Archiv: Juli 2008

Sommerlektüre

Montag, 21. Juli 2008

Wie es Yasmina Reza geschafft hat, in Frühmorgens, abends oder nachts zu zeigen, dass Sarkozy eine Romanfigur ist - mit dem kalten Auge des Schriftstellers, der dennoch immer mit seinen Figuren mitleidet - das verdient Respekt. Ein Buch voller messerscharfer Beobachtung, brilliant belauschten Dialogen und Sätzen, die man sich hinter den Spiegel stecken will, etwa über den Anti-Sarkozy-Aufruf linker intellektueller: “Warum, aufgrund welcher merkwürdigen Eingebung, wollen Menschen, deren Lebenssinn in der Fantasie liegt, deren Freiheit und manchmal Ruhm darin besteht, den Zwängen der Vernunft entkommen zu sein, unbedingt mit solch rasendem Ernst den Status von Intellektuellen zulegen?”

Der Tod des Conte Targhetta (La morte del Conte Targhetta)

Donnerstag, 17. Juli 2008

Als ich ihn das letzte Mal anrief, tat er so, als würde er sich noch an meinen Namen erinnern. Dann sagte er: Ich bin nicht mehr da. Vielen Dank für Ihren Anruf. Und legte auf.

Vorgestern ist er gestorben, 94jährig: Conte Emilio Targhetta D’Audiffret de Greoux, Jahrgang 1914, gehörte zu den leidenschaftlichsten Karnevalisten, die Venedig je hervorgebracht hat. Ich habe ihm in meinem Venedigbuch ein kleines Denkmal gesetzt.

Der Conte Targhetta hielt im Florian Hof – wo er stets im orientalischen Salon saß, rechts vom Eingang, denn alles andere ist Niemandsland. Seine Hand ruhte auf dem goldenen Knauf seines Spazierstock, und wenn sein Blick darauf fiel, dann sagte der Conte: So können nur diejenigen die Hände halten, die nie gearbeitet haben! Oft kam er als Casanova, in altrosa Samt mit silbernen Litzen und Bordüren, Spitzen-Jabot und Brokatumhang. Sein Gesicht war weiß abgepudert, auf den Lidern lag türkisgrüner Schatten, der zu den Augenwinkeln leicht auslief, die Wangen betonte ein kräftiges Rouge, die Lippen waren herzförmig gemalt wie die einer Stummfilmschauspielerin. Am Kinn klebte eine Mouche.

Fünfzehn Jahre lang hatte er dem Herzog von Genua als Kammerherr gedient, was erklärte, dass ihm der gute Ton zur zweiten Natur geworden war. Seitdem ich den Conte Targhetta getroffen habe, weiß ich, dass man beim Treppensteigen stets den Fuß ganz aufsetzt: Nur minderwertige Menschen treten mit der Fußspitze auf, ganz so, als schämten sie sich ihrer Existenz! Außerdem weiß ich, dass eine Person, die zu Beginn einer Mahlzeit „Guten Appetit“ wünscht, für immer diskreditiert ist: Weil sie deutlich macht, dass sie Essen nicht mit Genuss, sondern mit profaner Sättigung gleichsetzt!

Für den standesbewussten Conte war der venezianische Karneval nie jene volkstümliche Angelegenheit, für die ihn die Touristen halten: Die Leute glauben, dass es reiche, sich zu verkleiden, es habe jedoch keinen Sinn, sich ein teures Kostüm zu leihen, wenn man es nicht zu tragen verstehe! Schließlich sehe man sofort, ob sich jemand leisten könne, eine Schleppe aus Samt durch eine Pfütze zu ziehen. Seinerseits pflegte sich der Conte Targhetta von seinem äthiopischen Kammerdiener Michel über Pfützen tragen zu lassen, etwa, wenn der Conte als Mandarin verkleidet war und sich seine Stoffschuhe nicht ruinieren sollte.

Michel weinte auf der Beerdigung sehr.

