Italienische Zeitungen müssten eigentlich einen Beipackzettel enthalten, der über die Risiken und Nebenwirkungen der Lektüre aufklärt: Der darüber informiert, wem die Zeitung gehört und welche Interessen sich dahinter verbergen.
Die Repubblica etwa gehört dem linksliberalen Finanzier Carlo De Benedetti, einstiger Besitzer von Olivetti, der Fiatkonzern hält sich die Turiner Stampa und die Wirtschaftszeitung „Il sole 24 Ore“ gehört dem italienischen Unternehmerverband Die Unità, die ehemalige Parteizeitung der Kommunistischen Partei, gehört Renato Soru, Präsident der Region Sardinien, Unternehmer und Besitzer des Internetdienstes Tiscali. Berlusconi besitzt drei Zeitungen: Il Giornale, Il Foglio, Libero und zudem auch noch drei Fernsehsender. Und die RAI gehört immer demjenigen, der gerade an der Regierung sitzt.
Kurz: In Italien ist die Pressefreiheit weniger ausgeprägt als in Bulgarien oder in der Mongolei, stellte der Jahresbericht der Stiftung Freedomhouse fest. Dazu interessante Ausführungen des italienischen Publizisten Marco Morosini in der taz.


Ich fand den Artikel über die Probleme in der italienischen Medien-Landschaft nicht schlecht.
Nur schade dass der Autor beim Aufhänger Freedomhouse-Report nicht korrekt ist. So wird unterschlagen, dass Italien 2007 nicht mehr als “partly free” eingeordnet wurde, sondern als “free”.
http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=251&year=2007
Auch war Italien in 2006 keineswegs “Europas einziges Land, das als nur “teilweise frei” klassifiziert wurde. 2006 wurden ebenso Kroatien, Bosnien Herzegowina, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Ukraine, Türkei und Albanien als “partly free” eingestuft. Weißrussland und Russland darüber hinaus als “not free”.
Grazie mille für den Hinweis! Ich wunderte mich auch, weil Italien dort ja nicht an 79., sondern an 26. Stelle steht. Allerdings bin ich schon der Meinung, dass es ein Armutszeugnis für Italien (Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft) ist, wenn es, was die eingeschränkte Pressefreiheit betrifft, noch 2006 in einem Atemzug mit Ländern wie Bulgarien, Albanien, Bosnien-Herzegowina genannt wird.
[...] machte mich darauf aufmerksam. Diese Art von ausländischer Presseschau wird in Italien, wo die Medienlandschaft fast ausschließlich in der Hand von Parteien und Unternehmern ist, als eine Möglichkeit [...]
[...] Die TAZ hat sehr ausgewogen über die neue italienische Tageszeitung “Il Fatto Quotidiano” berichtet – die sehr wohl als regierungskritisch zu bezeichnen ist, aber mehr ist, als das: Namen wie Marco Travaglio sorgen dafür, dass die Zeitung nicht auf einem Auge blind ist. Als Erinnerung auch noch dies. [...]