrauen in den Journalismus wieder stärken. Ich habe erst beim Bloggen gelernt, dass sich meine Glaubwürdigkeit vergrößert, wenn ich einen Fehler zugebe.”
Der Journalist und Blogger Jeff Jarvis im Interview mit dem Freitag.
Santa Mafia in Calabria
- A Lamezia Terme giovedi 26 novembre ore 17.30
Intervengono Francesco Forgione, Docente Sociologia Organizzazioni criminali, Universita di Aquila e Francesca Viscone, Docente di Lingue, Giornalista
Sala Convegni, Palazzo Nicotera, Ex-Tribunale, PIazzetta Mercato Vecchio - A Vibo Valentia venerdi 27 novembre ore 18
Sistema Bibliotecario Vibonese
Organizzato da Libera Vibo
Die italienische Post
Ich habe mich daran gewöhnt, dass manche Briefe an mich nie ankommen. Von Päckchen ganz zu schweigen. Vor allem die Päckchen mit Nürnberger Lebkuchen, die mir meine Tante Ruth zu Weihnachten schickt. Oder Päckchen mit CDs. Überhaupt kommen Päckchen, deren Inhalt sich ertasten oder erschütteln lässt, nicht an. Man könnte sich damit abfinden. Und auf UPS umsteigen. Aber die wahre Perfidie der italienischen Post besteht darin, dass sie, wenn niemand mehr an sie glaubt, einen Brief ankommen lässt, der in ungelenker Handschrift und Orthographie adressiert ist an: Petra Reski (scrittrice tedesci), Marco, Venedig, Venezia (Veneto).
Als ich den Absender las, erinnerte ich mich an das greise Ehepaar aus Hamburg, das ich vor einiger Zeit im Vaporetto getroffen hatte, und das ich zu seinem Hotel begleitet hatte. Am nächsten Morgen hinterlegte ich im Hotel zwei Bücher, als Erinnerung. Und noch lange dachte ich darüber nach, dass Venedig und Chioggia in der Erinnerung dieses Ehepaars als ewige Sehnsuchtsorte fortgelebt hatten. Ein halbes Jahrhundert lang. Und jetzt war das Paar in dieses Arkadien zurückkehrt. Für zwei Tage.
Liebe Frau Reski!
Vielen herzlichen Dank für die tollen Bücher, sowie für Ihre nette Begleitung zu unserem Hotel. Venedig im Dunkeln, wir kennen Venedig nur am Tage, sind vor 50 Jahren 4x mit dem Vaporetti von Chioggia nach Venedig gefahren für einen Tag. Diese 2 Tage Venedig, es war für uns wie 14 Tage Urlaub. Am ersten Tag sind wir morgens nach Chioggia gefahren, Schiffe fuhren nicht mehr, die Saison war beendet. So sind wir leichtsinnig geworden und mit dem Wassertaxi nach Chioggia gefahren auf der Lagune im Sonnenschein war so herrlich, mit dem Bus wäre es zu spät geworden, dunkel jetzt. Aber es sehr, sehr schön Chioggia u.Sottomarina. 1975 waren wir zuletzt da, da hat unser Freund geheiratet. Leider haben wir keinen mehr angetroffen, wie hatten so viele Italiener als Freunde, haben am Strand Boccia und Tamborelli zusammen gespielt, abends waren wir alle zusammen zum Tanzen im “Astoria” Tanzpalast, das “Astoria” ist ja noch da, auch unsere Pension “Gioia” ist auch noch da, wo wir vor 50 Jahren Urlaub gemacht haben. Es war ein Erlebnis für sich. Am zweiten Tag sind wir nach dem Markusplatz gegangen, haben uns schön hingesetzt, Café getrunken, alles noch mal genossen, mittags haben wir an der Rialtobrücke zu Mittag gegessen, wie vor 50 Jahren, nur es war ein anderer Besitzer dort. Es wirklich ein kleiner, gelungener Ausflug. Liebe Frau Reski, wir wünschen Ihnen u. tuo Marito eine schöne Adventszeit, alles Liebe, alles Gute, die “netten Hamburger”.
Und dann hätte ich fast geheult.
Gratteri
Die Mafia lebt nebenan, stellen die Nürnberger Nachrichten erstaunt fest. Vielleicht sollte man öfter italienische Staatsanwälte nach Deutschland einladen?
Keine Geschenke für die Mafia
Das italienische Parlament hat einen Gesetz auf den Weg gebracht, demzufolge beschlagnahmte Mafiagüter nicht weiter öffentlich genutzt, sondern verkauft werden sollen. Man kann sich vorstellen, an wen. Jetzt soll der Senat das Gesetz verabschieden. Schon als die Mafia 1993 mit Vertretern des italienischen Staates über das Ende ihrer terroristischen Attentate verhandelte, gehörte es zu ihren Forderungen, das Gesetz rückgängig zu machen, welches ermöglichte, Mafiagüter zu beschlagnahmen.
Die Antimafia-Bewegung Libera hat einen Appell gegen diese Gesetzesinitiative gemacht: Keine Geschenke für die Mafia. Unterzeichnet werden kann hier.

verfasst von reski