Venedig im Rollstuhl (Venezia in sedia a rotelle)

Mittwoch, 16. Juli 2008

Meine tollkühne Freundin Susanne hatte beschlossen, mich an meinem Geburtstag zu besuchen. Tollkühn deshalb, weil sie im Rollstuhl sitzt. Nun sehe ich immer wieder Rollstuhlfahrer hier in Venedig - es ist sicher nicht naheliegend, Venedig im Rollstuhl sitzend zu besuchen, aber auch nicht unmöglich, zumal, wenn man wie Susanne von ihrem Mann begleitet wird. Dachte ich. Ich Idiotin. Denn schon als ich in völliger Verkennung der Tatsachen ein Wassertaxi bestellen wollte, sollte ich mich ein Hauch von dem streifen, was es bedeutet, die Welt im Rollstuhl sitzend zu erleben. Kein einziges der (ohnehin kriminell zu nennenden, da stets betrügenden) Wassertaxifahrerorganisationen akzeptierte den Transport. Nachdem ich mich auch mit dem fünften Wassertaxiunternehmen überworfen hatte, schrieb ich eine Mail an das venezianische Rathaus, und dann ging alles von ganz allein … Für alle Rollstuhlfahrer hier also die Mailadresse des venezianischen Rathauses, an die sie sich wenden sollten, falls sie eine Transportmöglichkeit vom Flughafen in die Stadt brauchen oder sonstwie Auskünfte über Venedig im Rollstuhl benötigen:

informahandicap@comune.venezia.it

Hier auch die Telefonnummern der beiden Taxiunternehmen, die über ein Taxi verfügen, das für die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern eingerichtet ist:

Venezia Turismo +39 041 240 27 71

und Consorzio Motoscafi Venezia: +39 335230896 (Mailadresse: info@motoscafivenezia.it)

Eine Fahrt kostet 100 Euro - und keinen Cent mehr!

Die Weltraummaus (topo Gigio)

Freitag, 11. Juli 2008

Vorgestern wurde in Rom gegen Berlusconi demonstriert - und übrig geblieben ist: nichts. Oder besser: eine außerparlamentarische Opposition, die von der parlamentarischen Opposition kleingehäckselt wurde. Veltroni (auch genannt: “Die Weltraummaus”, Oppositionsführer, Chef der Demokratischen Partei, Ex-Bürgermeister von Rom, Parlamentsgestein, das bereits in den Siebzigerjahren im römischen Stadtrat saß, also zu einer Zeit, als jene Wählerklientel, für die er jetzt den Generationswechsel darstellen soll, noch nicht mal gezeugt war) rief in stalinistischer Manier seinen Koalitionspartner Antonio di Pietro zur Raison (Ex-Staatsanwalt, nun Vorsitzender der Partei Italia di Valori und der einzige Parlamentarier, der an der Anti-Berlusconi-Demonstration teilnahm) auf, sich von Beppe Grillo und Marco Travaglio zu distanzieren und, wie er so schön sagte, “hinter den Zaun der Demokratischen Partei zurückzukehren”, wenn ihm seine Politkarriere lieb sei.

Dahinter verbirgt sich der Unmut der Demokratischen Partei, zusehen zu müssen, wie ihnen das Parteivieh wegläuft: Millionen von Menschen gehen auf die Straße, um ihren Unmut gegen Berlusconi zum Ausdruck zu geben - ohne sich dabei von der Demokratischen Partei vereinnahmen zu lassen, die seit 15 Jahren mit Berlusconi in schönster Eintracht regiert: Eine Hand wäscht die andere.

