Archiv: August 2008

Leni Riefenstahl in Sibirien

Freitag, 08. August 2008

Vielleicht liegt es daran, dass die Welt von einem sibirischen Hotelzimmer aus anders aussieht, hier jedenfalls, wenn das Neonlicht von der Straße hereinblinkt und auf die dicke Polstergarnitur fällt, werde ich schwach. Der Fernseher überträgt ein verschneites Bild von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele – auf Russisch selbstverständlich und ich, was mache ich? Ich verschwende keinen Gedanken an Tibet oder Menschenrechte, mir ist auch jeder Dopingskandal egal, ich bin bewegt von fähnchenschwingenden Athleten.

Das Land, das ich leider liebe (Il paese che purtroppo amo)

Dienstag, 05. August 2008

Vor kurzem habe ich in der ZEIT mein Verhältnis zu Italien geklärt – und freundlicherweise wurde meine melancholische Liebeserklärung von Italia dall’Estero auch ins Italienische übersetzt: Ein italienischer Blogger (grazie Andrea!) machte mich darauf aufmerksam. Diese Art von ausländischer Presseschau wird in Italien, wo die Medienlandschaft fast ausschließlich in der Hand von Parteien und Unternehmern ist, als eine Möglichkeit betrachtet, in den Genuss einer unabhängigen Berichterstattung zu kommen.

Sommerlektüre II

Montag, 04. August 2008

Eigentlich hatte ich es mir einfach vorgestellt: Mit dem I-Phone am Strand zu liegen, zu lesen und im Blog hin und wieder etwas über meine Lektüre zu schreiben, mit besagtem I-Phone. Ich war bereit, meine Meinung zum I-Phone zu revidieren. Ich habe ihm eine Chance gegeben. Was soll ich sagen? Man kann mit dem I-Phone Musik hören, kleine Filmchen drehen und Fotos machen, man kann damit telefonieren (insofern die Batterie nicht schon längst vom Filmchendrehen, Fotosmachen und Musikhören ermattet ist), man kann damit das Wetter voraussehen und gelegentlich Mails empfangen (vom Kampf mit dem Anhang sprechen wir jetzt nicht), das alles natürlich nur dann problemlos, wenn man per wifi verbunden ist – was normalerweise weniger am Strand der Fall als ist im Büro, einem Ort, an dem das I-Phone letztlich entbehrlich ist.

Der einzige Versuch, mit dem I-Phone etwas über Yasmina Reza zu schreiben, hat einen Nachmittag gedauert. Und vor meinen Augen lag ein smaragdgrünes Meer.