Veronicas Schweigen (il silenzio di Veronica)

Sonntag, 06. Juli 2008

Ich hatte mir fest vorgenommen, mich zu den Frauengeschichten des Psychozwergs nicht zu äußern. Ich hatte mir ebenfalls vorgenommen, die Ernennung des Nacktmodells Mara Carafagna zur Ministerin für Gleichstellung zu verschweigen - schon aus dem Grunde, weil es sich bei Supersilvios Frauengeschichten um keine Frauengeschichten handelt, sondern um Geschichten eines Lüstlings im seidenen Morgenmantel, mit Brillantine in den Haaren, Geschichten eines Vorstadtgockels, der schon beim Anblick eines weiblichen Fußknöchels einen Kontrollverlust erleidet, und der bei Forza-Italia-Kundgebungen auf alles seine Komplimente herabregnen lässt, was ihm nicht entkommen kann: „In der ersten Reihe sehe ich nur schöne Beine!“ (Bologna 5. April 2002), „Ich musste mir den Lippenstift vom Gesicht entfernen. Es waren die Küsse der Damen von vorhin, gut, dass Veronica nicht da war, sonst hätte ich etwas erleben können!“ (Catania 5. Mai 2005), „Ich sage es hiermit ganz deutlich: Ich bin bereit, Telefonnummern aufzunehmen und mich zu verlieben.“ (Genua 20. Januar 2007) Weder Journalistinnen („Ich finde Sie besonders schön, meine Damen Journalistinnen, prachtvoll in den Farben des Sommers, ich weiß, was ich täte, wenn ich nicht Premierminister wäre“), noch Hostessen („Bitte geben Sie mir Ihre Telefonnummer, Signorina, wissen Sie, später habe ich etwas freie Zeit“) bleiben von ihm verschont, selbst vor amerikanischen Investoren schreckt er nicht zurück: „Wir haben hier nicht nur ständig schönes Wetter und eine wunderbare Landschaft, sondern auch wunderschöne Sekretärinnen!“. Fährt er nach Paris, verlautet er: “Ich hatte in Paris eine Freundin.“ Fährt er nach Berlin, gibt er kund: „Ich hatte in Berlin eine Freundin.“ Trifft er türkische Unternehmer, heißt es: „Ich hatte eine wunderbare türkische Freundin“. Besucht er Russland, droht er an: „Ich will die schönste und beste Arbeiterin küssen!“ und führt dies, zur Bestürzung der russischen Tageszeitung Kommersant, auch umgehend aus: Dem klein gewachsenen Silvio Berlusconi (1,58 Meter) gelingt es jedoch erst nach zwei Sprüngen, einer hoch gewachsenen Russin den Mund zu küssen.

Nachdem Supersilvio also Nacktmodells und andere Spitzen der Gesellschaft zu Ministerinnen ernannt hat, tauchten in dem von Berlusconi heldenhaft geführten Kampf um die Abhörpraxis jetzt wieder mal Telefonate des Premierministers auf, in denen er eine Charge der RAI auffordert, mehrere Ex-Gespielinnen mit Fernsehengagements zu versorgen, um die Damen so ruhig zu stellen. Auch das wollte ich verschweigen, es war mir zu bildzeitungshaft, außerdem ist die RAI immer schon ein Versorgungswerk für abgelegte Politikergeliebte gewesen: Selbst hässlichste Kröten wie Bettino Craxi wurden dank der Verfügungsgewalt über die RAI so attraktiv, dass sich Schauspielerinnen wie Sandra Milo von ihnen angezogen fühlten.

Das einzig interessante an Silvios Erotomanie ist das Schweigen seiner Frau Veronica. Schon lange lebt sie von ihm getrennt mit ihren drei Kindern in der Villa Belvedere in Macherio bei Mailand, kurz „Villa Macherio“ genannt. Während der Psychozwerg seine Wochenenden und den Sommer in der Villa Certosa auf Sardinien zu verbringen pflegt - das Grundstück ist mit 120 Hektar doppelt so groß wie der Vatikanstaat und umfasst unter anderem einen künstlichen See, eine legendäre Kakteensammlung und einen vollautomatischen Vulkan, per Fernbedienung zu betätigen - bewohnt Veronica seit der Eheschließung 1990 ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Anwesen, samt eines biodynamischen Gemüsegartens. Es ist der ehemalige Stammsitz des Geschlechts der Viscontis, für den ihr Mann Silvio umgerechnet 2,2 Millionen Euro schwarz bezahlte und dafür wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Das nur nebenbei.

Veronicas Schweigen ist um so beredeter, als sie sonst keineswegs schweigt. Denn als die Zeitung “Oggi” den Psychozwerg letztes Jahr im Jogginganzug und in Gesellschaft von fünf Damen zwischen den Rabatten seiner sardischen Villa überraschte, hielt sich Veronica keineswegs zurück.

Sie schrieb ihm einen Brief. Darin forderte Veronica Supersilvio ultimativ in aller Öffentlichkeit auf, sich bei ihr schriftlich zu entschuldigen. Sie ließ diese Aufforderung auf der ersten Seite der Repubblica drucken, also jener Tageszeitung, die Silvio Berlusconi für eine Ausgeburt des kommunistischen Italiens hält: was für Berlusconi, der unter Wahnvorstellung leidet, von Kommunisten verfolgt zu werden, ein Affront ohnegleichen war.
Einen derart intimen Einblick in die Berlusconische Ehe hätten selbst die schaulustigsten Italiener nicht erwartet - zuvor hatte Berlusconi mehrere Bitternisse hinnehmen müssen. Er war nicht nur als Premierminister abgewählt worden, sondern auch auf dem Podium einer Forza-Italia-Kundgebung vor laufenden Kameras in Ohnmacht gefallen und hatte sich in Cleveland einen Herzschrittmacher einsetzen lassen müssen. Offenbar hatte ihm das Gesellschaftsleben, an dem er seit seiner Abwahl obsessiv teilnahm, schwer zugesetzt. Nach seiner Operation verkündete er jedoch sofort: „Ich fühle mich stark, jung und stattlich und bin bereit, mich zu verlieben.“ Diese Drohung machte er bei der Verleihung des Fernsehpreises telegatti umgehend wahr: Als eine Protagonistin des Big-Brother-Formats „Die Insel der Berühmten“ dem zum „Silvio Nazionale“ verklärten Helden erklärte: „Mit Ihnen würde ich auf eine einsame Insel gehen“, konterte Silvio B. mit der Bemerkung: „Mit dir ginge ich überall hin.“ Der Forza-Italia-Abgeordneten, ehemaligen Nacktmodell und jetzigen Gleichstellungsminiserin Mara Carfagnana sagte er: „Wenn ich nicht verheiratet wäre, würde ich Sie sofort heiraten.“ Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Was dann folgte, klingt wie ein Dialog zwischen Paolo und Beatrice in Dantes Göttlicher Komödie:

So schrieb Veronica Berlusconi: „Unter größten Schwierigkeiten überwinde ich die Zurückhaltung, die mein Leben in den letzten 27 Jahren ausgezeichnet hat, an der Seite eines Mannes der Öffentlichkeit, der Unternehmer, berühmter Politiker - und mein Mann ist … Ich schreibe, um meiner Reaktion auf jene Äußerungen Ausdruck zu geben, zu denen mein Mann sich im Laufe des Galadinners am Ende der Verleihung der telegatti hinreissen ließ …. Es sind Bemerkungen, die ich als würdelos betrachte, Bemerkungen, die man angesichts des Alters, der politischen und sozialen Rolle und des familiären Zusammenhangs (zwei Kinder aus einer ersten Ehe, drei aus der zweiten Ehe) der Person, die diese Äußerungen machte, keineswegs als leichtfertige Scherze rechtfertigen kann. Da ich privat keine Entschuldigung bekommen habe, verlange ich eine öffentliche Entschuldigung … Das Vorbild einer Frau, die im Umgang mit Männern ihre Würde zu wahren weiß, ist im Hinblick auf meine erwachsenen Töchter heute von größter Bedeutung, … wie die Verteidigung meiner weiblichen Würde auch meinem Sohn dabei helfen kann, nie zu vergessen, dass der Respekt für Frauen ein fundamentaler Wert ist.“
Darauf gestand der Komiker Roberto Benigni bei einem Auftritt in Mailand der im Publikum sitzenden Heldin Veronica Berlusconi seine Liebe: „Wenn ich nicht verheiratet wäre, würde ich dich sofort heiraten“, und die „Via Dogana“, die historische Kultzeitschrift der italienischen Feministinnen, lobpreiste Veronica für ihren Mut „von sich selbst in der ersten Person gesprochen zu haben – ohne Rücksicht darauf, das Private vom Öffentlichen zu trennen“.

Offiziell wusste ihr Mann nichts von dem Brief, wohl informierte Kreise jedoch verlauteten, dass Silvio Nazionale über seine beiden Vertrauten, die Anwälte und Forza-Italia-Senatoren Nicolo Ghedini und Gianni Letta, noch bis zur letzten Minute vergeblich versucht habe, die störrische Veronica von ihrem Vorhaben abzubringen. Aber nicht mal das Gefälligkeits-Interview („Ich verspüre eine totale Leidenschaft für meine Frau“), das Silvio Berlusconi der Wochenzeitung „A“ gab, schaffte es, seine Frau ihm wieder gewogen zu machen. Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als die Kröte via Nachrichtenagentur zu schlucken: „Meine Tage sind verrückt, du weißt es … Dabei unterlaufen auch einem spielerischen und selbstironischen Charakter kleine Unregelmäßigkeiten … Entschuldige bitte und betrachte dieses öffentliche Zeugnis eines privaten Stolzes, der sich deinem Zorn beugt, als einen Akt der Liebe.“ Danach fuhr Berlusconi zum Abendessen in die Villa Macherio. Und ließ sich ansonsten wieder mal als Mann feiern, der sich eine Frau mit Charakterstärke leisten kann.

Und jetzt? Veronica schweigt. Noch.

Ich ohne dich V (Malafemmena)

Freitag, 04. Juli 2008

Si avisse fatto a n’ato, chello ch’e fatto a mme
st’ommo t’avesse acciso, tu vuò sapé pecché?
Pecché ‘ncopp’a sta terra,
femmene comme a te non ce hanna sta
pé n’ommo onesto comme a me!…

Wenn du einem anderen Mann das angetan hättest, was du mir angetan hast
dann hätte dich dieser Mann umgebracht, und willst du wissen, warum?
weil Frauen wie du auf dieser Erde
nie einen anständigen Mann wie mich gefunden hätten

Femmena, tu si na malafemmena!
Chist’uocchie ‘e fatto chiagnere…
Lacreme e ‘nfamità.

Weib, du bist ein verfluchtes Weib
Diese Augen, die mich zum Weinen brachten
Tränen und Niedertracht

Femmena, si tu peggio ‘e na vipera,
m’e ‘ntussecata l’anema,
nun pozzo cchiù campà.

Weib, du bist schlimmer als eine Viper
Du hast meine Seele vergiftet
jetzt kann ich nicht mehr leben

Femmena, ssi ddoce comme ‘o zucchero,
però sta faccia d’angelo
te serve pe ‘ngannà…

Weib, du bist süß wie Zucker
aber dieses Engelsgesicht
brauchst du nur, um zu betrügen

Femmena, tu si ‘a cchiù bella femmena,
te voglio bene e t’odio, nun te pozzo scurdà…

Weib, du bist die schönste aller Frauen
ich liebe und ich hasse dich
aber ich kann dich nicht vergessen

Te voglio ancora bene, ma tu nun saie pecchè…
pecchè l’unico amore si stata tu pe me…
E tu pe nu capriccio, tutto ‘e distrutto, ojnè,
Ma Dio nun t’o perdone chello ch’e fatto a mme!

Ich habe dich immer noch gern
aber du weißt nicht, warum
weil du meine einzige Liebe warst
und du, wegen einer kleine Laune - nun ist alles zerstört
Aber Gott wird dir nicht vergeben, was du mir angetan hast

Malafemmena, ist vielleicht das schönste und das traurigste aller traurigen neapolitanischen Liebeslieder, komponiert wurde es von dem legendären neapolitanischen Schauspieler, Komponisten und Dichter Totò, alias Antonio De Curtis, der das Lied auf einer Zigarettenschachtel schrieb - um so einer unglücklichen Liebe zu gedenken.